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Stralsund Bürgermeister begrüßt Mindestlohn für Friseure
Vorpommern Stralsund Bürgermeister begrüßt Mindestlohn für Friseure
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06:33 11.06.2015
OB Alexander Badrow besuchte am Mittwoch das Stralsunder Unternehmen „Meisterwelle“.
OB Alexander Badrow besuchte am Mittwoch das Stralsunder Unternehmen „Meisterwelle“. Quelle: Miriam Weber
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Stralsund

Als indiskutabel bezeichnet Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) die Frage nach dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro für Friseure, den sie ab dem 1. August erhalten. „Der muss kommen“, machte Badrow bei seinem Unternehmensbesuch am Mittwoch im Friseursalon „Meisterwelle“ deutlich. „Es ist absolut wichtig, dass es den Mindestlohn gibt und es ist ein Zeichen für die Wertschätzung der Arbeit.“

Mit dieser Haltung weicht Badrow von der Linie der CDU ab. Viele Christdemokraten sehen den Mindestlohn nach wie vor kritisch.

Das Thema Mindestlohn beherrscht derzeit den Alltag der Friseurinnen, wie Petra Jendreck, Geschäftsführerin des traditionsreichen Hauses erklärt.

„Nach jeder Preiserhöhung, die nun auch kommen muss, wenn wir den Mindestlohn ab August zahlen, haben wir bei der Kundenhäufigkeit einen Einbruch von 20 Prozent.“

Das bedeutet nicht, dass die Kunden wegfallen, sondern dass sie nicht mehr so häufig wie früher den Friseur aufsuchen. Es dauere etwa ein Jahr, bis sich das wieder einpegelt hat. „Da leiden wir noch unter den Billigpreisen, die früher für das Frisieren angeboten wurden“, schaut Petra Jendreck zurück.

An diesem Punkt setzte Alexander Badrow an: „Wir müssen es schaffen, dass Bewusstsein in der Bevölkerung für das, was hier geleistet wird, zu stärken. Da muss es ein Gleichgewicht geben.“ Friseurmeisterin Carola Klein ergänzt: „Wir haben täglich damit zu tun, dass die Kunden zwar den Mindestlohn für uns wünschen, aber oft nicht bereit sind, dann auch mehr für unsere Leistungen zu zahlen.“



Miriam Weber