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Stralsund Tribseeser Bäume fallen Kettensägen-Attacke zum Opfer
Vorpommern Stralsund Tribseeser Bäume fallen Kettensägen-Attacke zum Opfer
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05:48 19.12.2018
Abgesägte Bäume liegen in Tribsees am Straßenrand – es ist nicht das erste Mal, dass Bäume absichtlich zerstört wurden. Quelle: foto: Ordnungsamt Tribsees
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Tribsees

Viele Tribseeser verstehen die Welt nicht mehr. Gerade erst wurden frisch gepflanzte Apfelbäume abgeknickt und damit vernichtet, da schlugen schon wieder Baumfrevler zu. Diesmal kamen die Übeltäter mit der Motorkettensäge und legten vier schon ein paar Jahre alte Rotdornbäume um – sägten sie ein Stück über dem Boden ab.

„Das ist doch nicht mehr normal, hier kann von Vandalismus keine Rede mehr sein, für mich ist das eine gezielte Tat. Gerade beim Rotdorn in der Nordquebbe sieht es für mich danach aus, als wenn jemand ein Zeichen setzen will. Da will einer seinen Unmut äußern, aber gegen was? Gegen die Welt, gegen die Stadt? Ich weiß es nicht. Aber frisch Gepflanztes mit der Kettensäge zu fällen und die Bäume daneben abzulegen, ist krass“, sagt Thomas Molkentin. Der Tribseeser CDU-Bürgermeister hat reagiert. „Erstens haben wir als Kommune Anzeige gegen Unbekannt erstattet, zweitens setze ich 100 Euro Belohnung aus für denjenigen, der mir Hinweise gibt zum Verursacher oder besser gesagt: zum Täter.“

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Es scheint fast so, als ob sich Vandalen in Tribsees zum Ziel gesetzt haben, in der Stadt alle Bäume zu vernichten. „Sie zerstören damit die fleißige Arbeit anderer und vernichten das Grün in unserer Stadt“, ärgert sich auch der Tribseeser Harry Lembke. Denn die Baumzerstörungswut in der Trebelstadt kennt zurzeit keine Grenzen. Bereits im Sommer wurden 20 von Schulkindern gepflanzte Apfel-, Birnen- und Kirschenbäume in der Willi-Braun-Straße nahe der Schule einfach abgebrochen.

„Ich hätte heulen können, als ich das gesehen habe“, so Angelika Schöning vom Ordnungsamt Recknitz-Trebeltal. „Wir haben diese Bäume für die Kinder gepflanzt, das sind buschige Pflanzen, die nicht so groß werden, damit die Kinder ankommen und davon naschen können. Da hingen ja sogar schon die ersten Früchte dran“, sagt die Verwaltungsmitarbeiterin und kann es nicht verstehen, dass jemand so etwas Kindern antut. Auch von den im November als Ersatz gepflanzten Bäumen in der Thälmann-Straße – bezahlt vom Sponsor EEN aus Greifswald – fiel ein Großteil Vandalen zum Opfer. „Von 19 Bäumen insgesamt wurden 14 abgeknickt“, berichtet Angelika Schöning. Allein das sei ein Schaden von 2000 Euro gewesen. Und nun mussten die vier Rotdornbäume an der Nordquebbe dran glauben.

Für Bürgermeister Thomas Molkentin sind hier zwei Muster zu erkennen. „Die einen knicken ab, das sind für mich Halbwüchsige, die nicht nachdenken. Gerade im ersten Fall wurden auch Teenager am Ort des Geschehens beobachtet. Bei den Bäumen in der Nordquebbe sehe ich jemanden, der von Hass getragen ist.“ Leider, so der Bürgermeister, gebe es noch keine Hinweise auf die Baumfrevler. „Wer etwas gesehen hat, sollte sich unbedingt bei uns melden.“

Auf Ersatzpflanzungen werde die Stadt vorerst verzichten, so Thomas Molkentin. „Man findet ja keinen, der etwas bezahlt, was gleich wieder zerstört wird!“ Und einen achtsamen Polizisten, der in Tribsees täglich seinen Rundgang macht, gibt es schon lange nicht mehr.

Ines Sommer

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