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Stralsund Der Zankapfel ist Geschichte
Vorpommern Stralsund Der Zankapfel ist Geschichte
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00:00 17.10.2018
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Stralsund

/Greifswald. Mit „Biosanica“ und „Martins Bio“ ist Vorpommern das Epizentrum der Bio-Trockenfrucht-Produktion im Land. Nun sind beide Firmen über die Gesellschafterstruktur indirekt miteinander verbunden. Die familiengeführte Greifswalder Braun-Beteiligungsgesellschaft, Mehrheitseigner von „Biosanica“ stieg im August in die Firma „Martins Bio“ von Martin Nätscher ein. Nach Angaben von Norbert Braun habe seine Ehefrau Dagmar Braun 24,9 Prozent der Anteile übernommen. Zudem habe sich die Gesellschaft der Brauns ein Vorkaufsrecht für bis zu 60 Prozent der Anteile zum Preis von einem Euro gesichert. Die Entscheidung, ob seine Beteiligungsgesellschaft von der Option mit dem Einsatz von einem Euro zum Mehrheitsgesellschafter zu werden, Gebrauch mache, hänge davon ab, wie sich „Martins Bio“ nun entwickle, sagte Norbert Braun.

Zur Vorgeschichte: Den Bio-Trockenfrucht-Riesen „Biosanica“ hatte der Franke Nätscher 2012 ans Pommerndreieck an der A 20 gebracht, war dort aber nach zunächst unüberbrückbaren Differenzen mit Braun im Herbst 2015 ausgestiegen. Norbert Braun bestätigt, dass es ein Zerwürfnis gab, „aber wir haben das in Gesprächen miteinander ausgeräumt. Das war ja die Voraussetzung dafür, um in das Unternehmen mit einzusteigen.“

Von einem „Apfelkrieg zwischen Braun und Nätscher“ – wie es nach dessen Biosanica-Ausstieg hieß, will Nätscher heute nichts mehr wissen. „Das erste Betriebsjahr hat uns an die Grenze gebracht“, begründet Nätscher den Einstieg Brauns in seine neue Firma. 2017 sei unglücklicherweise ein schlechtes Apfeljahr gewesen. „Obstbauern haben Preise verlangt, die man nicht eins zu eins an den Kunden weitergeben konnte.“ Norbert Braun sprach indes von einem Sanierungsfall.

„Biosanica“ ist am Pommerndreieck indes als erste wirkliche industrielle Neuansiedlung nach Tankstelle und Fast-Food-Kette gefeiert worden. In dem Gewerbegebiet entstand eine Produktionsanlage mit Kühlhaus und Trocknungsanlage für 3,8 Millionen Euro. Trotz 1,5 Millionen Euro Landesförderung waren weitere Geldgeber erforderlich. Der Greifswalder Investor und ehemalige Chef der Riemser Arzneimittel AG, Norbert Braun, stieg in die Firma ein. Doch im Herbst 2015 trennte sich Nätscher von Biosanica.

Statt den Kopf in den Sand zu stecken, rappelte sich der Trockenapfelkönig auf und eröffnete anderthalb Jahre später in Greifswald seine Trockenfrucht-Manufaktur „Martins Bio“. Dort produziert er seit 2017 ähnlich wie am Pommerndreieck Bio-Trockenfrüchte – allerdings mit 1000 Tonnen Jahreskapazität in deutlich kleinerem Maßstab und für andere, regionale Kunden, wie er betont.

Als Konkurrent zu „Biosanica“ sieht Nätscher „Martins Bio" mit derzeit zwölf Mitarbeitern nicht, schon allein wegen der deutlich geringeren Produktionsmenge. „Biosanica ist der 40-Tonner. Wir sind der Sprinter.“ Lehren aus dem holprigen Start hat er gezogen: So sollen neben den Äpfeln künftig verstärkt auch andere Früchte wie Beeren verarbeitet werden, um sich unabhängiger von schlechten Ernten wie der 2017-er zu machen. Die beiden Bio-Trockenfrucht-Produzenten würden sich gut ergänzen. Während „Biosanica“ am Pommerndreieck industrielle Kunden beliefere, konzentriere sich „Martins Bio“ auf regionale Märkte.“ Wir bewegen uns in einer Nische, die Biosanica nicht bedient.“ Norbert Braun sieht dies ähnlich, betont aber auch mögliche Synergien im Vertrieb sowie in der Auslastung der zwei Produktionsstandorte in Greifswald und an der A 20.

Die Braun-Beteiligungs-GmbH wächst weiter

Die Braun-Beteiligungs-GmbH hält derzeit rund 25 Unternehmens-Beteiligungen. Geschäftsführer sind Norbert Braun, seine Frau Dagmar Braun und sein Sohn Sebastian Braun. Die Gesellschaft ist in den Bereichen Lebensmittel, Einzelhandel und Pharma aktiv. Zuletzt haben die Brauns neben der an „Martins Bio“ fünf Beteiligungen erworben:

100 Prozent an dem Fleischverarbeiter Pommeraner und dessen Schwestergesellschaft Fleischer Reggentin mit Sitz in Loitz.

100 Prozent an dem Hamburger Lebensmittel-Großhändler Schwarz + Hansen.

50 Prozent an der Latao GmbH. Die Berliner Firma hat einen veganen Gulasch, der aus der Jackfruit gewonnen wird, kreiert.

70 Prozent an der Infood GmbH in Österreich, wo Lebensmittel hergestellt werden, die frei von Stoffen wie beispielsweise Gluten sind.

Martina Rathke und Benjamin Fischer

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