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Stralsund Der kleine Unterschied: Wie Frauen leben
Vorpommern Stralsund Der kleine Unterschied: Wie Frauen leben
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00:33 14.04.2018
Wie leben Frauen in Madagaskar? Über ihre hautnahen Erfahrungen als Enwicklungshelferin berichtet Andra Seeling am 23. April in der Volkshochschule. Geschult werden die Dorfbewohnerinnen hier in Sachen Hygiene. Quelle: Foto: Privat
Stralsund

Mit dem neuen Projekt „Der kleine Unterschied“ will die Volkshochschule Einblicke in die Lebenssituationen von Frauen und Mädchen in anderen Ländern der Welt sowie die Chancen und Herausforderungen der Geschlechtergerechtigkeit geben. Zum Auftakt findet an diesem Wochenende ein Workshop statt. Am Montag beginnt dann der Vortrags-Reigen. Insgesamt sind 14 Veranstaltungen geplant. Der Eintritt ist frei.

Die Volkshochschule startet am Montag eine neue Vortragsreihe zu Herausforderungen der Geschlechtergerechtigkeit

„Es geht nicht darum, den kleinen Unterschied zu verwischen. Wir wollen zeigen, dass durch die gesellschaftliche Erziehung, die Wertesysteme und Normen ein bestimmtes Bild von Frauen und Männern geformt wird – oft zum Nachteil von Frauen“, sagt Projektleiterin Dr. Gabriela Heidenreich, die das Vorhaben auf den Weg gebracht hat. Und dazu suchte sie sich verschiedene Kooperations-Partner.

Gefördert wird die Vortragsreihe durch das Institut für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschul-Verbandes (DVV International) aus Mitteln des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Es wurden Referentinnen ausgewählt, die sich in den Ländern, über die sie berichten, ziemlich gut auskennen – weil sie von dort stammen oder dort selbst gelebt und gearbeitet haben, sagt Gabriela Heidenreich. Zu ihnen gehört die Politologin Andrea Seeling. Die gebürtige Sauerländerin wohnt seit 2006 – immer wieder mit Unterbrechungen – auf Rügen. Sie hat für britische, deutsche und französische Hilfsorganisationen gearbeitet und war unter anderem in Peru, Madagaskar, Kenia, Bolivien und Vietnam tätig.

Seit der Geburt ihrer Tochter im Jahr 2008 arbeitet sie als freiberufliche Übersetzerin und Englischdozentin sowie als Trainerin für Interkulturelle Kompetenz. Im August 2018 übernahm sie die Leitung des Fachbereichs „Deutsch als Fremdsprache“ an der Kreisvolkshochschule Stralsund. Andrea Seeling wird am 23. April über ein vierjähriges Projekt „Objectif Sud“ sprechen, das im Süden Madagaskars von der EU und vom französischen Außenministerium finanziert wurde. „Ich werde meinen Arbeitsbereich – die lokale Entwicklung – vorstellen. Aufgrund des akuten Wassermangels in der Region bestand ein Hauptziel im Bau, beziehungsweise der Renovierung bereits existierender Infrastrukturen zum Auffangen und zur Aufbewahrung von Regenwasser“, sagt Andrea Seeling. Ein wichtiger Aspekt sei dabei die Einbeziehung der Frauen selbst in alle Entwicklungsprozesse gewesen. Entstanden sind am Ende 15 neue Wasserauffangsysteme – unter anderem auch in Schulen. Am 28. Mai schließt sich ein weiterer Vortrag von Andrea Seeling über den „Langen Weg zur Gleichstellung“ am Beispiel von Indien und Vietnam an.

Mehr über den Kampf der Frauen und Mädchen um ihre Rechte in arabischen Ländern können die Teilnehmer am 10. September erfahren, wenn zwei Frauen, die heute in Stralsund und Greifswald wohnen, über ihre Lebenswege berichten: Die Bauingenieurin Mona Almocdad und ihre Tochter, die Medizinstudentin Doha Al Krad. Die Rolle der Frau in Südafrika wird von der Hansestädterin Martina Becka am 4. Juni beleuchtet. Und die Ägypterin Rabab Atiia – Mitarbeiterin der Volkshochschule in Greifswald – befasst sich am 3. September mit Rollenbildern in ihrem Heimatland und bringt Frauen und Männer gemeinsam an den Herd.

In Prag und Stralsund ist Jana Michael – Sprecherin des Vereins Tutmonde – zu Hause. Am kommenden Montag hält sie den Auftaktvortrag über die Bekämpfung von Rassismus, Sexismus, soziale Ungleichheit, Gewalt an Frauen und zum Thema Gender und Flucht. Am 7. Mai wird die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Katrin Schmuhl, zu Gast sein. Wie junge Migrantinnen ihr Schicksal erleben, darüber werden sie in einer Gesprächsrunde am 11. Juni, mit Galina Shikowa, Leiterin des Jugendmigrationsdienstes Stralsund im Pommerschen evangelischen Kirchenkreis, erzählen. Mehr über die Miss-Beratungsstelle für Opfer Sexualisierter Gewalt erfährt man am 18. Juni.

Und thematisch passt da auch ganz gut ein spezieller Literaturvortrag, findet Gabriela Heidenreich. So wird die Literaturwissenschaftlerin Dr. Renate Schlüter am 3. Mai ihren Zuhörern Emile Zolas „Paradies der Damen“ vorstellen. Das trifft sich dann gut mit einer weiteren Idee, selbst Geschichten zu schreiben. Denn am Ende der vielfältigen Beschäftigung mit der Geschlechtergerechtigkeit wollen die Teilnehmer der Schreibwerkstatt unter Leitung von Gabriela Heidenreich, die sich seit mehreren Jahren regelmäßig treffen, genau zu diesem Thema eine kleine Broschüre mit Texten und Illustrationen veröffentlichen.

Von Japanerinnen bis zu Transgender-Menschen

Die Vorträge finden jeweils montags – in der Regel am Vormittag – statt. Das komplette Programm unter www.vhs-vr.de.

Zusätzlich gibt es zum Projektthema vier Dienstagabend-Vorträge, die um 19 Uhr beginnen: Am 8. Mai geht es mit Historikerin Dr. Sandra Pingel-Schliemann und in Kooperation mit dem Bundesbeauftragten für Stasi-Unterlagen um „Mutige Frauen: Widerständiges Verhalten in Zeiten von Diktaturen“. Parallel wird an dem Abend die gleichnamige Ausstellung eröffnet.

Nach Zentralamerika und dortige Frauenrechte führt ein Vortrag der Berliner Soziologin Dr. Birte Rodenberg in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung am 29. Mai.

Den Lebensweg von TransgenderMenschen beleuchtet Professorin Franka-Maria Mestemacher aus eigenen Erfahrungen unter dem Motto „Sie oder er oder was?“ am 5. Juni.

Japanerinnen – missverstandene Geschöpfe? Diese Frage beantwortet der Arzt Dr. Kenji Kamino am 18. September (gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung).

Marlies Walther

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