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Stralsund Brandschutz in der Schule verschlingt eine halbe Million
Vorpommern Stralsund Brandschutz in der Schule verschlingt eine halbe Million
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05:55 27.03.2018
Der Brandschutz an der Nieparser Schule kostet eine halbe Million Euro.
Der Brandschutz an der Nieparser Schule kostet eine halbe Million Euro. Quelle: Ines Sommer
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Niepars

Eine große Investition schiebt die Gemeinde Niepars seit langem vor sich her: 540 000 Euro sind insgesamt fällig, um die Regionalschule in puncto Brandschutz an den neuesten Standard anzupassen. „Wir haben schon im letzten Jahr mit der Maßnahme angefangen, aber auch 2018 schlägt so eine Investition zu Buche, so dass wir uns keine andere große Sache mehr leisten können“, sagt Bürgermeisterin Bärbel Schilling (parteilos).

Das Brandschutzkonzept fordert zum Beispiel, dass die Kinder im Falle eines Feuers den Treppenaufgang von oben nach unten nutzen können, ohne dabei von Flammen überrascht zu werden. „Dafür wurden so genannte Brandschutzvorhänge angebaut. So bald es brennt, gehen die automatisch runter, und die Schüler haben einen sicheren Fluchtweg über den Flur raus ins Freie“, erklärt Bärbel Schilling. Brandschutztüren im gesamten Haus gehörten ebenso dazu wie neue Schächte und neue Leitungen. Außerdem musste im Flur die Decke erneuert werden.

Bärbel Schilling, die bis vor ein paar Jahren selbst als Lehrerin an der Schule gearbeitet hat, hofft, dass das Projekt vielleicht doch günstiger wird. Doch es liegen noch nicht alle Schlussrechnungen vor. Bleibt es bei 540 000 Euro, können laut Fördermittelbescheid 351 000 Euro beim Land abgefordert werden. „Den Eigenanteil konnten wir ohne Kredit stemmen. Darauf sind wir schon ein bisschen stolz“, sagt die Bürgermeisterin und führt das auf sparsames Wirtschaften zurück.

Ein zweite wichtige Maßnahme auf dem Schulgelände steht im 2018er-Haushalt – die Sanierung des Sporthallendaches. Das Wasser bahnt sich hier schon seinen Weg in die Halle. Da es sich dabei allerdings um eine Reparatur handelt, gibt es weder Fördermittel, noch tauchen die Arbeiten als Investition auf. Sie laufen unter Bewirtschaftung und Instandsetzung. 180 000 Euro sind dafür eingeplant. „Die Ausschreibung geht jetzt raus. Wir hoffen, dass die Arbeiten von der letzten bis zur ersten Schulwoche, also in den Sommerferien, durchgezogen werden können“, hofft die 70-Jährige.

Dringend gebraucht wird zudem ein neues Feuerwehrauto. Geschätzte Kosten 91000 Euro. „Das Geld haben wir im Moment nicht. Deshalb ist beim Kreis ein Fördermittelantrag gestellt worden. Wir werden sehen, ob wir damit erfolgreich sind. Insofern ist die Zeitplanung da offen“, sagt das Gemeindeoberhaupt.

Und welche Wünsche hat Bürgermeisterin Bärbel Schilling, wenn sie so an die nächsten Jahre denkt? „Einerseits würde ich mich freuen, wenn wir mit unserem Wohngebiet westlich der Gartenstraße in Niepars weiterkommen. Da ist jetzt der Investor gefragt, wir haben alle unsere Hausaufgaben gemacht – vom Bebauungsplan bis zur Waldumwandlung.“ Und auch für die alte Kaufhalle erhofft sich Bärbel Schilling eine Lösung. Die ist allerdings ohne einen kräftigen Griff in die Gemeindekasse nicht in Sicht – ebenso wenig wie die Umgestaltung des Gebäude-Ensembles im Nieparser Park...

Sommer Ines