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Stralsund Publikum in Spendierhosen
Vorpommern Stralsund Publikum in Spendierhosen
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17:04 24.03.2019
Begeisterte vor allem mit ihren alten Hits bei der Benefiz-Gala des Stralsunder Chamäleon-Vereins: Veronika Fischer. Quelle: fotos (5): Christian Rödel
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Stralsund

Mit dem mehrdeutigen Slogan „Der Sturm wird stärker. Wir aber auch!“ wurde die 24. Benefiz-Gala am Samstagabend in der Alten Brauerei Stralsund symbolisch als Leitthema überschrieben. Dem veranstaltenden Verein „Chamäleon“ wehte der Wind tatsächlich im vergangenen Jahr stark ins Gesicht, was die finanzielle Unterstützung seiner Präventionsarbeit betraf. Die Wogen sich haben sich zwar wieder etwas geglättet, aber das Geld ist immer noch knapp, insbesondere was die technische Ausstattung der Mitarbeiter anbelangt. Die aus Wien stammende Moderatorin Joy Peters, hinter oder unter der ein Mann steckte, stellte zu Beginn des Abends an die Organisatoren kluge Fragen, um für das zahlende Publikum die finanziellen Strukturen des gemeinnützigen Vereins transparenter zu machen.

Chamäleon-Mitarbeiter Marko Bittner räumte im Interview auf der Bühne ein, dass die Personalkosten insgesamt zwar solide finanziert sind, aber alles, was darüber hinaus bezahlt werden muss, auf einem sehr wackeligen Fundament steht. So müssen sich mehrere Chamäleon-Mitarbeiter ein Dienstfahrzeug teilen, um ihre Arbeit beispielsweise an Schulen im gesamten Landkreis Vorpommern-Rügen logistisch absichern zu können. Chamäleon-Geschäftsführerin Maren Bittner sagte gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG, dass der Landkreis Vorpommern-Rügen für die nächsten zwei Jahre 60 000 Euro an Personalkosten für die Präventionsarbeit bereit stellt, doch keine zusätzlichen Kosten wie unter anderem für ein weiteres Dienstfahrzeug übernehmen kann.

Der mit viel Wienerischem Schmäh durch das Programm führende Travestie-Star Joy war mit den Antworten auf seine Fragen zufrieden und feuerte das Publikum an, die Spendierhosen anzuziehen und das Geldtascherl zu öffnen. Als Belohnung für die Großzügigkeit wurden Auftritte hochkarätiger Künstler in Aussicht gestellt, die dann auch wenig später auf der Bühne anspruchsvolle Darbietungen präsentierten. Den Auftakt bildete die Performance der „Michael Jackson Double Show“ in Erinnerung an den großen schwarzen Popstar, dessen zu Lebzeiten offenbar auch ausgelebten pädophilen Neigungen gerade im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen. Ob Michael Jackson wirklich so innocent (unschuldig) gewesen ist, wie auf der Bühnenleinwand zu lesen war, müssen nun Gerichte versuchen zu beweisen. Unabhängig davon hat Michael Jackson, und das ist unstrittig, auf großartige Weise Musikgeschichte geschrieben. Das Michael-Jackson-Double Joachim Wrig ließ in seiner musikalischen Playback-Show noch einmal die Meilensteine der Karriere dieses amerikanischen Ausnahmekünstlers bildstark Revue passieren.

Die akrobatischen drei jungen Männer des Trios „Tridiculous“ zogen beim nächsten Showact des Abends insbesondere die Blicke der jungen Galagäste auf sich. „Die drei waren richtig cool“, meinte der 15-jährige Stralsunder IGS-Schüler Johannes Risch, der mit seinen Eltern die Veranstaltung besuchte. Klassische Musik auf eine besondere Art brachten die vier jungen Virtuosinnen des Streichquartetts „La Finesse“ dem Publikum im restlos ausverkauften Saal des Kühlschiffes in der Alten Brauerei nahe. Beethovens 5. Sinfonie wurde von den vier jungen Frauen richtiggehend verrockt, und gerade diese ungewöhnliche Interpretation löste bei den Gala-Gästen große Begeisterung aus.

Viel Schabernack durften die beiden sächsischen Entertainer Schlicht & Kümmerling mit dem Publikum treiben. Das war nicht immer ganz jugendfrei, was das Dresdner Duo so von der Rampe ließ, aber was soll´s , die meisten Besucher haben die Witze unter anderem über Muttis Dederonschürzen aus DDR-Produktion nicht als anstößig empfunden. Gleich nach der Pause ging es mit einer lebenden Legende des DDR-Rocks weiter: Veronika Fischer begeisterte mit zwei Gitarristen an ihrer Seite vornehmlich die reifere Jugend im Saal. Nach der Vorstellung zweier Songs ihres aktuellen Albums „Wohin – Woher“ musste Vroni natürlich auch ein paar alte Hits zum Besten geben. Bei ihrem wohl bekanntesten Lied „Auf der Wiese haben wir gelegen, und wir haben Gras gekaut“ sang gefühlt mindestens der halbe Saal mit. Den Abschluss des Gala-Abends bestritten die ehemalige Stralsunder Singersongwriterin Caro und die hoch talentierte Chamäleon-Mitarbeiterin Johanna Grosenick mit eigenen und gecoverten Songs. Die genaue Spendenhöhe der 24. Benefiz-Gala stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest.

Christian Rödel

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