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Stralsund Behrenwalde: Mehr Geld fürs Dorffest
Vorpommern Stralsund Behrenwalde: Mehr Geld fürs Dorffest
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15:17 03.12.2019
Auch 2015 wurde gefeiert, sogar eine Woche lang. Der Anlass damals: die Aufsiedlung des Ortes vor 80 Jahren. Quelle: Wenke Büssow Krämer
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Behrenwalde

Der Bundestag hat am Freitag den Haushalt für 2020 verabschiedet. Der Finanzplan für das kommende Jahr sieht Rekordausgaben in Höhe von 362 Milliarden Euro vor, davon sind fast 43 Milliarden für Investitionen vorgesehen, ebenfalls ein Rekordwert. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hält die schwarze Null.

Auch in der Gemeinde Weitenhagen, inmitten der festländischen Idylle Vorpommern-Rügens, wurde in dieser Woche das Zahlenwerk fürs kommende Jahr beschlossen. Hier geht es entsprechend beschaulicher zu. Die größte Investition 2020 soll ein Löschteich in Koitenhagen werden, um die Situation für die Feuerwehr im Falle eines Brandes zu verbessern. Der Standort ist noch offen, wird aber möglicherweise in der Nähe des Spielplatzes sein. 15 050 Euro sind dafür veranschlagt. Finanziert werden soll der pflegeleichte Folienteich über einen Kredit, der ab nächstem Jahr schon abzuzahlen ist. Die Kassenkredite der 250-Seelen-Gemeinde liegen damit insgesamt bei 125 816 Euro.

Was über Steuern eingenommen wird, fließt über Umlagen wieder ab

Die weiteren Ausgaben und Einnahmen sind im üblichen Rahmen. So nimmt die Gemeinde etwa 66 700 Euro über die Einkommenssteuer und 42 000 Euro aus der Gewerbesteuer ein. An den Landkreis müssen etwa 84 000 Euro und an das Amt Franzburg-Richtenberg rund 39 000 Euro über Umlagen abgeführt werden.

Einzig die Ausgaben für die Feste im kommenden Jahr sorgten für eine Diskussion der Gemeindevertreter. Ursprünglich waren 1500 Euro veranschlagt. „Damit kommen wir nicht weit“, sagte Jerome Martens (parteilos) und erntete Zustimmung. Behrenwalde will 2020 drei Tage lang und aus drei Gründen feiern: der 681. Geburtstag des Ortes sowie 85 Jahre Aufsiedlung des Dorfes. Auch 60 Jahre sozialistischer Frühling in der Landwirtschaft mit allen Folgen, die der damalige Weg zur Gründung landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften (LPG) für Behrenwalde und seine Bewohner mit sich brachte, ist ein Anlass. Datum zum Vormerken: 12., 13. und 14. Juni.

5000 Euro fürs Dorffest – anstatt 1500

Das Argument, dass nicht mehr jedes Jahr, sondern nur noch alle fünf Jahre ein Dorffest gefeiert wird und dafür dann entsprechend mehr Geld zur Verfügung stehen sollte, überzeugte die Mehrheit. Letztlich einigte sich das Gremium auf 5000 Euro. Zudem sollen Spenden eingeworben werden. Ein Teil des Geldes – 500 Euro – sind als Zuschuss für die Erstellung einer Ortschronik vorgesehen, die allerdings im kommenden Jahr nicht fertig wird. Wofür das restliche Geld konkret ausgegeben werden soll, ist noch offen. Allerdings gab Bürgermeisterin Jacobs im Nachgang zu bedenken, dass aufgrund der angespannten finanziellen Lage die Finanzaufsicht diese „freiwillige Leistung“ für das Dorffest streichen könnte.

Ferner stellte Jacobs die Idee vor, nach der einer der beiden Wohnblöcke in Behrenwalde zu einem Mehrgenerationenhaus ertüchtigt werden könnte. „Es sieht nicht schlecht aus“, gab sie eine Tendenz ab. Grund für den Optimismus: Die zuständige Wohnungsbaugesellschaft sei nicht abgeneigt. Zudem machten erste Pläne die Runde, wie die einzelnen Etagen gestaltet werden könnten.

Kathrin Jacobs ist Bürgermeisterin von Weitenhagen. Quelle: Christian Rödel

Gebiet für Windkraft kleiner als angegeben

Die Bürgermeisterin informierte zudem darüber, dass ein für den Bau von Windkraftanlagen ausgewiesenes Gebiet in der Nachbarschaft der Gemeinde zwischen Franzburg und Millienhagen nicht korrekt bemessen wurde. Das Katasteramt habe festgestellt, dass es kleiner sei als die angegebenen 35 Hektar, weshalb es dort nun nichts mehr mit der Windkraft werde.

Einstimmig fassten die Gemeindevertreter einen Grundsatzbeschluss, wonach bei der Neuverpachtung von kommunalen Flächen ein Prozent für ökologische Nutzung vorgesehen sein soll. Zudem soll auf dem Land gentechnik- und breitbandherbizidfrei gewirtschaftet werden. „Das ist unsere Maximalforderung. Ich sehe das als ein politisches Statement und hoffe, dass es eine Signalwirkung hat“, sagte die Bürgermeisterin. Würden zersplitterte Flächen gepachtet, so wird dieses eine Prozent auf die Gesamtgröße gerechnet. Die Regelung ist ab Januar gültig.

Bürger stellt eigenmächtig Sackgassenschild auf

Zudem wurde in der Gemeindevertretung noch etwas Kurioses berichtet: In Koitenhagen sei ein Sackgassenschild an einer Straße aufgestellt worden, die genau genommen nicht mal eine Sackgasse ist. Wer es dort aufgestellt hatte, konnte nicht geklärt werden. Vermutet wurde, dass die Person wohl den Verkehr auf diese Weise reduzieren wollte. Dies ist natürlich nicht zulässig. An die Vertreter des Amtes erging die Bitte, sich die Sache näher anzuschauen.

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