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Stralsund Dachschaden in Stralsunder Kita: Zwergenkinder müssen umziehen
Vorpommern Stralsund Dachschaden in Stralsunder Kita: Zwergenkinder müssen umziehen
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12:41 31.05.2019
Baupfusch in der Stralsunder Kita Zwergenhaus: Die Dachkonstruktion muss komplett erneuert werden. Deshalb ziehen die Kinder um. Quelle: Pröber
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Stralsund

Nicht zu fassen: In der 2012 neu gebauten Kindertagesstätte „Zwergenhaus“ müssen jetzt einige Räume gesperrt werden. Eine Untersuchung hatte gravierende Mängel zu Tage gefördert – in der Raumluft wurden Sporen von Schimmelpilzen gefunden, hervorgerufen durch Feuchtigkeitsschäden im Dachstuhl.

„Wir haben uns umgehend mit den zuständigen Fach- und Genehmigungsbehörden in Verbindung gesetzt und Sofortmaßnahmen getroffen“, sagte Peter Reizlein, Geschäftführer Awo Soziale Dienste Vorpommern gGmbH. „Die Gesundheit der Kinder und Mitarbeiter hat oberste Priorität“, unterstrich der Awo-Chef, selbst Vater von vier Kindern, gegenüber der OZ und betonte: „Wir haben die Eltern am Dienstagabend über die Lage informiert.“

Baupfusch in der Stralsunder Kita Zwergenhaus: Die Dachkonstruktion muss komplett erneuert werden. Deshalb ziehen die Kinder um. Quelle: Pröber

Jörg Heusler, Fachdienstleiter Gesundheit in der Kreisverwaltung Vorpommern-Rügen, sagte den besorgten Eltern, dass vorbeugend alles unternommen werde, um gesundheitliche Beeinträchtigungen wie allergische Reaktionen zu vermeiden. Vollkommen ausschließen könne er sie allerdings nicht, so Heusler, Facharzt für Allgemeinmedizin und Öffentliches Gesundheitswesen. „Grundsätzlich sind Schimmelpilze überall in der Umgebung des Menschen vorhanden, vor allem auf dem Lande.“ Eltern von asthmakranken oder stark immungeschwächten Kindern riet er, sich mit den aktuellen Messergebnissen von ihrem Arzt beraten zu lassen.

„Bereits Anfang der Woche begann eine Spezialfirma, erste Räume staub- und luftdicht zu versiegeln, Einrichtungsgegenstände hygienisch zu reinigen und eine Dachdurchlüftung zu aktivieren“, so Reizlein. Diese Sanierungsarbeiten, die in mehreren Bauabschnitten in den nächsten Wochen fortgesetzt werden, bleiben nicht ohne Auswirkungen auf die Betreuung: Drei Kindergartengruppen, darunter die Vorschulkinder, werden zeitweise in der benachbarten „Spielkiste“ betreut.

Da sich die Baumängel vor allem im Gebäudebereich an der Karl-Marx-Straße zeigten, sind die Krippenkinder vom Umzug nicht betroffen. Sie bleiben in ihren gewohnten Räumen im anderen Flügel des „Zwergenhauses“. Eine Schließung der Einrichtung sei nach Meinung der Experten nicht nötig. Frank Ritter, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger, erklärte das so:

„Starke Schimmelflecken an den Wänden wären sicher schwerwiegender als die jetzt vorhandenen Sporen in der Luft.“ Trotzdem seien die aufgetretenen hygienischen Mängel „nicht tolerierbar“, meinte Ritter. Der erfahrene Gutachter geht davon aus, dass die bereits begonnenen Sofortmaßnahmen zu einer Raumqualität „ohne Befund“ führen werden. So könne dringend benötigte Zeit für die Vorbereitung der eigentlichen Sanierungsarbeiten gewonnen werden.

Besonders bitter: Als Ursache für die Feuchtigkeitsschäden gelten Konstruktions- und Baumängel am Dachstuhl, der nach derzeitigem Stand vollständig entfernt werden muss. Awo-Chef Peter Reizlein erklärte in diesem Zusammenhang, dass bereits juristische Schritte eingeleitet wurden. Denn die Kita war erst 2012 neu gebaut worden.

Mit der neuen Dachkonstruktion, so der Awo-Chef, ist inzwischen ein anderes Architektenbüro beauftragt worden. Für die Dauer der Bauphase favorisiert die Arbeiterwohlfahrt als Träger der Kita eine Container-Lösung. „Allerdings sind dafür noch behördliche Hürden zu nehmen und Baugenehmigungen einzuholen. Da sind wir dran, arbeiten eng mit den Ämtern zusammen“, sagte die kaufmännische Leiterin Dr. Catrin Dohse und ergänzte: „Trotz der nicht einfachen Situation verlief die Diskussion am Dienstagabend sachlich und konstruktiv.“

Mit regelmäßigen mikrobiologischen Messungen, die Frank Ritter als Sachverständiger weiter begleiten wird, und zeitnahen Informationen über den Sanierungsstand setze die Awo weiterhin auf ein offenes und vertrauensvolles Verhältnis zu den Eltern, betonte Geschäftsführer Peter Reizlein gegenüber der OZ.

Die Dachkonstruktion der Kita an der Karl-Marx-Straße muss komplett erneuert werden. Deshalb ziehen die Kinder um, auch die Möbel mussten raus. Quelle: Pröber

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