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Stralsund Der Feuerwehr fehlen die Einsatzkräfte
Vorpommern Stralsund Der Feuerwehr fehlen die Einsatzkräfte
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12:10 14.02.2019
Gerd Scharmberg ist seit fast 49 Jahren ehrenamtlich im Einsatz. Nun denkt er übers Weitermachen nach. Quelle: Raik Mielke
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Stralsund

„Die Situation der Feuerwehren im Landkreis ist, um es vorsichtig zu sagen, prekär“, sagt Gerd Scharmberg. Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes zeichnet ein bitteres Bild, wenn er über die Brandschützer der Region spricht. Das, er legt wert darauf, soll kein Jammern sein. „Sie haben ein Recht das zu erfahren und ich sehe mich in der Pflicht, das mitzuteilen“, so läutete er seinen Auftritt vor dem Kreis-Ausschuss für Prävention, Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises ein. Als „kurzer Bericht zur Situation der Wehren“, wurden er und sein Tagesordnungspunkt dort angekündigt. Scharmberg spricht anschließend rund eine Stunde. Im Konferenzraum der Rettungsleitstelle in Stralsund sitzen die Ausschussmitglieder dicht gedrängt um ihn und lauschen dem, was Scharmberg in diesen Tagen immer wieder zu Protokoll gibt. „Neue Technik ist schön und gut. Aber was nutzt mir ein neues Fahrzeug, wenn ich keinen mehr habe, der es fährt?“, fragt er in die Runde.

Bedingte Bereitschaft

Knapp 2500 aktive Mitglieder zählt sein Verband in den mehr als 100 Gemeinden des Kreises. „Wir bräuchten aber viel mehr Männer und Frauen um die Dellen in den Bereitschaften abzudecken“, sagt er. Die würden sich längst nicht mehr auf die Wochentage beschränken, wenn viele der Freiwilligen beruflich eingespannt sind. Mit den Schwierigkeiten zwischen 6 und 16 Uhr kämpfe man schon lange, aber auch abends, nachts und an den Wochenenden träten immer mehr Probleme auf. „Da spielt auch eine Rolle, dass sich das Freizeitbedürfnis und -verhalten der Menschen geändert hat“, glaubt Scharmberg. Und wer am Wochenende einen Ausflug mit der Familie mache, der stehe nun mal nicht zur Verfügung, wenn Alarm ausgelöst wird. „In einigen Orten kommen wir vielleicht auf gut drei Prozent der Einwohner, die sich bei der Feuerwehr einbringen. Aber je größer die Gemeinde ist, desto niedriger wird der Prozentsatz. Und das ist einfach zu wenig.“ Auch in Stralsund sei die Zahl der Freiwilligen nach seiner Einschätzung zu niedrig – trotz der Berufsfeuerwehr, die dort zusätzlich im Einsatz ist.

Rund 1000 Kinder und Jugendliche

Viele Wehren würden zwar hervorragende Nachwuchsarbeit leisten, doch die meisten Jugendlichen würden für Ausbildung und Beruf ihre Heimatgemeinden oder gar die Region verlassen. „Die Zahl der Übernahmen aus der Jugendarbeit sind nicht so, wie wir uns das wünschen würden“, fasst er zusammen.

Und die Lösung? Gerd Schamberg zuckt da auch mit den Schultern. „Eine einfache Lösung habe ich auch nicht parat“, sagt er. Vieles sei eine Frage der Einstellung in der Bevölkerung und die könne man nicht mal eben so ändern, sagt auch der Vorsitzende des Fachausschusses Christian Griwahn (CDU). Er hat immerhin einen Vorschlag parat, um die Not zu lindern. „Ich halte die Altersgrenzen, die bei der Feuerwehr gelten, für nicht mehr zeitgemäß. Die Menschen sind heutzutage mit Mitte 60 viel dynamischer und gesünder“, sagt er.

Generationenwechsel an der Spitze

Welche Rolle Gerd Scharmberg in Zukunft für die Feuerwehren im Kreis spielen wird, das muss sich in wenigen Wochen erst noch zeigen. Denn seine Amtszeit endet. 2013 wurde er Chef des neugegründeten Verbandes im Großkreis, davor war er bereits Vorsitzender im Kreis Nordvorpommern, fast 49 Jahre hat er ehrenamtlichen Dienst bei der Wehr geleistet. Eigentlich war es der Plan, endlich kürzerzutreten. Eigentlich. Denn nun zeichnet sich ab, dass auch seine beiden Stellvertreter ausscheiden. „Bei beiden gibt es gute Gründe, warum sie nicht mehr zur Verfügung stehen“, sagt Scharmberg. Aber ein kompletter Wechsel an der Spitze und das in so schwierigen Zeiten. Er sei da noch mal ins Grübeln gekommen, will sich aber noch nicht so recht in die Karten gucken lassen. Ob er bereit sei noch mal anzutreten, das hänge auch von den Konstellationen und anderen Kandidaten ab. „Dem Gesetz nach dürfte ich das Amt noch ausüben, bis ich 67 bin. Dann müsste aber klar sein, dass ich in den nächsten zwei bis drei Jahren einen Nachfolger einarbeite“, sagt er.

Carsten Schönebeck

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