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Stralsund Darum braucht der vierjährige Theo aus Jarmen dringend die Hilfe der OZ-Leser
Vorpommern Stralsund

Darum braucht der vierjährige Theo aus Jarmen dringend die Hilfe der OZ-Leser

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13:31 01.08.2020
Der vierjährige Theo ist schwer krank. Er leidet an einer seltenen Immunerkrankung und braucht dringend einen Stammzellspender. Quelle: Cornelia Meerkatz
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Bentzin

Es begann alles mit einem Splitter: Im vergangenen Herbst hatte der damals noch dreijährige Theo aus Bentzin bei Jarmen einen winzigen Holzspan in seinem Finger. Mama Martina pulte das kleine Holzstück heraus, ein bisschen Salbe samt Pflaster drauf, fertig. Aber die Wunde heilte ganz schwer zu und entzündete sich immer wieder.

„Ich habe mir damals noch nichts dabei gedacht, war überzeugt, dass es schon wieder wird“, berichtet Theos Mutter. Doch ein paar Wochen später bekam der Junge hohes Fieber. Niemand fand heraus, warum. Die Kinderärzte kontrollierten alle Werte, untersuchten Hals, Nase, Ohren, Mund. Nichts. Die Ursache für das Fieber blieb unklar.

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Innere Organe bereits angegriffen

Plötzlich traten erste Anzeichen für eine Sepsis, eine Blutvergiftung, auf. Der kleine fröhliche Junge war plötzlich apathisch, kalkweiß, lag nur noch und sein Zustand verschlechterte sich zusehends. Theo wurde auf die Kinderintensivstation des Bonhoeffer-Klinikums Neubrandenburg eingeliefert. Ein Schock für die ganze Familie. Die Sepsis hatte bereits die inneren Organe des Kindes angegriffen – das Herz, die Lunge, die Leber …

Aber es war noch rechtzeitig: „Dank zahlreicher Operationen konnte Theo gerettet werden“, sagt seine Mutter. Für die Familie sei es eine schlimme Zeit gewesen. Theos Eltern – die Mama arbeitet in der Verwaltung der Aldi Regionalgesellschaft Nord in Jarmen, der Papa ist bei der Bundeswehr in Stralsund beschäftigt – fuhren, wann immer es nur ging, nach Neubrandenburg. Theos 15 Monate ältere Schwester war unendlich traurig und litt an Albträumen, weil sie den Bruder auf der ITS nicht besuchen durfte. „Das möchte ich alles nicht noch einmal durchmachen“, sagt Mutter Martina und schaut Richtung Garten.

Ein Traktor für einen tapferen Jungen

Dort tobt das pralle Leben, nämlich ihre beiden Kinder. Während seine Schwester schaukelt, hat sich Theo auf sein allerliebstes Spielzeug gesetzt – auf seinen großen grünen Traktor mit Elektroantrieb. Mit Karacho jagt er über die Wiese und den Gartenschlauch, vorbei an Opas Stuhl und quer über die Wiese Richtung Haus. Das umrundet er gekonnt in Sekundenschnelle, ehe er immer noch im atemberaubenden Tempo unter der Schaukel durchfährt, um dann strahlend vor seiner Mama zu bremsen. Dann schenkt er ihr und den anderen Familienmitgliedern ein glucksendes Lachen. „Toll, mein Schatz“, sagt die Mutter lächelnd und gibt erst ihrem Sohn und dann der Tochter einen dicken Kuss.

Theo auf seinem liebsten Spielzeug, einem grünen Traktor, mit dem er durch den Garten fährt. Quelle: Cornelia Meerkatz

Dabei weiß die 29-Jährige inzwischen, dass ihrer Familie eine ganz harte Bewährungsprobe noch bevorsteht. Denn nach unzähligen Tests und weiteren Untersuchungen haben die Ärzte Anfang dieses Jahres herausgefunden, woran der kleine Theo leidet: Die Krankheit nennt sich septische Granulomatose. Hinter dem Zungenbrecher verbirgt sich eine ganz seltene Immunerkrankung. Theo braucht dringend Hilfe.

Der Körper tötet Bakterien und Pilze nicht ab

Dem Knirps, der am 27. Juli vier Jahre alt geworden ist, sieht man die Schwere seiner Erkrankung nicht sofort an. Erst bei genauerem Hinschauen fällt auf, dass er für sein Alter recht klein ist. Auch mit dem Essen geht es nicht besonders gut. „Er hat seit Oktober nicht ein Gramm zugenommen, leider“, so die Mutter. Das Ganze nenne sich Gedeihstörung. Wenn Theo draußen spielt, muss er immer Handschuhe tragen. Coole grüne Handschuhe, passend zum Traktor. Dabei sollen sie zuallererst seine Hände vor Verletzungen, kleinen Rissen oder Kratzern schützen. Denn die können bei seiner Erkrankung eine verheerende Wirkung haben.

„Theos Körper kann keine Bakterien und Pilze abtöten. Dringen sie in den Körper ein, sind schwere Komplikationen vorprogrammiert. Es ist eine Laune der Natur“, so die Mutter mit leiser Stimme. Also darf der Junge nicht mehr in der Erde buddeln, nicht mehr mit dem Papa auf dem Rasentraktor mitfahren, wenn der den Rasen mäht, weil zu viele Pilzsporen aufgewirbelt und verteilt werden. „Er war so wütend, als Papa plötzlich ohne ihn auf dem Rasentraktor gefahren ist. Meinem Mann hat es das Herz zerrissen“, weiß Theos Mutter.

Kita-Besuch ist nicht möglich

Weil er ganz tapfer war bei all den Operationen und so gerne draußen spielt, beschlossen die Eltern, dass er einen eigenen kleinen Traktor bekommt. „Gemeinsam haben Vater und Sohn tagelang Kataloge gewälzt, bis sie das richtige Modell für Theo gefunden hatten. Dann wurde bestellt. Unser Kleiner ist so glücklich mit seinem Trecker“, freut sich die junge Mutter.

Denn auch im nahen Kiessee oder in der Ostsee zu baden, bleibt dem Jungen wegen der Krankheit verwehrt. Und auch in die Kita kann er vorerst nicht mehr gehen. Zu viele Möglichkeiten für Bakterien und Pilze. Die Schwester wird morgens deshalb allein in die Kita gebracht. „Wir haben ihr erklärt, dass Theo krank ist und erst wieder gesund werden muss. Das versteht sie“, sagt Martina.

Riesige Unterstützung von Aldi

Der vierjährige Theo mit dem Flyer, den die Chefin seiner Mama Martina tausendfach drucken ließ. Darauf steht, dass er wegen seiner seltenen Immunerkrankung dringend einen Stammzellspender benötigt. Quelle: privat

Geheilt werden kann Theo nur durch eine Stammzellspende. Und genau einen solchen Spender, eine solche Spenderin sucht Theos Familie nun dringend. „Natürlich wurden zunächst erst einmal mein Mann und ich getestet, auch unsere Tochter war zum Test. Aber es passt nicht“, berichtet Martina. Der zierlichen Frau sieht man an, wie sehr es sie belastet, dass sie ihrem Sohn in dieser Situation nicht helfen kann. Dabei möchte sie doch nichts lieber als das.

Jetzt hoffen Martina und ihr Mann, dass sich viele potenzielle Stammzellspender finden. Gespendet wird über das Blut – es ist wie einmal zur Dialyse zu gehen. Auf der einen Seite wird Blut entnommen, die Stammzellen werden rausgefiltert und auf der anderen Seite fließt das Blut zurück in den Körper des Spenders oder der Spenderin. „Hoffentlich gibt es jemand Passenden für unser Kind“, sagt Martina.

Bereits jetzt sind die Eltern überwältigt von der riesigen Unterstützung. „Meine Chefin bei Aldi hat sofort, nachdem ich von Theos Erkrankung berichtet habe, Tausende Flyer drucken lassen – mit der Bitte, sich für eine Stammzellspende registrieren zu lassen. Die Flyer hat sie in allen Aldi-Märkten zwischen Rostock, Rügen und Usedom auslegen lassen“, berichtet Martina. Auch in der Dienststelle ihres Mannes haben Kollegen nicht gezögert und sich registrieren lassen.

Theo kann ganz gesund werden

Laut Aussage der DKMS sind schon an die 1700 Registrierungen nur für Theo eingegangen. Denn es gibt einen speziellen Link, mit dessen Hilfe die DKMS zählen kann, wer dem kleinen Jungen helfen möchte. „Ich würde mich sehr freuen, wenn viele Leser der OSTSEE-ZEITUNG ebenfalls zur Hilfe bereit wären und sich registrieren lassen, damit Theo bald wieder ganz gesund ist und unbeschwert seine Kindheit genießen kann“, bittet Mutter Martina. Wobei ihr noch wichtig ist, zu sagen, dass die Stammzellspende ja auch anderen sehr kranken Kindern oder Erwachsenen helfen kann. „Deshalb wäre es toll, wenn die Registrierungen noch einmal deutlich zunehmen.“

Die Ärzte haben Martina und ihrem Mann versichert, dass es nach einer gelungenen Stammzellspende noch an die drei Jahre dauert, dann wäre Theo komplett geheilt. „Wir wissen, dass vorher für den kleinen noch einmal eine Tortur ansteht, aber das halten wir alle zusammen aus. Hauptsache, unserem Theo wird geholfen“, so die dringende Bitte aus Bentzin.

Zur Registrierung bei der DKMS verwenden Sie bitte folgenden Link: www.dkms.de/theo

Von Cornelia Meerkatz