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Stralsund Jugendkunstschule mit breitem Angebot
Vorpommern Stralsund Jugendkunstschule mit breitem Angebot
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14:00 25.01.2019
Peter Schwerin (21), Anjana Stojam (20), Jane Merboth (22), und Emma Lühe (18) in der Jugendkunstschule Vorpommern-Rügen, Arbeit an der sogenannten „Welt/All-Szene"
Stralsund

Tanz, Theater, Medien oder darstellende und bildende Kunst – das Angebot der Jugendkunstschule Vorpommern-Rügen bietet eine Reihe von Möglichkeiten zum Ausleben der eigenen Kreativität. Seit der Gründung 2015 wird sie vor allem auch im Netz immer präsenter. Aber was ist die Jugendkunstschule eigentlich? Wer steht dahinter? Und was bietet sie für Möglichkeiten?

Die Jugendkunstschule umfasst Angebote für Kinder und Jugendliche der Vereine STiC-er Theater, Jugendkunst und Performdance. Dazu zählen Projekte mit verschiedenen Schulen im gesamten Landkreis. Während sich die einzelnen Vereine zunächst hauptsächlich auf ihre eigenen Bereiche wie etwa Tanz oder Theater konzentrierten, konnte durch diesen Zusammenschluss das Kriterium der Mehrspartigkeit für die Anerkennung und damit Förderung als staatliche Jugendkunstschule erreicht werden.

Sich selbst verwirklichenund ausprobieren

Die Grundidee ist hier, den Teilnehmern der zahlreichen Kurse die entsprechenden Kompetenzen durch ausgebildete Pädagogen zu vermitteln, aber trotzdem auf den Spaß am Lernen zu achten. „Wir sind keine klassische Mal- oder Zeichenschule“ sagt die Leiterin der Jugendkunstschule, Tanja Pfefferlein. Gerade bei den Einsteigerkursen stünde das „Sich-selbst-Ausprobieren“ im Vordergrund. Die Orientierung auf Ergebnisse wüchse mit den Fähigkeiten, vor allem im darstellenden Bereich, es gebe aber nie einen Zwang und die persönliche Entwicklung hätte immer Priorität.

Einer der fortgeschritteneren Kurse ist die Theatergruppe „ACTion“. Regelmäßige Auftritte gehören zum Programm. Dennoch würde das Training eher entspannt gehalten werden, und es gebe auch Platz für Experimentelles oder Improvisationen. Geschult werden dabei sowohl Körper- und Raumwahrnehmung als auch die Sprache. „Auch wenn wir keine Profis sind oder werden, lernen wir hier trotzdem wertvolle Dinge, wie Bühnenpräsenz oder sich besser ausdrücken zu können“, sagt Peter Schwerin, 21 Jahre alt und seit gut einem Jahr dabei. Emma Lühe, 18 Jahre alt und seit vier Monaten in der Gruppe, sagt: „Ich mache das, weil es einem Raum bietet, vom Alltag alles raus zu lassen.“

Behandeln von politischenund religiösen Aspekten

Bei ihrem aktuellen Stück „Schöne Seelen“, einer „abstrakten Faust-Adaption, wollen sie etwas ganz Neues ausprobieren: Der Zuschauer wird in das Stück mit einbezogen. Dabei gäbe es keine klassische Bühne, diese bestünde vielmehr aus einzelnen Räumen, in denen er mit verschiedenen Thematiken konfrontiert wird. Wie auch schon in der Vergangenheit werden besonders politische, religiöse und gesellschaftskritische Aspekte behandelt werden.

Politik ist für die Jugendkunstschule allgemein immer wieder ein wichtiges Thema: „Kunst und Kultur sind immer eine Form des Ausdrucks von Meinungen“, sagt Tanja Pfefferlein. Man distanziere sich aber davon, sich in eine bestimmte Richtung zu orientieren, wäre aber immer daran interessiert, das aktuelle Zeitgeschehen aufzufassen. Auch deswegen versuche man, das Angebot an Kursen, die sich mit den immer relevanter werdenden modernen Medien befassen, zu erweitern.

Gemeinsam kreativ seinauf professioneller Ebene

Einer davon ist „Abgedreht“. Im Kern ist das Ziel dieses Kurses die Produktion von Kurzfilmen. Aber auch einzelne Projekte, wie Fotografie an Lost Places, können hier umgesetzt werden. Zusätzlich werde auch der Umgang mit technischem Equipment und Schnittprogrammen vermittelt. Die eigentliche Intention des Kursleiters Stefan Pisch wäre es aber, Jugendlichen zu helfen, kreativ zu werden: „Ihr müsst nicht nachmittags um vier an der Bushaltestelle sitzen und Bier trinken und kiffen, ihr könnt auch hierher kommen und wir können einen Film machen über einen Typen, der nachmittags um vier an der Bushaltestellen sitzt und Bier trinkt und kifft“, sagt Stefan Pisch. Für den 16-jährigen Jules, der seit drei Monaten dabei ist, hätte es sich schon gelohnt: „Ich bin in den Kurs gegangen, um mich einfach kreativ ausleben zu können, aber eben auf professionelleren Ebenen und dabei etwas zu lernen. Und die Erwartungen haben sich auf jeden Fall erfüllt.“

Rundumbetreuung für die Studienvorbereitung

Eine Möglichkeit, neben der persönlichen Entwicklung auch aktiv auf die eigene studentische Zukunft hinzuarbeiten, ist der Mappenkurs. Da die Nachfrage nach künstlerischen Studiengängen immer weiter steigt und damit die Konkurrenz immer größer wird, würde eine überzeugende Bewerbungsmappe immer wichtiger werden. In diesem Kurs gehe es aber nicht nur um die Besprechung und Zusammenstellung dieser, sondern: „Wir reden auch über Strategien: Wie rede ich vor einer Kommission? Was stelle ich für Fragen? Wie bereite ich mich vor?“, erzählt Marc Seiffert, der Leiter des Kurses. Man wolle hier eine Rundumbetreuung für die Studienvorbereitung anbieten. „Ich habe hier angefangen, weil ich meine Kunstmappe vorbereiten wollte, aber da konnte ich noch nicht ahnen, dass man hier noch viel mehr machen kann“, meint Alina Trionow, 17 Jahre. Sie ist seit drei Monaten dabei. Die Möglichkeiten, sich künstlerisch auszuleben, reichen dabei vom Zeichnen über Acrylmalerei bis zu Keramikarbeit. Die Vielseitigkeit würde sich sehr positiv auswirken: „Man durchläuft ja einen künstlerischen Selbstfindungsprozess, der hier auch gut unterstützt wird“ sagt Alina.

Insgesamt bemüht sich die Jugendkunstschule um die Verbindung zwischen Spaß am Kreativ-Sein und zielgerichteter Arbeit. Das Kursangebot wolle man zwar erweitern, etwa um analoge Fotografie oder „Garage Band“, aber: „Wir stoßen an unsere Grenzen“, so Tanja Pfefferlein. Dennoch sei es das große Ziel, in jedem Ankerzentrum im Landkreis Vorpommern-Rügen Angebote zur Verfügung zu stellen, um Jugendlichen in der ganzen Region die Möglichkeit zur Verwirklichung ihrer kreativen Ideen zu geben.

Arne Lehmann

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