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Stralsund In Frankreich ein Zuhause auf Zeit finden
Vorpommern Stralsund In Frankreich ein Zuhause auf Zeit finden
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10:00 22.02.2019
Rosa Schlaberg vom Stralsunder Hansa-Gymnasium hat für drei Monate mit dem Austauschprogramm „Brigitte Sauzay“ in Frankreich verbracht. Auf dem Bild ist sie mit ihrer Austauschpartnerin Eloise bei einem Ausflug auf die Ile de Re zu sehen. Quelle: privat
Stralsund

Die ersten Tränen, die letzten Umarmungen, dann geht es los. 50 Mädchen und Jungen aus Mecklenburg-Vorpommern steigen in Berlin in den Flieger. Und ich bin mitten drin. Das Ziel: Frankreich.

Mit dem AustauschprogrammBrigitte Sauzay“des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) werden wir alle die kommenden drei Monate in Frankreich verbringen. Mit Austauschprogramm ist übrigens auch wirklich Austausch gemeint. Denn die Idee hinter „Brigitte Sauzay“ ist Gegenseitigkeit. Drei Monate leben französische Schüler bei einem Austauschschüler und einer Gastfamilie in Deutschland. Dann geht es für drei Monate genau andersrum.

Nach der Ankunft in Paris ging es weiter mit dem Zug bis Poitiers, eine Stadt in der Region Nouvelle--Aquitaine (bis 2016 Poitou-Charentes), im Westen Frankreichs, in der wir nun leben würden. Am Bahnhof warteten die Familien auf uns, und dann waren wir wirklich alleine. Alleine in einer fremden Familie, in einem fremden Land und einer fremden Schule. Dort gab es den ersten großen Unterschied: In Deutschland besuchten die französischen Schüler oft gemeinsam mit uns eine Klasse, in Frankreich hingegen mussten viele von uns alleine in den Unterricht gehen.

Wenn man Unterschiede bei zwei Kulturen feststellen kann, dann ist das wohl beim Essen. Mit meiner Austauschpartnerin habe ich oft gemeinsam gebacken, sie nach französischen und ich nach deutschen Rezepten.

In positiver Erinnerung behalte ich auf Garantie, dass ich von einer französischen Freundin sozusagen Insider-Tipps für Cafés oder Boutiquen bekommen habe. Dieses Glück hätte ich als normale Touristin wohl nicht gehabt. Und ich habe es sehr genossen, dass ich viel Zeit für außerschulische Aktivitäten hatte, das würde ich im Stralsunder Schulalltag nicht schaffen.

Viele von uns erlebten tolle Ausflüge an den Wochenenden. Ein Großteil hatte das Glück, mit seiner Familie nach Paris zu fahren. Oder wir erlebten ein ruhiges Familienwochenende mit großem landestypischen Essen.

Nicht bei allen Austauschschülern lief es reibungslos in den Familien. Doch wenn man Probleme hatte, gab es Unterstützung von der Organisation und auch die meisten Deutschlehrer waren für uns Ansprechpartner. Und durch den Austausch haben wir gelernt, Probleme direkt und offen anzusprechen.

Man weiß vorher nie, wie es sein wird. Wir haben uns auf ein Abenteuer eingelassen und alle viel erlebt und gesehen. Wir hatten die Chance, Orte in einem Land kennenzulernen, die nur Einheimische kennen und haben viele neue Leute getroffen. Und niemand, den ich auf der Rückreise fragte, hat diesen Austausch bereut.

Rosa Schlaberg (16) besucht das Hansa-Gymnasium

Rosa Schlaberg

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