Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Einmal Sundschwimmen, immer Sundschwimmen
Vorpommern Stralsund Einmal Sundschwimmen, immer Sundschwimmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
10:00 06.07.2019
Ute Kostyra und Ulf Schwarzer gehören seit vielen Jahren zum Orga-Team des Sundschwimmens. Quelle: Miriam Weber
Anzeige
Stralsund

 Die Liste der Gemeinsamkeiten ist lang: Sie sind gebürtige Stralsunder, kennen sich von Kindesbeinen an, waren gemeinsam im Trainingszentrum Schwimmen, sind beide Sportlehrer geworden – und gehören seit vielen Jahren zum Organisationsteam des Stralsunder Sundschwimmens: Ute Kostyra und Ulf Schwarzer. „Wir sind sozusagen im Schwimmen groß geworden und immer dabei geblieben“, sagt die 54-Jährige.

Fixtermin: Sundschwimmen

Schon als jugendlicher Rettungsschwimmer gehörte es dazu, dass man beim Sundschwimmen als Helfer mit am Start war. „Irgendwie versuchen alle, die mit dem Stralsunder Rettungsschwimmen verbunden sind, an diesem Tag auch hier zu sein, selbst wenn sie gar nicht mehr in der Hansestadt leben“, sagt Ulf Schwarzer. „Das ist wie ein riesiges Klassentreffen.“

In diesem Jahr wird die 55. Auflage des beliebten Langstreckenschwimmens gefeiert, das die Sportler von Parow nach Stralsund führt. Ulf Schwarzer begeht sein eigenes kleines Jubiläum, denn seit 20 Jahren ist er der Chef des Organisationsteams. Seit 1999 wird das Sundschwimmen von der DLRG-Ortsgruppe Stralsund organisiert, davor war der Landesverband der Veranstalter. „Aber über alle Jahre war es immer ein ,Baby’ des Wasserrettungsdienstes“, blickt Ulf Schwarzer zurück, der selbst 1983 das letzte Mal als Teilnehmer in die Fluten gestiegen ist. „Aber das fehlt mir nicht“, sagt er mit einem Lachen.

Immer am Start

Ganz im Gegensatz zu Ute Kostyra. „Ich war im vergangenen Jahr das 37. Mal dabei. Premiere war für mich 1979 mit der Erlaubnis meiner Eltern mit 14 Jahren.“ Bisher musste sie nur zweimal wegen der Geburt ihrer beiden Töchter aussetzen. „In diesem Jahr wird es leider wegen einer Knieverletzung auch nicht klappen“, sagt sie mit Bedauern. Im Organisationsteam zu sein und selbst mitzuschwimmen, habe immer gut geklappt. „Es hat den Vorteil, dass ich aus der Aktivensicht etwas zu den Entscheidungen sagen kann und man diese Erfahrungen auch in die Vorbereitungen für das nächste Sundschwimmen mitnimmt.“ Für sie sei das Sundschwimmen immer etwas ganz Besonderes: „Das ist so eine ganz besondere Stimmung, wie in einer riesigen Gemeinschaft“, versucht sie zu erklären.

Die Sache mit den Stichlingen

Ute Kostyra kann sich noch an viele schöne, aber manchmal auch kribbelige Momente erinnern. Kribbelig im wörtlichen Sinne, denn „bei einer Veranstaltung habe ich mich gefragt, was krabbelt und pikst denn da so. Nachdem wir aus dem Wasser gestiegen sind, haben wir festgestellt, dass wir alle kleine Stichlinge im Badeanzug und den Badehosen hatten“, erinnert sie sich mit einem Lachen. Nichts Ungewöhnliches, das passiere öfter, bestätigt Ulf Schwarzer. „Oder kannst du dich noch an den einen Schwimmer erinnern, der von Stralsund aus wieder zurück nach Altefähr schwimmen wollte, weil er seinen Beutel dort noch liegen hatte?“, ruft Ute Kostyra und nun reiht sich eine Anekdote an die andere. Etwa, dass zu DDR-Zeiten riesige Pötte mit Schweineschmalz statt Vaseline zum Einschmieren in Altefähr bereitstanden oder dass zum 750. Geburtstag der Hansestadt, 1984, von den erhofften 750 Schwimmern wegen des Mistwetters nur 360 tatsächlich an den Start gingen. Ulf Schwarzer weiß noch genau, dass er ausgerechnet bei „seinem“ ersten Sundschwimmen 1999 die Entscheidung treffen musste, dass eine verkürzte Distanz entlang des Freibads geschwommen wurde.

Eine großartige Teamleistung

Was jedoch bei beiden immer wieder deutlich wird: Es ist eine Teamleistung, diese Veranstaltung auf die Beine zu stellen. „Wir sind einfach eine tolle Truppe“, sagt Ute Kostyra. „Alles läuft entspannt und harmonisch, jeder kennt seine Aufgaben und jeder kümmert sich.“ Natürlich sei es aufwändig, aber die zumeist positiven Rückmeldungen würden das wettmachen. Einer, der sich vor allem darum kümmert, die jüngeren Rettungsschwimmer zu lenken, ist Matthias Reuter. Auch er ist seit 1990 im Orga-Team. „Ach, es macht einfach Spaß, wenn man die Truppe um sich hat“, sagt der einstige Lehrer und mit einem Lachen fügt der 72-Jährige hinzu: „Für mich ist es eine schöne Freizeitbeschäftigung.“

Über die vielen Jahre habe man ein großes Netz von Unterstützern und Helfern aufgebaut, auf das man sich verlassen könne“, sagt Ulf Schwarzer. Abgesehen von den etwa 350 Helfern an Land und auf dem Wasser gebe es breite Unterstützung vom Arbeiter-Samariterbund, dem Deutschen Roten Kreuz, Technischen Hilfswerk, der Marine oder der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. „Und es kommen unzählige weitere Unterstützer dazu“, betont Schwarzer.

Der Tag im Überblick

Der Start des 55. Sundschwimmens wird wegen der Witterungsverhältnisse und der niedrigen Wassertemperaturen in Parow erfolgen, das Kindersundschwimmen fällt komplett aus.

9 bis 11 Uhr Anmeldung und Registratur 55. Sundschwimmen

11.30 Uhr Eröffnung des 55. Sundschwimmens durch den Schirmherren und den Wettkampfleiter

12 Uhr Bustransfer der Schwimmer

13 Uhr Start des Sundschwimmens durch den Ehrenstarter Joachim Rasch

Gegen 13.30 Uhr Eintreffen der ersten Schwimmer im Strandbad

14 bis 17 Uhr Unterhaltungsprogramm mit Moderator Maik Hofmann und Thorsten Erdmann und Tombola

gegen 16 Uhr Siegerehrung 55. Sundschwimmen

ab 19.30 Uhr „Nacht der Retter“ mit Musik und Tanz mit Thorsten Erdmann

1100 Schwimmer hatten sich für den Start angemeldet, um eigentlich den Sund zu überqueren.

Vier Minuten und 20 Sekunden dauerte es, bis die Startplätze belegt waren.

16 Grad Wassertemperatur muss der Sund haben, damit das Schwimmen gestartet werden kann. Im Bereich der zu überquerenden Fahrrinne kann diese Temperatur um ein bis zwei Grad niedriger sein.

1082 Starter kommen aus Deutschland, gefolgt von Tschechien (4), Österreich (2) und jeweils ein Starter kommt aus Dänemark, Luxemburg, Niederlande und Großbritannien.

31 838 Teilnehmer sind seit 1965 insgesamt an den Start gegangen.

38 Minuten und 32 Sekunden brauchte die schnellste Frau des vergangene Jahres, Ina Ziegler aus Rangsdorf, schnellster Mann war Tom Maron aus Bremen. Er erreichte das Ziel nach nach 33 Minuten und 49 Sekunden. Im vergangenen Jahr wurde ebenfalls von Parow aus gestartet.

Miriam Weber

Das 154 Jahre alte Unternehmen Schütt & Ahrens in Stralsund platzt aus allen Nähten. Die Arbeiten für ersten Neubau am Carl-Heydemann-Ring sollen im Herbst beginnen. Im zweiten Bauabschnitt fließen weitere 1,5 Millionen in ein modernes Service-Zentrum.

06.07.2019

Auf den beiden Porträts sind Margarethe und Gottfried von Kathen zu sehen. Sie haben einst mit ihrer Familie im heutigen Museumshaus, Mönchstraße 38, gelebt.

05.07.2019

In der Hansestadt Stralsund stieg am Sonnabend das größte Schwimmevent Vorpommerns. Rund 1000 Schwimmer kämpften sich von Parow aus durch den Strelasund bis zur Badeanstalt. Doch die Temperaturen des Sundes machten vielen Schwimmern zu schaffen.

07.07.2019