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Stralsund DGzRS-Crew rettet 25-jährige Frau aus Stralsunder Hafenbecken
Vorpommern Stralsund

DGzRS-Crew rettet Frau aus Stralsunder Hafenbecken

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15:46 29.12.2019
Das Seenotrettungsboot Otto Behr der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) kam am Sonntag in Stralsund zum Einsatz. Hier wurde eine junge Frau in letzter Minute aus dem Hafenbecken gerettet. Quelle: Felix Kersten
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Stralsund

Da waren die Stralsunder Seenotretter am Sonntagmorgen zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Sie holten kurz nach 10 Uhr direkt vor ihren Augen eine junge Frau aus dem Hafenbecken und retteten der 25-Jährige damit in letzter Minute das Leben. Sie ist inzwischen außer Lebensgefahr.

Mannschaft war gerade beim Fototermin

Acht Rettungsmänner und -frauen der DGzRS-Station Stralsund hatten sich gerade am Querkanal getroffen, um sich mit den nagelneuen Überlebensanzügen der Seenotretter vertraut zu machen. „Als wir um kurz nach zehn Uhr ein Erinnerungsfoto der Mannschaft machen wollten, hat eine unserer Freiwilligen die junge Frau im Wasser erblickt“, berichtet Vormann Joachim Venghaus.

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Großer Worte des Vormanns brauchte es nicht: Drei mit Überlebensanzug bekleidete Seenotretter sprangen sofort ins Wasser und schwammen zu der jungen Frau. Der Vormann selbst und zwei weitere Seenotretter besetzten das Seenotrettungsboot „Otto Behr“, das in diesen Wochen zur Vertretung der in der Werft befindlichen „Hertha Jeep“ in Stralsund stationiert ist.

25 Jahre alte Frau schwamm im Wasser

Die 25 Jahre alte Frau schwamm nördlich der Querkanal-Klappbrücke am Ausgang zum Strelasund. Der ehrenamtliche Seenotretter Stephan Strobel erreichte sie als Erster. Als er und seine beiden Kollegen bei ihr eintrafen, wurde sie noch im Wasser bewusstlos.

Die Rettungsmänner brachten sie zu einer steinernen Hafentreppe. Dort ging die „Otto Behr“ längsseits und versorgte die nur leicht bekleidete Frau mit wärmenden Decken. Im Hafen übergaben die Seenotretter die Gerettete zur weiteren Versorgung an den Rettungsdienst.

Bewusslose Frau an Rettungsdienst übergeben

Per Schiff suchten die Seenotretter anschließend noch einen Bereich des Stadthafens rund um zwei dort liegende Fährschiffe ab. „Wo ein Mensch im Wasser ist, können auch mehrere sein“, sagt Vormann Venghaus. Doch die Suche blieb ergebnislos. Die junge Frau gab später an, allein im Wasser gewesen zu sein.

Warum die Frau leicht bekleidet war und im Wasser landete, untersucht jetzt die Wasserschutzpolizei, die die Ermittlungen aufgenommen hat. „Unsere Kollegen sind jetzt im Krankenhaus und befragen die Frau. Mehr können wir noch nicht sagen. Die näheren Umstände des Unglücks kennen wir noch nicht. Fakt ist aber, dass die Frau außer Lebensgefahr ist“, so ein Sprecher der Wasserschutzpolizei auf OZ-Anfrage.

Die Befragung der Verunglückten gestaltete sich schwierig, und so war am Nachmittag immer noch nicht klar, wo die Frau wohnt und warum sie ins Wasser gefallen ist. „Wir wissen nicht, ob es ein Unfall oder Absicht war“, hieß es. Die Untersuchung der Wasserschutzpolizei-Inspektion in Stralsund läuft deshalb weiter.

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Von Ines Sommer