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Stralsund Die Abrafaxe kommen nach Stralsund
Vorpommern Stralsund Die Abrafaxe kommen nach Stralsund
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12:36 24.09.2019
Kultcomic: Die Abrafaxe halten sich in der nächsten Ausgabe in Stralsund auf. Im Hintergrund ist das Wulflamhaus zu sehen. Quelle: Mosaik-Verlag
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Stralsund

Die Abrafaxe reisen gerade durch die Zeit der Hanse: prächtige Segelschiffe, ehrwürdige und zwielichtige Kaufleute und die Suche nach einem Schatz bestimmen die Story, die sich vor der Kulisse detailreicher Backsteinbauten abspielt. Ab der nächsten Mosaik-Ausgabe (Nummer 526), die am Mittwoch erscheint, wird ein Teil der Geschichte in Stralsund handeln.

Darauf deutet nicht nur das Abschlussbild der letzten Ausgabe hin – die Figuren Abrax und Simon sind in der Stadt am Sund angekommen und spazieren über den Alten Markt vor dem hübsch in Szene gesetzten Rathaus. Auch vom nahenden Hansetag, der in Stralsund stattfinden wird, ist der Ausgabe die Rede. Der Hansetag ist ein Zusammentreffen von Vertretern zahlreicher Hansestädte. In der damaligen Zeit ging es dabei um politische und wirtschaftliche Themen. Auch heute noch gibt es Hansetage, die aber eher der Geschichtspflege und der Präsentation der teilnehmenden Städte dienen. 2028 soll er übrigens tatsächlich am Sund stattfinden.

Hansetag in Ausgabe 528

Das Schlussbild aus der letzten Ausgabe verrät es schon: Die weitere Geschichte wird sich in Stralsund abspielen. Quelle: Kai Lachmann

Zurück zu den Abrafaxen: Im Berliner Mosaik-Verlag, der die gleichnamigen Hefte verlegt, ist Robert Löffler nicht nur für das Gestalten der Seiten, sondern auch für die Pressearbeit zuständig. Er bestätigt, dass Stralsund zum Handlungsort wird – sogar mehrfach. „In dem neuen Heft geht es unter anderem nach Stralsund, im Heft danach auf die Ostseeinsel Vilm bei Rügen. Und in der darauf folgenden Ausgabe ist dann der Hansetag.“ Die vorherige Ausgabe spielt unter anderem in Wismar.

Abrax, Brabax und Califax alias die drei Abrafaxe waren in Wismar unterwegs, um Werbung für die letzte Ausgabe zu machen, die in der Hansestadt spielt. Quelle: Nicole Hollatz

Wie weit in die Zukunft wird das eigentlich geplant? „Der Autor kommt einmal im Monat zu uns und bringt die Geschichte für ein neues Heft vorbei. Zu viel darf ich natürlich nicht verraten, aber die Serie geht noch bis ins nächste Jahr“, erzählt Löffler.

Abrafaxe folgten auf die Digedags

Wer sich nun fragt, wer eigentlich die Abrafaxe sind, der ist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht in der DDR aufgewachsen. Die kleinen sympathischen Comicfiguren Abrax, Brabax, Califax und ihre Abenteuer haben viele Jungen und Mädchen durch die Kindheit begleitet. 1976 veröffentlichte der Verlag die erste Ausgabe, mit dem die Vorgänger-Helden – die Digedags – abgelöst wurden.

Die Hefte sind begehrte Sammelobjekten. Beim Online-Auktionshaus Ebay gibt es besondere Ausgaben für 160 Euro, für ganze Sammlungen werden schon mal 5000 Euro verlangt. Das Mosaik-Heft wurde 1995 sogar als „längster Fortsetzungscomic der Welt“ in Guinnessbuch der Weltrekorde aufgenommen.

Mosaik lesen Großeltern wie Enkel gleichermaßen

Auch heute noch sind Kinder fasziniert von den koboldartigen Figuren. „Wir sind ein Familienmagazin und werden von Großeltern genauso gelesen wie von den Enkeln“, berichtet Löffler. Die jungen Leser kommen ins Erwachsenenalter und zeigen dann wieder ihren Kindern die Mosaik-Hefte.

Bis ein Heft am Kiosk liegt, würden drei bis vier Monate Vorlaufzeit benötigt. Grob gesagt läuft es so: Nachdem die Story steht, werden Vorzeichnungen angefertigt. Dann kommen die Figuren dazu. Insgesamt sind sieben Zeichner damit beschäftigt, die meisten sind schon lange im Verlag. Die Coloristen, also diejenigen, die die Bilder bunt machen, benötigen für eine Ausgabe etwa einen Monat. Nach der Digitalisierung und der Endabnahme gehen die Seiten in den Druck und anschließend werden die Hefte ausgeliefert.

Recherche-Reise nach Stralsund

Auffallend ist die genaue Darstellung der Gebäude. Da steckt viel Recherche drin, oder? „Wir schauen uns Bilder im Internet und in Büchern an“, sagt Löffler. „Für die Ausgabe sind wir sogar selbst nach Stralsund gereist, haben Perspektiven und Blickwinkel abfotografiert.“ Zuvor waren die Mosaik-Mitarbeiter auch schon in Lübeck und haben sich in Museen umgeschaut.

Das Ergebnis führt dazu, dass man den Comic nicht einfach wegliest, sondern die Bilder länger beguckt und mitunter richtig genießt. Zudem achtet der Verlag darauf, dass die Leser anhand der Story auch etwas über Geschichte lernen können. „Und unsere Leser sind sehr aufmerksam. Sollte mal ein Detail nicht stimmen, wird die Redaktion von ihnen darauf hingewiesen.“

Worum geht es im neuen Heft?

Der Verlag fasst das Geschehen im neuen Heft so zusammen: „Der Lübecker Hinricus Luneborg hat einen Lauf: Nachdem es ihm gelungen war, alle Beweise seiner Zusammenarbeit mit den Seeräubern zu vernichten und er für wenig Geld eine eigene Kogge gekauft hatte, setzt er nun alles daran, Bürgermeister anstelle des Bürgermeisters zu werden. In Stralsund erfahren Abrax und Simon eine neue Version der Geschichte um den Schatz der Likedeeler. Ob sie das ihrem Ziel näherbringt, worüber sich Califax und Clarus freuen und was Brabax in Lübeck erwartet, das steht im Mosaikheft Nummer 526.“ Die neue Ausgabe wird mit einem Sonderheft erscheinen.

Verkäufe stiegen um 20 Prozent

Bei der Vorgänger-Geschichte, die zu Zeiten Luthers spielte, hatte sich der Ausflug nach Wittenberg auch ausgezahlt: Das Abenteuer kam bei der Leserschaft so gut an, dass im Schnitt 20 Prozent mehr Hefte als normal verkauft wurden.

Und wie geht es weiter, wenn der Schatz der Likedeeler gefunden und die Hansezeit-Geschichte auserzählt ist? Verraten kann Löffler da natürlich noch nichts Konkretes, nur so viel: „Es wird wieder ein historisches Thema.“

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