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Stralsund Däne siegt im WM-Semifinale in Stralsund
Vorpommern Stralsund Däne siegt im WM-Semifinale in Stralsund
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00:47 26.05.2019
Speedway-Junioren-WM in Stralsund 25. Mai 2019: Hier Dominik Kubera (Polen) vor dem Dänen Tim Sörensen. Quelle: (c) bernd.quaschning@t-online.de
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Stralsund

Das Halbfinale der Speedway-Weltmeisterschaft in Stralsund am Samstag hatte wirklich mehr als 900 Zuschauer verdient. Denn die internationale Elite der Bahnsport-Youngster zeigte heiße Rennen, am Start waren 16 Fahrer aus 12 Ländern. Da wurde sich nichts geschenkt – so wie man es von jungen Wilden erwartet. Am Ende hatten sich aber doch die Favoriten durchgesetzt. Und das waren Frederik Jakobsen aus Dänermark und Dominik Kubera aus Polen.

Ein Halbfinale – zwei Stechen

Nach 20 Läufen hatten beide 14 Punkte. So musste schließlich ein Stechen über den Sieg entscheiden, allerdings hatten beide da schon ihre Final-Fahrkarte in der Tasche. Jakobsen hatte den besseren Start, Kubera versuchte noch einen Angriff, riskierte dann aber nichts mehr, wollte er doch für sein Mannschaftsrennen am Sonnatg für Leszno (gegen Falubaz Zielona Gora) topfit sein.

Speedway-Junioren-WM in Stralsund 25. Mai 2019: Frederik Jakobsen aus Dänemark holte sich den Sieg. Quelle: Bernd Quaschning

Europameister von 2018 wieder in Stralsund erfolgreich

Der Pole, der letztes Jahr in Stralsund Junioren-Europameister geworden ist und den viele Fans wegen seines Fahrstils ins Herz geschlossen haben, hatte noch eine andere Begründung: „Ich hab extra fürs Stechen mein zweites Motorrad genommen, meine Mechaniker hatten mir abgeraten, aber ich wollte nicht hören. War eben doch die falsche Entscheidung. Aber wichtig ist, dass ich im Finale bin“, sagte der sympathische 20-Jährige, der sich im Vergleich zum letzten Jahr schon viel besser auf Englisch unterhalten konnte.

Da sich die ersten Vier aus dem Stralsunder Semifinale für die Endrunde, die in einer Dreierserie in Güstrow, Pardubice und Lublin ausgetragen wird, qualifizieren, hatten auch Nick Skorja und Tim Sörensen ihre Fahrt dorthin schon sicher. Da sie mit elf Zählern auch punktgleich waren, musste auch hier ein Sonderlauf entscheiden. Und der brachte den Zuschauern noch mal Speedwaykost vom Feinsten.

Obwohl es eigentlich um nichts Großes mehr ging, schienen die beiden Youngster das Rennen ihres Lebens auszutragen. Ständige Überholmanöver ließen die Fans von den Bänken aufspringen und klatschen und tröten. Am Ende hatte der junge Slowene, inzwischen auch Stralsunder Publikumsliebling, das bessere Ende für sich und freute sich riesig über Bronze, während der Däne über Platz 4 nicht meckerte.

Lokalmatador Möser verfehlte Final-Ticket nur knapp

Sehr enttäuscht war dagegen Dominik Möser. Der Nordstern hatte mit zwei Laufsiegen die Stralsunder Fans gut bei Laune gehalten, kämpfte einmal auf Platz 2, kam einmal als Dritter ins Ziel und ging einmal leer aus. Neun Punkte standen in der Endabrechnung. „Ja, der Nuller hätte nicht sein müssen, ich ärgere mich dermaßen. Da fehlt einem ein Punkt, das ist doch wirklich zum....“, so der 21-Jährige, der im letzten Junioren-Jahr noch mal angreifen wollte.

Jetzt konzentriert er sich voll auf die Junioren-Team-EM, die am nächsten Wochenende in Liberec (Tschechien) angesagt ist. Und trotz der Enttäuschung vergaß der Stralsunder seine Fans nicht. Er schnappe sich nach seinem letzten Lauf die Stralsunder Fahne der Ultras und fuhr eine Dankes-Ehrenrunde.

Der zweite Deutsche im Feld, Lukas Fienhage aus Lohne bei Vechta, musste sich als Sechster mit neun Punkten aus dem Wettbewerb verabschieden. „Scheiße, ich hab nach einem super Start leider einen Fahrfehler gemacht und wurde durchgereicht. Das waren die drei Punkte, die mir zum Weiterkommen fehlten“, haderte er mit seinem Schicksal und betonte, dass er lieber in Pardubice gefahren wäre, weil ihm die Stralsunder Bahn nicht liege.

Zwei Amis am Sund

Im Feld der 16 Halbfinalisten hatten zwei Jungs definitiv die weiteste Anreise: Broc Nicol und Luke Becker. Sie mussten über den großen Teich. Die OZ sprach mit einem der Amerikaner. „Das war ein tolles Rennen hier, ich fand die Fans toll. Mit der Bahn sind wir nicht so zurecht gekommen. Die ist zwar sehr schnell, aber mir war sie ein bisschen zu glatt. Trotzdem hat es heute hier Spaß gemacht“, sagte der 20-Jährige, der inzwischen auch für die dänische Liga unterschrieben hat.

Speedway-Junioren-WM in Stralsund 25. Mai 2019 Quelle: Bernd Quaschning

„Ich bin zwar noch in Kalifornien gemeldet, trainiere aber in England und möchte schon in Europa Fuß fassen.“ Froh war der Fahrer, der hinter seiner Maschine kaum zu sehen war, dass er mal nicht auf Präsident Trump angesprochen wurde. „Überall wird man als Amerikaner nur auf diesen Spinner reduziert...“ In Stralsund nicht, hier fühlte sich der Ami sichtlich wohl.

Lob für gutes Rennen

Und auch der gastgebende MC Nordstern war mit dem Rennen zufrieden. „Es ist alles top gelaufen. Schade, dass nur so wenig Zuschauer gekommen sind“, sagte MCN-Präsident Bernd Hoppe. Das konnte Fan und Helfer Olaf Höft nur bestätigen. „Die, die nicht gekommen sind, haben definitiv spannende Läufe verpasst“, sagte er der OZ.

Und diese Jungs fahren die WM-Finalserie

In den anderen beiden zeitgleich ausgetragenen Semifinals lösten folgende Fahrer ihre Endrunden-Tickets: Krakau: 1. Czugunow (Russland), 2. Lampart (Polen), 3. Hansen (Dänemark) und 4. Karczmarz (Polen), nach einem Dreier-Stechen, 13. Wessel (D); Pardubice: 1. Jeppesen (DK), 2. Lambert (GB), 3. Drabik (PL), 4. Kvech (CZ), 8. Baumann (8 Punkte), 12. Wassermann (6). Die Finalserie findet im polnischen Lublin (22.6.), in Güstrow (14.9.) und endet im tschechischen Pardubice im Rahmen des Goldhelm-Spektakels am 4. Oktober.

Einen deutschen Fahrer gibt es mit Sicherheit per Wildcard in Güstrow zu sehen. Und da stehen die Chancen für den Nordstern-Fahrer Dominik Möser nicht so schlecht, ist der doch in diesem Wettbewerb trotz knappen Ausscheidens der beste deutsche Fahrer.

Speedway-Junioren-WM in Stralsund 25. Mai 2019: Kubera (Polen), Jakobsen (Dänemark) und Skorja (Slowenien), v.l. Quelle: Bernd Quaschning

Ines Sommer

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