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Stralsund Stralsunder Schülerin positiv getestet: Warum muss nicht die ganze Klasse in Quarantäne?
Vorpommern Stralsund

Corona-Fall an Stralsunder Schule: Wer muss in Quarantäne?

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14:21 13.08.2021
Eine Schülerin der IGS Grünthal in Stralsund bekam am Montag ein positives Testergebnis.
Eine Schülerin der IGS Grünthal in Stralsund bekam am Montag ein positives Testergebnis. Quelle: privat
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Stralsund

Ein positiver Covid-19-Test einer Schülerin sorgt für Fragen bei den Eltern der Mitschüler. Zwei Tests pro Woche sind für Schüler vorgeschrieben. Auch in der Integrierten Gesamtschule Grünthal erfolgen diese jeweils montags und mittwochs. Während einige Schulen die Tests den Schülern mit nach Hause geben und sich dann jeweils eine Unterschrift für die negative Testung vorlegen lassen, werden in der IGS die Testungen in der Klasse durchgeführt.

„Nun kam mein Kind am Montag nach Hause und berichtete, dass der Test bei einer Schülerin der Klasse positiv ausfiel. Sie wurde nach Hause geschickt, sollte sich erneut testen und befindet sich jetzt in Quarantäne“, berichtet eine Mutter. „Außerdem wurde wohl nur noch die beste Freundin ebenfalls in Quarantäne geschickt. Muss jetzt nicht mehr die gesamte Klasse in Isolation und warum informiert uns die Schule nicht über die Sachlage“, fragt die verunsicherte Stralsunderin.

Keine Gruppenisolation mehr im Falle einer Infektion

Während im Frühjahr beim Auftreten einer Infektion nur eines einzelnen Kindes noch ganze Klassen oder Jahrgänge, ebenso wie Kitagruppen nach Hause geschickt wurden, hat das Land inzwischen diese Regelung gelockert. Nur noch die betroffene Person selbst und deren engste Kontaktpersonen fallen jetzt unter die Quarantäneregelung.

In diesem Fall hält Dr. Jörg Heusler eine Isolierung aller Mitschüler auch für überflüssig. „Bei einer positiven Testung oder dem Auftreten von ersten Symptomen schaut man sich die Kontaktpersonen der letzten zwei Tage an, da dies der Zeitrahmen ist, in dem die Ansteckungsgefahr am wahrscheinlichsten ist“, erklärt der Fachdienstleiter Gesundheit im Landkreis. „Da dieser positive Test an einem Montagmorgen vorlag, werden also nur die Kontaktpersonen des Wochenendes ebenfalls in Quarantäne geschickt“, so Jörg Heusler. Außerdem berichtet er, dass sich die Infektion im familiären Umkreis ereignet hat.

Testungen im Klassenraum notwendig?

Diese Informationen hätten sich manche Eltern von der Schule gewünscht. Die Mitteilung über die Infektion eines Mitschülers nur durch das eigene Kind hinterlässt Fragen. So macht sich manch ein Elternteil Sorgen, dass ihr Kind Ausgrenzung durch die Mitschüler erfahren könnte, wenn es in der Klasse plötzlich mit der Infektion konfrontiert und vor den Augen der anderen Kinder nach Hause geschickt wird. In der häuslichen Umgebung könne da entspannter auf ein positives Ergebnis reagiert werden.

Dies war bei der nun betroffenen Schülerin zum Glück nicht der Fall. „Da auch zwei Tests in der Klasse fehlerhaft waren und kein Ergebnis anzeigten, hatten die Schüler hier wohl auch an der Richtigkeit des positiven Ergebnisses gezweifelt und blieben entspannt“, berichtet die Mutter weiter.

Impfstart an den Schulen

In der ersten Woche des Schuljahres registrierte das Gesundheitsamt des Landkreises nur einen positiven Fall in Stralsund und einen weiteren in Barth. Insgesamt vermeldet der Landkreis derzeit 16 Infizierte in der Hansestadt, 23 in Nordvorpommern und vier auf Rügen. In stationärer Behandlung befindet sich kein Patient.

Steigende Corona-Inzidenz mit Schulbeginn

Seit dem Start ins neue Schuljahr verzeichnet der Landkreis Vorpommern-Rügen einen leichten Anstieg der Corona-Inzidenz. Lag der Wert der 7-Tages-Inzidenz Ende Juli noch ungefähr bei 1, hat er sich zuletzt bis Mitte August bei 10 eingependelt. Im landesweiten Vergleich steht Vorpommern-Rügen damit gut da. Rostock und Schwerin lagen zuletzt deutlich über dem Wert von 30.

Unter den wenigen neuen Fällen in Vorpommern-Rügen tauchen vereinzelt auch Schüler auf. In der ersten Woche des Schuljahres registrierte das Gesundheitsamt des Landkreises jedoch nur einen positiven Fall in Stralsund und einen weiteren in Barth. Insgesamt vermeldete der Landkreis zuletzt (Stand Freitagmittag) 43 Infizierte insgesamt. Davon 16 in der Hansestadt, 23 in Nordvorpommern und vier auf Rügen.

In stationärer Behandlung befindet sich momentan kein Patient. Die Corona-Station am Helios Hanseklinikum Stralsund ist seit rund einem Monat verwaist. Der letzte Corona-Patient, der auf der Intensivstation behandelt werden musste, ist noch länger her. Laut einem Helios-Bericht wurde dieser in der Woche vom 21. Juni 2021 von der Intensivstation entlassen.

Am Donnerstag wurden die Schulen nun informiert, dass ab Montag die Impfteams in die Schulen kommen. Darüber informierten die Schulleitungen ihre impfbereiten Jugendlichen. Die dafür notwendigen Aufklärungsbögen und Einwilligungsformulare müssen dafür aus dem Internet runtergeladen und bei unter 18-Jährigen auch von den Eltern unterschrieben mitgebracht werden.

Von Wenke Büssow-Krämer