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Stralsund Baumschnitt: Zehn Weiden zu tief abgesägt
Vorpommern Stralsund Baumschnitt: Zehn Weiden zu tief abgesägt
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09:00 29.01.2019
Ein etwas trostloser Anblick bietet sich derzeit am Hafen Zühlendorf. Die Gemeinde Neu Bartelshagen hat hier zehn Weiden eingekürzt, ohne vorher die Naturschutzbehörde hinzuzuziehen. Quelle: Jörg Mattern
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Neu Barthelshagen

Wer hat die Bäume am Zühlendorfer Hafen geköpft? Die Frage von Edeltraud Voß in der Einwohnerfragestunde der Gemeindevertretung Neu Bartelshagen war schnell beantwortet. „Ich war mit dabei“, räumte Bürgermeister Horst Badendiek (Die Linke) unumwunden ein. Die Antwort auf das Warum fiel dagegen etwas länger aus. „Aus Sicht der Gemeinde war hier Gefahr im Verzug“, betonte der Bürgermeister. „An den Weiden mit ihren drei Metern Stammhöhe war bereits viel totes Holz im Geäst und bei Sturm haben sich erste Bruchstellen im Holz gezeigt. Nicht auszudenken, wenn gerade an der Badestelle ein Ast auf einen der Badenden gefallen wäre.“ Also hatte sich das Gemeindeoberhaupt bereits im Dezember mit zwei weiteren Arbeitern daran gemacht, die Bäume einzukürzen.

Eine Erklärung, die in der Runde hier und da auch auf Akzeptanz stieß. Doch Edeltraud Voß hakte nach. „Ich habe mit der unteren Naturschutzbehörde beim Kreis telefoniert und erfahren, dass es für die Aktion keine Fällgenehmigung gegeben haben soll.“ Und auch hier redete Badendiek nicht lange drum herum. „Ich habe nicht gewusst, dass Weiden eine Genehmigung für das ,Köpfen’ brauchen“, sagt er und berichtet davon, dass er das Vorhaben immerhin beim Amt in Niepars angezeigt habe. „Jedoch habe ich dabei nicht erfahren, dass wir eine Genehmigung dafür brauchen.“

In der Amtsverwaltung räumt Lothar Zimmer ein, dass es da ein Missverständnis gegeben haben muss. Seines Wissens nach sei von Pflegemaßnahmen an Kopfweiden die Rede gewesen, eingekürzt worden seien aber ausgewachsene Silberweiden. „Das hätte schon der Zustimmung des Landkreises bedurft“, sagt Ordnungsamtsleiter Zimmer. Bewussten Baumfrevel will er dem Bürgermeister nicht unterstellen. „Horst Badendiek hat in seiner Gemeinde in den letzten Jahren ungezählte Bäume pflanzen lassen, wann immer es Gelegenheit und Fördermittel zuließen.“, sagt Lothar Zimmer. Er ist überzeugt, dass Neu Bartelshagen mit der Zahl dieser Pflanzungen an der Spitze im Amtsbereich liegt.

Beim Fachgebiet Naturschutz de Kreisverwaltung schüttelt Hardo Wanke immer noch etwas den Kopf. Er bemängelt nicht nur, dass Badendiek sich nicht vorher mit der Behörde in Verbindung gesetzt habe. Auch aus fachlicher Sicht sieht er Mängel bei der Ausführung der Arbeiten: „Der Bürgermeister hat die Silberweiden mit einem Rest von 1,50 Meter Stammhöhe einfach zu tief abschneiden lassen. Wir müssen sehen, ob die noch einmal austreiben.“ Und Wanke zweifelt: „Falls ja, wer weiß, wie das aussehen wird.“ Der Fachgebietsleiter will das Argument der Gefahrenabwehr nicht unbedingt vom Tisch wischen, sagt aber auch, dass selbst in einem solchen Fall die Naturschutzbehörde vorher hätte eingeschaltet werden müssen.

Nun konnte das erst im Nachgang passieren. Damit befasst war Sachbearbeiterin Iris Sölhof. „Es spricht für den Horst Badendiek, dass er sich gleich mit uns in Verbindung gesetzt hat, als klar wurde, dass da etwas übers Ziel hinausgeschossen worden war“, sagt sie. Im Ergebnis eines ausführlichen Gesprächs wurde der Bürgermeister aufgefordert, eine Ersatzpflanzung vornehmen zu lassen. „Wir haben uns auf eine geschützte Stelle etwa 100 Meter abseits der betroffenen Weiden geeinigt“, sagt Iris Sölhof. Dort sollen demnächst acht Obstbäume gepflanzt werden.

Auch wenn die Gemeinde in der jüngeren Vergangenheit erst zehn neue Bäume am Zühlendorfer Hafen hat pflanzen lassen, gegen die neue Ersatzpflanzung will Horst Badendiek sich nicht wehren. Nur was die Art der Bäume betrifft – da hätte er gerne acht Eichen gepflanzt.

Jörg Mattern

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