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Stralsund Badrow: Silberschatz sollte ins Stralsund-Museum
Vorpommern Stralsund Badrow: Silberschatz sollte ins Stralsund-Museum
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15:28 24.04.2018
Auf einem Acker auf der Ostseeinsel Rügen sind Archäologen auf einen wertvollen skandinavisch dominierten Silberschatz aus dem späten 10. Jahrhundert und damit aus der Umbruchsepoche von der Wikingerzeit zum Christentum gestoßen. Quelle: Stefan Sauer/dpa
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Stralsund

Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) plädiert angesichts der engen historischen Verwandtschaft zwischen dem kürzlich gefundenen 1000 Jahre alten Silberschatz von Schaprode und dem Hiddenseer Goldschmuck dafür, auch den Silberschatz künftig im Stralsund-Museum auszustellen. Der Hiddenseer Goldschmuck wird dort zusammen mit den wertvollen Peenemünder Armenreifen seit Dezember 2015 unter hohen Sicherheitsvorkehrungen im Original präsentiert.

Badrow begründete seinen Vorstoß mit Einschätzungen des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege, die darauf hindeuten, dass das Silber mit dem dänischen König Harald Blauzahn (910-987) in Zusammenhang gebracht werden kann. „Unser Goldschmuck von Hiddensee im Stralsund-Museum wird ebenfalls König Blauzahn zugeschrieben und wurde auch in der Nähe unserer Stadt gefunden“, sagte Badrow.Bereits 1872 und 1874 war nur wenige Kilometer Luftlinie von dem Kirchacker nahe Schaprode entfernt auf der Insel Hiddensee der berühmte Goldschmuck entdeckt worden. Dieses 16-teilige filigran gearbeitete Schmuckensemble wird Blauzahn beziehungsweise seinem nahen Umfeld ebenfalls zugeschrieben. Badrow: „Ich habe daher Ministerin Birgit Hesse in einem Schreiben meine Unterstützung zugesagt, die Erforschung dieses neuen Wikingerfundes fachlich zu begleiten. Die Mitarbeiter unseres Museums stehen dafür gern zur Verfügung. Ich habe in meinem Schreiben ebenfalls angeregt zu prüfen, ob der Rügener Silberfund künftig gemeinsam mit dem Wikingergold im Stralsund Museum gezeigt werden kann.“

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Mit dieser Forderung steht Badrow nicht allein da. Bereits vor einigen Tagen hatte der CDU- Fraktionsvorsitzende im Kreistag Vorpommern-Rügen, Andreas Kuhn, betont, dass der Silberschatz dort gezeigt werden sollte, wo er gefunden wurde - im Landkreis Vorpommern-Rügen. „Nach der archäologischen Bewertung und geschichtlichen Einordnung darf so ein Fund der Region nicht in Archiven verstauben“, sagte Kuhn. Der Schatz könne die Ausstellung im Stralsund-Museum komplettieren oder ein Rüganer Museum aufwerten. Am 7. Mai soll der Kreistag über einen entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion entscheiden.

Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) hatte ebenfalls gefordert, dass der Silberschatz in der Region verbleibt, aber neben dem Stralsund-Museum auch das Pommersche Landesmuseum in Greifswald als möglichen Ausstellungsort ins Spiel gebracht. Dahlemann hat im Landkreis Vorpommern-Greifswald seinen Wahlkreis. Der Direktor des Pommerschen Landesmuseums, Uwe Schröder, bezeichnete den Schatz als ein „absolutes Highlight“. Der Fund gehöre in die Region. „Das Pommersche Landesmuseum würde sich glücklich schätzen, ihn zu präsentieren“, sagte Schröder.

Bislang ist nach Angaben des zuständigen Kultusministeriums nicht über einen dauerhaften Verbleib des aus diversen Schmuckteilen und etwa 500 bis 600 Münzen bestehenden Schatzes entschieden worden. Derzeit befinden sich die Münzen und Preziosen Blauzahns zum Zwischenstopp in Stralsund, wo sie in der Außenstelle des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege nummeriert werden.Anschließend wird der Schatz nach Schwerin transportiert. Denkbar ist, dass er ab dem Jahr 2025 als eines der besonders herausragenden Exponate im neuen Archäologischen Landesmuseum gezeigt wird, das am Rostocker Stadthafen neu gebaut werden soll.

Benjamin Fischer

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