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Stralsund Busfahrplan kräftig ausgedünnt
Vorpommern Stralsund Busfahrplan kräftig ausgedünnt
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21:36 17.02.2016
Ein Bus der Linie 1 nach Vermorgen hält an der Haltestelle am Hauptbahnhof in Stralsund. Quelle: Jens-Peter Woldt
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Stralsund

Nutzer des Busverkehrs in Stralsund kritisieren den neuen Winterfahrplan heftig. Grund: Nach dem Wegfall der Linie 2 zwischen Viermorgen und Altefähr ist das Angebot der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) auf der Strecke auf weniger als ein Drittel zusammengeschrumpft.

Während bis vor zwei Wochen im Kernbereich dieser Linie zwischen Viermorgen und dem Hauptbahnhof zumindest montags bis freitags noch 36 Abfahrten angeboten wurden, sind es jetzt nur noch elf. Verteilt sind sie auf die Linien 1 und 8.

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Vor allem Anwohner der Barther Straße leiden unter dem wesentlich geringeren Angebot. Zu den Betroffenen zählt auch Ines Mieth. „Viele ältere Menschen sind auf den Bus angewiesen, wenn sie ins Stadtzentrum wollen“, schimpfte sie. Auch wer seine Angehörigen im Seniorenzentrum „Am Tierpark“ oder in der Senioren-WG des Pflegedienstes Prettin besuchen will, habe kaum noch Gelegenheit, daie Einrichtungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Am Wochenende würden überhaupt keine Busse in dem Bereich fahren. Ein Blick in den neuen Fahrplan verrät tatsächlich: Sonnabends und sonntags gibt es zwischen Hauptbahnhof und Viermorgen überhaupt kein Angebot der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen mehr. Vor dem 1. Oktober 2015 gab es sogar sonntags noch 13 Fahrten zwischen diesen Haltestellen pro Richtung.

VVR-Sprecher Michael Lang räumte gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG gestern ein, dass auch bei der Gesellschaft in den vergangenen Tagen mehrere Beschwerden wegen des geringeren Angebots zwischen Viermorgen und Rügendammbahnhof/Altefähr eingegangen sind. „Wir nehmen die Hinweise auf und prüfen sie“, sagte er. Kurzfristig werde es aber keine Änderung in dem Fahrplan geben.

Lang verwies darauf, dass es im Vorfeld umfassende Bedarfsanalysen gegeben hat. Die Ergebnisse sind nach seinen Angaben auch in die Gestaltung des Angebots eingeflossen. Darüber hinaus verwies er auf die öffentlichen Fahrplankonferenzen, die im Sommer stattgefunden haben. Sie boten die Möglichkeit, Einfluss auf die Gestaltung des neuen Fahrplans zu nehmen.

Eine schnelle Änderung zugunsten häufigerer Abfahrten ist nach Auffassung der Entscheidungsträger in dem Verkehrsunternehmen nicht möglich, weil die Dienst- und Ablaufpläne zu komplex sind, um sie ohne weitreichende Auswirkungen auf andere Linien durchzusetzen.



Jens-Peter Woldt