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Stralsund Diese Leckereien heißen so wie Orte in Vorpommern
Vorpommern Stralsund Diese Leckereien heißen so wie Orte in Vorpommern
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17:36 30.08.2019
Küchenchef Phillip Laubner präsentiert im Pfannkuchenhaus in Dierhagen die Dierhägener Strandschnitte. Quelle: Timo Richter
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Vorpommern

Den Rügener Badejungen kennt fast jeder. Der Camembert ist nicht nur deshalb in aller Munde, weil er gut schmeckt, sondern auch, weil das Deutsche Milchkontor ihn künftig nicht mehr auf Rügen produzieren wird. Den Namen trägt er seit Jahrzehnten – benannt nach Deutschlands größter Insel, die zugleich eine der schönsten ist.

Es gibt in Vorpommern aber noch viele weitere Leckereien, die Namen von Orten oder Gebieten tragen. Haben Sie zum Beispiel schon einmal ein Ryckwasser geschlürft? Oder eine Pizza Stralsund gegessen? Hier sind sechs Beispiele für die Kreativität von Gastronomen und Lebensmittel-Produzenten bei der Namensgebung für ihre Spezialitäten.

Originale Freester Fischsuppe ist der Renner

Petra Seewald kredenzt im Restaurant des Hotels "Leuchtfeuer" in Freest eine Klare Freester Fischsuppe, Das Original. Darin enthalten sind Dorsch, Zander und Lachs sowie viel Gemüse. Quelle: Cornelia Meerkatz

Wer das kleine, wunderschöne Fischerdorf Freest an Peenestrom und Greifswalder Bodden besucht, muss unbedingt auch Fisch gegessen haben. Das jedenfalls findet Monika Kammradt, Inhaberin des Hotels „Leuchtfeuer“. In ihrem zum Hotel gehörenden Restaurant ist die „Klare Freester Fischsuppe, Das Original“ der Renner.

Eigentlich soll die Suppe eine Vorspeise sein. Doch im „Leuchtfeuer“ besteht das „Süppchen“ aus einer großen Schüssel Dorsch, Zander und Lachs, dazu frische Gemüsestreifen, viel Petersilie und selbst gekochte Fischbrühe. Viele Gäste sind angesichts der Fülle nach der Suppe satt. Wer noch Hunger verspürt, dem sei der große Fischteller „Leuchtfeuer“ oder eine frische Fischsülze mit Bratkartoffeln empfohlen.

„Aber die von uns kreierte Freester Fischsuppe haben wir seit der Eröffnung im Angebot. Und sie wird immer wieder von den Gästen verlangt, denn alle Zutaten sind frisch von der Freester Fischereigenossenschaft. Oder zumindest dann, wenn die Fangquote es zulässt“, betont Kammradt.

Stralsund“ zum Mitnehmen oder Hier-Essen?

So sieht die Pizza Stralsund aus. Quelle: Kay Steinke

Einmal „Stralsund“ zum Mitnehmen. Was Ahmet Karasu da als Bestellung aufnimmt, ist eine Stralsund-Pizza. Der Kurde aus der Osttürkei lebt mit seiner Familie seit zehn Jahren am Strelasund und betreibt unter anderem am Neuen Markt den City-Döner.

Seit 2016 gibt es hier die Stralsund-Pizza und inzwischen auch eine Stralsund-Pide. Letzteres ist ein gefülltes Fladenbrot in Schiffchen-Form. „Ich wollte meinen Kunden etwas anbieten, das sowohl etwas von Stralsund als auch von uns enthält“, sagt Ahmet Karasu. Und weil Stralsund am Wasser liegt, kommt Fisch – in diesem Falle Thunfisch – darauf und als Zutat „von uns“ türkisches Dönerfleisch. Ferner gehören dazu Tomatensoße Käse, Peperoni und Rucola.

Das Rezept gilt für die Pizza ebenso wie für die Pide und egal, wofür man sich entscheidet: Es schmeckt beides lecker. Es gibt im City-Döner noch weitere Gerichte, die Städtenamen tragen, etwa „Pizza Berlin“ oder „Pizza Istanbul“. Ahmed Karasu hat damit gute Erfahrungen gemacht: „Das verkauft sich alles gut. Die Leute mögen das.“

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Süße Versuchung: die Greifenwoge

Die "Greifenwoge" (oberstes Regal, rechts außen) kann im Marell Café in Greifswald gekostet werden.  Quelle: Florian Böddicker

Diese Greifswalder Leckerei ist etwas für ganz Süße: die „Greifenwoge“. Gekostet werden kann sie im Marell-Café im Pommerschen Landesmuseum. „Das ist ein Blechkuchen mit einem Schokoladenboden, Kirschen, Vanillecreme und Schoko-Stückchen“, erklärt Kellner Florian Böddicker.

Er selbst arbeite seit 2015 in dem Café und bereite die „Greifenwoge“ regelmäßig selbst zu. Das Backen dauere zwei Tage: „Der Boden muss in Ruhe abkühlen, bevor er mit der Creme bestrichen wird. Für die beste Geschmacksentfaltung muss er einige Stunden ruhen.“

Verfeinert werde der Teig durch etwas Maraschino-Likör, einem Alkohol mit Kirsch-Aroma aus Südeuropa. Die „Greifenwoge“ sei besonders am Wochenende beliebt. Dann serviere er pro Tag ein ganzes Blech an die Gäste. „Wir haben Stammkunden, die sie immer bestellen und enttäuscht sind, wenn es sie nicht gibt“, erzählt der Kellner. Er empfiehlt zu der süßen Eigenkreation des Cafés ein leicht bitteres Getränk: „Ich persönlich trinke dazu gerne einen Americano, also einen mit Wasser verlängerten Espresso.“

Mutige bestellen ein Ryckwasser

"Ryckwasser": der Cocktail erinnert durch seine Farbe an den Greifswalder Fluss.  Quelle: Carla Blecke

Im Restaurant „Poro“ am Greifswalder Markt können Mutige ein „Ryckwasser“ bestellen. Anders als bei den meisten Cocktails gibt die Karte dem Kunden bei diesem Getränk keine Auskunft über die Zutaten. Dort steht lediglich „Your grandma knows...“ (dt.: „deine Oma weiß es...“). Kellnerin Sandra Möller verrät: „In dem Getränk sind Jägermeister, Grenadine und Curaçao sowie Mango-, Kirsch, Orangen, Apfel- und Grapefruitsaft.“

Den Namen erhielt das Getränk wegen seines Aussehens. Die braune Farbe erinnere stark an den Greifswalder Fluss Ryck. „Unser Chef hat den Drink kreiert“, sagt Sandra Möller. Seit der Eröffnung des Restaurants vor elf Jahren stehe er auf der Karte. „Das Getränk ist etwas für Feinschmecker“, so Möller. „Viele trauen sich nicht, es zu probieren.“ Wer es dennoch wagt, die braune Flüssigkeit zu trinken, wird kein Salzwasser schmecken, sondern viel mehr die Süße der Fruchtsäfte.

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Das deftig-zarte Schnittchen aus Dierhagen

Küchenchef Phillip Laubner präsentiert im Pfannkuchenhaus in Dierhagen die Dierhäger Strandschnitte. Quelle: Timo Richter

Ein Klassiker im Pfannkuchenhaus in Dierhagen ist die Dierhäger Strandschnitte. Eine geröstete Schnitte Roggenbrot, darauf hausgemachte Crème fraiche, gebeizter Räucherlachs obendrauf und ein Kräuterrührei als Krönung on top. Zusammen mit einer kleinen Salatgarnitur ist das die Dierhäger Strandschnitte. Der deftig-zarte Schmaus gehört in dem Restaurant zusammen mit dem Bauernfrühstück zu den am häufigsten bestellten Gerichten – außer den süßen und deftigen Pfannkuchenkreationen. Frische Zutaten machen das Gericht aus, dessen Herstellung vergleichsweise wenig Aufwand erfordere.

Er habe mit dem Restaurant auch die „Dierhäger Strandschnitte“ übernommen, sagt Inhaber Kilian Krause. Das sei gerade im Sommer eine richtig gute Mittagsportion, die bei den Gästen gut ankommen. Rund 20 Mal in der Woche werde die „Dierhäger Strandschnitte“ bestellt, sagt Kilian Krause.

Die Milch macht’s auf Rügen

Seit 21 Jahren verarbeitet die Rügener Inselfrische die Milch aus der Nachbarschaft für echte regionale Produkte. Erdbeer-Sommerfrische, Frischkäse oder Sanddorn-Aufstrich Quelle: Inselfrische Rügen

Seit mittlerweile 21 Jahren ist die Rügener Inselfrische die Marke für Milchprodukte von der Insel. Buttermilch, Quark, Joghurt und die verschiedensten Dessert-Sorten haben sich ihren Stammplatz auf den Esstischen der Insel und darüber hinaus genauso erobert wie die Brotaufstriche, der Frischkäse oder die handgerollten Käsebällchen. Das Poseritzer Unternehmen ist dabei auch der Hauslieferant für die Rügener Hotels.

„Es ist schön, wenn die Urlauber zu uns auf den Hof kommen und Produkte mit nach Hause nehmen möchten, die sie zuvor auf dem Frühstücksbuffet ihres Hotels kennengelernt haben“, freut sich Caroline Rahm, die bei der Rügener Inselfrische für das Qualitätsmanagement verantwortlich ist.

Im Sommer gehört das Sommerfrisch Erdbeer Dessert zu den beliebtesten Leckereien. Der Vorteil der regionalen Produkte ist, dass die Zutaten nur kurze Wege bis zur Verarbeitung hinter sich bringen müssen. „Wir verarbeiten die Milch aus dem Dorf im Dorf“, sagt Caroline Rahm, die auf die Agrarprodukt Poseritz als Milchlieferant setzt.

Hier jagt der Chef den „Süderholzer Hirsch“ noch selbst

Süderholzer Hirschrücken aus Kaschower Forst Quelle: Golfpark Strelasund

Wenn der leidenschaftliche Jäger und Seniorchef des Golfparks Strelasund, Michael Rehmer, auf die Jagd geht, landet seine Beute nicht selten auf den Tellern der Gäste des Hotels in Kaschow. Auf der Speisekarte nennt sich die regionale Spezialität Wildrücken aus dem Kaschower Forst. Auch ein Süderholz-Rind findet sich.

Welches Tier zur Mahlzeit verarbeitet wird, hänge davon ab, was geschossen werden könne, sagt Alexander Wegner, gastronomischer Leiter des Golfparks. „Die Wildsaison geht jetzt erst richtig los. Eigentlich gibt es diese deftigen Gerichte eher in der kalten Jahreszeit.“ Der Wildrücken sei besonders auf Firmen- und Familienfeiern beliebt. Serviert wird er auf Erbsenpüree.

Für das Kulinarische im Golfpark ist der Landgasthof Frettwurst zuständig. Der Name stammt von der damals dort ansässigen Familie, die die Dorfkneipe über Generationen bewirtschaftete. Der berühmteste Sprössling und Gastwirt war Lebrecht Frettwurst. Zugleich war er auch der beste Gast seiner Kneipe, weshalb er eines Tages einem tragischen Fahrradunfall erlag. Wäre er doch beim Wildrücken geblieben!

Von Cornelia Meerkatz, Jörg Mattern, Carla Blecke, Timo Richter, Wenke Büssow-Krämer, Flemming Goldbecher, Thomas Pult

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