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Stralsund DJ Streifenhoernchen nach Party in Altefähr: „Jetzt wird jeder Termin für Party genutzt!“
Vorpommern Stralsund

DJ Streifenhoernchen nach Party in Altefähr: „War eine fette Nummer“

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12:22 22.07.2021
Endlich wieder auf der Bühne: So sehr genießt DJ Streifenhoernchen das Publikum wieder live zu sehen.
Endlich wieder auf der Bühne: So sehr genießt DJ Streifenhoernchen das Publikum wieder live zu sehen. Quelle: Felix Seidenfaden
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Stralsund

„Gänsehaut“, mit diesem einem Wort beschreibt DJ Streifenhoernchen die 90er-Party vom Wochenende in Altefähr. „Das war schon eine fette Nummer“, sagt er weiter. Zusammen mit den DJ-Kollegen Alex Megane und Alex Del Mar brachte der Stralsunder 2000 Leute zum Tanzen – und das obwohl er am Sonnabend eigentlich gar nicht aufgetreten wäre.

„Ich war eigentlich nicht gebucht. Aber ich hatte Bock. Da habe ich mit Alex Megane telefoniert und wir haben uns dazu entschlossen, gemeinsam aufzutreten“, erklärt Felix Seidenfaden, wie es dazu kam. Bereits seit 10 Jahren ist der 29-jährige in ganz MV als DJ Streifenhoernchen unterwegs. In der Hansestadt bespielt er meistens die Plattenteller in den Clubs T1 oder Miura. „Ich war schon in fast allen Locations des Bundeslandes“, betont Seidenfaden jedoch stolz. Auf die Frage, ob er denn nicht auch national auftreten möchte, antwortet er mit einem entschiedenen Nein: „Ich möchte auf jeden Fall hier bleiben. MV ist affengeil.“

„Menschen zum Lachen bringen, ist das Schönste für mich“

Der Name Streifenhoernchen stammt dabei noch aus seiner Schulzeit. „Ich hatte in der sechsten Klasse eine ganz schlimme Frisur, deshalb nannten mich alle Streifenhörnchen“, gesteht der DJ. In seinem Künstlernamen wird aus dem „ö“ aber ein „oe“. Darauf legt er besonderen Wert. Als er dann 2012 bei der Gewerbeanmeldung gefragt wurde, wie er denn heißen möchte, fiel ihm dieser Spitzname wieder ein.

„Den peinlichen Namen trage ich mit Stolz“, sagt Seidenfaden entschieden. „Ich sage ihn solange, bis ihn auch jeder kennt.“ So tritt er als DJ Streifenhoernchen in Bars, Discotheken und Clubs auf. Und seit drei Jahren auch auf Hochzeiten.

Was DJ Streifenhoernchen im normalen Leben macht

Auch sein Job hat irgendwie mit Streifen zu tun. So arbeitet der gebürtige Binzer unter der Woche als Assistent eines Strafverteidigers. Ein harter Kontrast zu den schrillen Wochenenden. „Die Musik ist einfach Teil meines Lebens. Auf der Bühne zu stehen und Menschen zum Lachen bringen, ist das Schönste für mich“, begründet er die ungewöhnliche Kombination. Umso härter traf ihn der Lockdown.

Live-Streams können Live-Konzerte nicht ersetzen

„Die letzen Monate waren sehr hart für mich. Ohne Bühne auf der ich Leute unterhalten kann, bin ich einfach traurig“, gibt DJ Streifenhoernchen zu. „Die gute Laune habe ich ja trotzdem, nur kann ich sie nicht rauslassen und mit anderen teilen.“ Zwar habe er sich an Livestreams ausprobiert, diese konnten die Live-Konzerte jedoch nicht ersetzen. So war er im März zusammen mit DJ Rudi bei einem Livestream von Strelasound zu sehen. Die beiden verkleideten sich und legten die besten Schlager-Hits auf. „Wir wollten die Leute einfach mal wieder zum Lachen bringen“, erklärt er die Sonnenblumen-Anzüge.

Dennoch fehlte das Publikum. „Wenn ich auf der Bühne stehe, sehe ich ja gleich, ob es den Leuten gefällt. Wenn sie Spaß haben und sich bewegen, ist die Stimmung gleich ganz anders. Dieses Feedback fehlt bei den Streams einfach“, berichtet Seidenfaden.

Branche blickt in ungewisse Party-Zukunft

Doch wie geht es weiter? „Derzeit ist noch nichts geplant“, antwortet DJ Streifenhoernchen auf die Frage, wo er als nächstes zu sehen sein wird. Schließlich seien 80 Prozent der Locations derzeit weggefallen. Wie sich die Corona-Situation im Herbst und damit einher die Party-Branche entwickeln wird, kann der Unterhalter nicht genau sagen. „Ich befürchte, dass uns die Situation noch eine Weile beschäftigen wird. Die Impfbereitschaft ist derzeit einfach noch zu gering und wie sich die Delta-Variante auswirkt, ist auch noch unklar“, erläutert Seidenfaden.

„Jeder freie Termin wird für Party genutzt“

Dennoch: „Jeder freie Termin wird für Party genutzt“, kommentiert er die Lage der Veranstalter. So versuchen sie vor September noch möglichst viele Partys von Rügen bis Usedom auf die Beine zu stellen. Laut Seidenfaden müsse man sich an die Situation gewöhnen. Ob er auch wieder in Stralsund auflegen kann – vielleicht auf einer Beachparty im Stralsunder Strandbad – ist ungewiss. Dort seien die Regularien strenger als in Altefähr – wo bis in den frühen Sonntagmorgen gefeiert und getanzt werden konnte.

Auch wegen Impfstoff: Streifenhoernchen bleibt optimistisch

Trotzdem blickt er optimistisch in die Zukunft: „Fakt ist, die Leute wollen feiern. Irgendwann muss es also wieder möglich sein. Zumal alles auch so schnell geht, ich meine, wir haben innerhalb eines Jahres einen Impfstoff entwickelt, der kostenlos zur Verfügung steht.“ So hofft DJ Streifenhoernchen, wieder öfter auf der Bühne zu stehen. Angst vor sogenannten „Superspreading Events“ hat er dabei nicht. Denn sie würden draußen feiern – und das Gesundheitsamt Vorpommern-Rügen würde die Hygiene-Konzepte streng kontrollieren.

Von Barbara Waretzi