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Stralsund Bodenplatte für neue Montessori-Kita in Stralsund gegossen
Vorpommern Stralsund

Bodenplatte für neue Montessori-Kita in Stralsund gegossen

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19:00 15.01.2020
Das Projekt liegt voll im Zeitplan: Die Bodenplatte für die neue Kita gleich neben dem Montessori-Kinderhaus in Grünhufe ist gegossen, demnächst beginnt der Modul-Bau. Die Fertigteil-Kita soll im Sommer fertig sein. Quelle: Stefan Sauer
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Stralsund

Die Lütten aus dem Montessori-Kinderhaus in Stralsund drücken sich fast jeden Tag an der Fensterscheibe des Gruppenraums die Nase platt, denn auf der Baustelle gleich nebenan darf ihnen nichts entgehen. Sie beobachten, wie der Kita-Bau wächst. Und so ist den Mädchen und Jungen auch nicht entgangen, wie die Bodenplatte gegossen wurde. Inzwischen sind die Bauarbeiter dabei, die Anschlüsse für Strom, Wasser und Heizung zu legen.

Bis zum Sommer soll hier ein neues, zweites Kita-Haus entstehen. Rund zwei Millionen werden investiert. 1,5 Millionen kommen als Förderung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Eine halbe Million steuert der Montessori-Arbeitskreis aus eigener Kasse bei.

Kita-Bau voll im Zeitplan

In ein paar Tagen steht die Grundsteinlegung an. Die Kinder bereiten sich schon fleißig darauf vor – mit einem kleinen Ständchen, das sie einüben, aber auch mit einem Bild, das in der Schatulle versteckt und schließlich mit Hartgeld und Tageszeitung eingemauert werden soll.

„Wir liegen voll im Zeitplan, das milde Wetter hat uns gut in die Karten gespielt“, sagt Martina Blohm. Die neue Verwaltungsleiterin des Montessori-Arbeitskreises, die am 1. Januar die Nachfolge von Elke Reimann antrat, lobt außerdem die gute Zusammenarbeit mit den Bauleuten. „Die Firma Kleusberg aus Hamburg hat sich auf diese Modulbauweise spezialisiert, die bauen nicht nur Kitas, sondern auch Schulen und dergleichen.“

Montessori betreut über 700 Kinder

Am 1. April 1993 wurde der Montessori-Arbeitskreis in Stralsund gegründet. Heute betreibt der Verein vier Kitas, drei in der Hansestadt, eine auf Rügen. Der Träger setzt außerdem auf Essen aus der eigenen Küche, die sich in der Kita in Grünhufe befindet. Zwischenzeitlich gehörte auch der Hort der staatlichen Montessori-Schule in Stralsund zum Arbeitskreis. Diese Zusammenarbeit wurde 2015 beendet.

Insgesamt werden 718 Mädchen und Jungen vom Krippen- bis zum Hortalter betreut. Dahin stehen folgende vier Kitas: Seesternchen in Prora mit 80 Plätzen, Klabautermann mit 225 Kindern, Brunnenaue mit 73 Lütten und das Montessori-Kinderhaus in Grünhufe mit insgesamt 340 Plätzen, 52 davon in der Hort-Außenstelle „Wiesenblume“.

115 Mitarbeiter zählt der Kita-Träger– von der Küchenkraft bis zum Hausmeister. 35 von ihnen arbeiten als Erzieher, Kinderpfleger, Sozialassistent oder Heilerziehungspfleger, darunter drei männliche Fachkräfte. Auch ein Syrer arbeitet als Erzieher im Montessori-Kinderhaus. iso

Ob Kinder, Erzieher, Eltern oder Verwaltung – für alle ist der neue Anbau mit viel Aufregung verbunden. „Wenn man bedenkt, dass wir seit 2015 um diese Erweiterung kämpfen, ist wohl zu verstehen, dass wir uns jetzt riesig freuen. Man konnte zwischendurch den Glauben schon verlieren“, sagt die Verwaltungsleiterin und ergänzt: „Umso schöner ist es jetzt, jeden Tag den Baufortschritt zu verfolgen. Und wir waren selbst gefragt, denn wir mussten ja im Vorfeld auch die farbliche Gestaltung mitbestimmen oder festlegen, wo die Steckdosen installiert werden sollen.“

Bald schweben fertige Zimmer durch die Lüfte

So sieht das neue Kita-Haus aus. Im September 2020 könnten die 89 Kinder einziehen. Quelle: Ines Sommer

Mit Spannung wird nun die 7. Kalenderwoche erwartet. „Da kommen die Module, dazu muss hier auch die Straße gesperrt werden, das wird sicher in Grünhufe für Aufregung sorgen“, sagt Martina Blohm. Und die pädagogische Leiterin Christine Funke schiebt hinterher: „Viele konnten sich das ja nicht vorstellen. Aber es ist wirklich so: Die Bäder sind vormontiert, da schweben also Zimmer mit Waschbecken durch die Luft. Und irgendwelche Nähte sieht man nachher auch nicht mehr.“ Eben so ähnlich wie bei den DDR-Plattenbauten.

In der nächsten Etappe werden dann Dach- und Installationsarbeiten durchgeführt. Der Maler geht in die Räume, alle Anlagen müssen angeschlossen werden. Zudem wird die integrative Einrichtung auch einen Fahrstuhl bekommen.

Mehr als 300 Kinder werden in Grünhufe betreut

288 Lütte – 40 von ihnen allein in der Krippe – werden zurzeit in der größten Stralsunder Kindertagesstätte betreut. Dazu 52 Hortkinder, die in der Außenstelle Wiesenstraße umsorgt werden. „Wir platzen aus allen Nähten, deshalb haben wir ja schon vor Jahren Alarm geschlagen“, betonte Christine Funke immer wieder, denn ihr Haus hat auch die meisten Flüchtlingskinder aufgenommen – 80 insgesamt. Denn längst ist Montessori nicht nur ein Aushängeschild für gute Kinderbetreuung. Der einzige Kita-Träger in Grünhufe übernimmt auch viele soziale Aufgaben in dem Stadtteil mit 6500 Einwohnern.

Mit dem Neubau werden die Kapazitäten neu geordnet. Die Hortkinder aus der ehemaligen „Wiesenblume“ ziehen ins neue Gebäude um. Bei der Gelegenheit erfolgt gleich eine Aufstockung des Angebotes mit drei Kindergartengruppen, dahinter stehen insgesamt 45 Kinder. So bietet das neue Haus Platz für rund 90 Mädchen und Jungen.

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Mehr zur Autorin: Ines Sommer

Von Ines Sommer

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