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Stralsund Baupfusch an Kita in Stralsund: Kinder ziehen wieder ein
Vorpommern Stralsund Baupfusch an Kita in Stralsund: Kinder ziehen wieder ein
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06:03 12.07.2019
Baupfusch in der Stralsunder Kita Zwergenhaus: Die Dachkonstruktion muss komplett erneuert werden. Deshalb ziehen die Kinder um. Quelle: Pröber
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Stralsund

Erste Entwarnung für die besorgten Eltern der Kita Zwergenhaus: Das nach einem Dachschaden Ende Mai gesperrte Gebäude kann wieder von allen Kindern genutzt werden.

„Die Sofortmaßnahmen gegen den Schimmel haben Wirkung gezeigt, so dass die Werte wieder im Normbereich liegen. Deshalb konnten jetzt alle Mädchen und Jungen der drei ausgegliederten Gruppen in ihr Haus zurückkehren“, sagt Peter Reizlein, Geschäftsführer der Awo Soziale Dienste gGmbH auf OZ-Anfrage.

Keine Schimmelbelastung mehr

Ende Mai hatte eine Untersuchung gravierende Mängel zu Tage gefördert – in der Raumluft wurden Sporen von Schimmelpilzen gefunden, hervorgerufen durch Feuchtigkeitsschäden im Dachstuhl.

„Weil die Gesundheit von Kindern und Mitarbeitern für uns oberste Priorität hatte, haben wir uns mit den Ämtern in Verbindung gesetzt und gemeinsam schnell die nächsten Schritte in die Wege geleitet“, so der Awo-Chef. „Eine Spezialfirma hatte sofort damit begonnen, erste Räume staub- und luftdicht zu versiegeln, Einrichtungsgegenstände hygienisch zu reinigen und eine Dachdurchlüftung zu aktivieren“, so Reizlein. Deshalb mussten drei Kindergartengruppen in die „Spielkiste“ umziehen.

Schließung der Kita nicht nötig

Schon im Gespräch mit den Eltern war der Gutachter Frank Ritter davon ausgegangen, dass eine Schließung der Einrichtung nicht nötig sei und man durch die Sofortmaßnahmen schnell zu einem Raumklima „ohne Befund“ komme. Das ist nun auch so eingetreten, zeigt sich Awo-Geschäftsführer Peter Reizlein im OZ-Gespräch erleichtert.

Baupfusch in der Stralsunder Kita Zwergenhaus: Die Dachkonstruktion muss komplett erneuert werden. Vorläufig ist alles mit Folien abgeklebt. Quelle: Pröber

Und er ist froh, dass sich die Eltern offensichtlich gut informiert fühlten. „Es gab in dieser Zeit nicht eine Kündigung, gut dass wir auch das Gesundheitsamt und den aussagekräftigen Gutachter mit zum Elternabend eingeladen hatten.“ Die in den letzten Monaten mehrfasch in die Schlagzeilen geratene Arbeiterwohlfahrt MV kann da also zumindest in Stralsund auf ein gutes Krisenmanagement verweisen...

Da sich die Baumängel vor allem im Gebäudebereich an der Karl-Marx-Straße zeigten, waren die Krippenkinder vom Umzug nicht betroffen. Sie blieben in ihren gewohnten Räumen im anderen Flügel des „Zwergenhauses“.

Lüftung läuft weiter auf Hochtouren

Doch auch wenn die Kita nun wieder voll in Betrieb ist, laufen die Lüftungen auf Hochtouren, muss doch für eine gute Zirkulation gesorgt werden. „Um diesen Prozess zu erleichtern, wollen wir die Lichtkuppel abnehmen und einen speziellen Trichter draufsetzen. Ob wir für diese Veränderung eine Baugenehmigung brauchen, wird nun mit dem Bauamt in Stralsund geklärt“, so Reizlein und betont, dass die Awo natürlich auch an regelmäßigen mikrobiologischen Messungen festhalte.

Baufehler im Dach sind Ursache des Schadens

Als Ursache für die Feuchtigkeitsschäden gelten nach Information der Awo Konstruktions- und Baumängel am Dachstuhl, der nach derzeitigem Stand vollständig entfernt werden muss. Und das, obwohl die Kita erst 2012 gebaut worden ist. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Schaden auf einen hohen sechsstelligen Betrag. Awo-Chef Peter Reizlein schließt juristische Schritte nicht aus. „Wir haben Anfang August einen Termin beim Gericht zwecks Beweissicherungsverfahren.“

Weitere Sanierung wird geprüft

Unabhängig von der rechtlichen Situation laufen die Vorbereitungen für eine Dachsanierung. „Welchen Umfang diese Arbeiten haben werden und ob wir wirklich alles raußreißen müssen, werden weitere Untersuchungen ergeben. Die Eltern werden aber sofort informiert, wenn wir da Klarheit haben.“ Nach Bekanntwerden des Schadens hatte der Träger eine Container-Variante für die Zeit der Dachsanierung durchaus in Erwägung gezogen.

Planungen für neue Kita in Stralsund laufen trotzdem weiter

Auch wenn die Nachricht über den Baupfusch in der Kita Zwergenhaus die Awo hart getroffen hat, macht der Träger keine Abstriche von seinen Neubauplänen in unmittelbarer Nachbarschaft.

Direkt neben der Jahn-Sportstätte, dort wo sich jetzt ein Bolzplatz befindet, will die Awo eine neue Kita mit 192 Plätzen bauen. Der Neubau ersetzt die stark sanierungsbedürftige Kita Spielkiste am Frankenwall.

Vier Millionen Euro will die Awo investieren. Baustart soll Anfang 2020 sein. „Die Verträge sind unterschrieben. Wir bereiten jetzt den Bauantrag vor“, sagt Awo-Chef Peter Reizlein auf OZ-Anfrage.

Geplant ist ein Zweigeschosser, in dem 60 Kindergartenkinder und 132 Mädchen und Jungen im Hort betreut werden. Das Baugrundstück, dessen Umwidmung die Bürgerschaft befürwortet hat, wird die Awo Soziale Dienste gGmbH über Erbbaurecht von der Stadt pachten.

Die Nähe zum „Zwergenhauswill die Awo bewusst nutzen und plant das Ganze als Kinder-Campus. Zwei Jahre müssen sich die Eltern aber noch gedulden.

Wegen fehlender Unterbringsmöglichkeiten der Kinder aus der Spielkiste war Ende 2018 das Neubau-Projekt direkt am Frankenwall gescheitert. Man fand keine rentable Zwischenlösung für die Bauzeit, und das, nachdem man seit 2006 hart um das Projekt gekämpft und die Baugenehmigung nach fünfjährigem Bauantragsverfahren Mitte 2018 bekommen hatte.

Ines Sommer

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