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Stralsund B 96 ab heute dicht: Rügen droht Verkehrskollaps
Vorpommern Stralsund B 96 ab heute dicht: Rügen droht Verkehrskollaps
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00:00 16.07.2018
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Bergen

Staufalle B 96: Von heute an geht auf der Hauptverkehrsader Rügens für etwa einen Monat auf Höhe der Inselhauptstadt Bergen nichts mehr. Die Bundesstraße wird zwischen der Kubbelkower und der Gingster Kreuzung komplett gesperrt. In Bergen kann es zum Verkehrskollaps kommen. Denn der gesamte Verkehr von und nach Jasmund soll laut Ausschilderung über die Ringstraße mit sechs Ampelkreuzungen und die B 196 umgeleitet werden. Wer also zum Beispiel von Stralsund aus nach Sassnitz, zum Kap Arkona oder zur Kreideküste möchte und keine langen Umwege in Kauf nehmen will, muss quer durch Bergen – und das mitten in der touristischen Hochsaison.

Ein Teil der Hauptverkehrsader von Deutschlands größter Insel wird bis Mitte August gesperrt / Wer in den Inselnorden will, muss durch die Stadt Bergen

Grund für die Straßensperrung ist der Bau der neuen B 96. „Der neue Kreisverkehr an der Ampelkreuzung Kubbelkow soll an die B 96alt angebunden werden. Zusätzlich wird der neue Anschluss für den Wirtschaftsweg Klein Kubbelkow hergestellt“, sagt Lutz Günther von der Deges, der Fernstraßengesellschaft des Bundes und der Länder. Voraussichtlich bis zum 11. August werde der besagte Straßenabschnitt gesperrt sein. Günther bittet die Autofahrer um besondere Aufmerksamkeit sowie um Verständnis.

Das werden die wohl eher nicht aufbringen, denn von Landesverkehrsminister Christian Pegel (SPD) gibt es dieses Zitat: „In Mecklenburg-Vorpommern sind Ferienreisestrecken definiert, auf denen zur Vermeidung von Stauerscheinungen im Juli und August keine verkehrsraum-einschränkenden Baumaßnahmen durchgeführt werden.“ Die Bundesstraßen 196 und 96 gehören zu diesen Strecken – oder doch nicht mehr?

Kein allgemeines Bauverbot auf touristischen Straßen

Ja und Nein, heißt es dazu aus Schwerin. „Gestatten Sie mir bitte den Hinweis, dass es kein allgemeines Bauverbot auf touristisch bedeutsamen Straßen gibt. Aufgrund des Wissens um die Bedeutung des Tourismus im Land wird aber stets streng abgewogen, ob Baumaßnahmen in der Haupturlaubszeit durchgeführt werden“, sagt Ministeriumssprecherin Renate Gundlach. Die besagte strenge Abwägung soll es auch in diesem Fall gegeben haben – mit dem Ergebnis der Sperrung. „Denn die und die Bauarbeiten sind erforderlich, um die Verkehrsfreigabe der neuen Bundesstraße 96 im kommenden Jahr sicherstellen zu können“, so Gundlach. Dabei habe man auch auf ein verschobenes Straßenausbauprojekt der Stadt Bergen Rücksicht nehmen müssen.

Bergen verschiebt Ausbau

der Ringstraße

Denn laut Gundlach sollte die Ringstraße mit einer geplanten Bauzeit von etwa eineinhalb Jahren 2017 erfolgen, wurde dann aber in den Spätsommer 2018 verschoben. „Dieses hat erheblichen Einfluss auf die Terminkette zur Herstellung der B 96n. Die Ausführung der gesamten Einbindung der B 96n/B 196 im Bereich Knoten Bergen wäre erst nach der Baumaßnahme in Bergen möglich gewesen, was eine Verschiebung des Fertigstellungstermins der neuen B 96 in den Sommer 2020 bedeutet hätte“, sagt Renate Gundlach.

Zudem habe die Stadt Bergen nach weiteren abwägenden Gesprächen den Start des Ausbaus der Ringstraße um zwei Wochen verschoben und „somit ein Zeitfenster für die erforderliche Sperrung der B 96 zur Einbindung des Verteilerkreisels vom 16. Juli bis 13. August zur Verfügung steht“.

Auch im Westen Rügens

wird Autoverkehr behindert

Wer in diesem Sommer auf Rügen von A nach B kommen will – dem gelingt dies meist nicht auf dem kürzesten Weg. Denn die Baustelle, die mit Wochenbeginn aufgemacht wird, ist zur Hochsaison nicht die einzige auf der Insel. So lässt das Straßenbauamt derzeit die Landesstraße 3010, die die Inselmitte mit dem Westen Rügens verbindet, seit Monatsbeginn auf Vordermann bringen. Abschnittsweise werden bis zum Jahr 2020 jeweils im Sommer Gräben, Bankette und Durchlässe zwischen Bergen und Kluis instandgesetzt. Die Arbeiten ziehen sich aktuell zwischen Ramitz und Kluis bis Mitte September hin. Nach einer anfänglichen Komplettsperrung wird der Verkehr mittels Ampel geregelt. Das führt zu erheblichem Zeitverlust in beide Richtungen. Die Verkehrsgesellschaft Vorpommern- Rügen jedenfalls kann mit ihren Bussen die Anschlüsse an die Fähren in Richtung Hiddensee nicht mehr sicherstellen.

Ist der erste Abschnitt der Landesstraße saniert, wechseln die Straßenbauer wieder an die Bundesstraße 96. Denn von Mitte September an wird der umstrittene Ausbau der Trasse zwischen Strüßendorf und Ralswiek fortgesetzt. Bis Mitte Juni des nächsten Jahres wird der Abschnitt voll gesperrt sein. Der Fahrzeugverkehr zwischen Jasmund und der Inselmitte muss über Karow ausweichen – was dann über den Jahreswechsel wieder für Verdruss sorgen wird.

Chris–marco Herold

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