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Stralsund Ein Labor setzt Kundenwünsche digital um
Vorpommern Stralsund Ein Labor setzt Kundenwünsche digital um
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13:38 14.03.2019
Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) im Gespräch mit Lars Schneider, Geschäftsführer des Stralsunder Ablegers der Hamburger affinis consulting GmbH (r.) und Tanja Schwarzrock, Marketing-Verantwortliche. Quelle: Jörg Mattern
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Stralsund

Es riecht noch etwas nach frischer Farbe im Solution Lab, dem „Lösungslabor“ der affinis consulting GmbH im Quartier 17, als Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) von Geschäftsführer Lars Schneider begrüßt wird. Tatsächlich gibt es die Stralsunder Außenstelle des Hamburger IT-Dienstleisters erst seit letzten November in diesen Räumen, erfährt der OB bei seinem Firmenbesuch. „Das Team hat sich in dieser Zeit schnell in seine Aufgaben eingearbeitet. In der nächsten Woche haben wir zur offiziellen Eröffnung eingeladen“, sagt Schneider.

Im Gespräch kommt schnell die Frage auf: Wie kam affinis auf Stralsund? Der Geschäftsführer berichtet davon, dass man sich bei der Standortsuche auch in Magdeburg, Kiel und Greifswald umgeschaut habe. Personalmanagerin Friederike Kritzler weiß, dass man es affinis die Entscheidung nicht immer so leicht gemacht hat wie in Magdeburg: „Hier sind wir mit unserer Frage nach geeigneten Fachkräften mit der Aussage abgespeist worden – es gebe keine.“

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Anders in Stralsund. „Hier gingen schon nach den ersten Anrufen bei der Wirtschaftsförderung der Hansestadt, bei Arbeitsagentur und Hochschule alle Türen auf“, sagt Friederike Kritzler. Für Lars Schneider wichtig, der gute Kontakt zur Hochschule Stralsund (HOST): „Hier decken sich nicht nur die Schwerpunkte der fachlichen Ausbildung mit unserem personellen Bedarf. Mit Professor Klotz haben wir dazu einen kooperativen Ansprechpartner gefunden.“ Innerhalb von drei Monaten konnte affinis in Zusammenarbeit mit der Hochschule Stralsund ein junges Team von zehn Mitarbeitern aufbauen. Darüber hinaus wurden erste Formen der Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und der Hochschule entwickelt. So ist affinis Kooperationspartner für den Studiengang Wirtschaftsinformatik. Geplant sind die Vermittlung von Abschlussarbeiten oder gemeinsame Lehrprojekte, Praxisvorträge und Studien.

Darüber hinaus lässt Schneider durchblicken, dass bei der Entscheidung für den Standort Stralsund die Attraktivität der Welterbestadt und ihres Umfeldes mit Rügen und der Ostsee vor der Tür als Wohnort für IT-Fachleute durchaus eine Rolle gespielt hat.

Alexander Badrow ist davon sehr angetan: „Hier greift jetzt genau das, was wir seit Jahren vorbereiten. Wenn wir als Stadt bei der Einwohnerzahl zulegen wollen, dann können wir nur ein attraktives Umfeld schaffen, was Unternehmen und damit Arbeit und Fachleute nach Stralsund holt.“ Und dass dabei IT-Arbeitsplätze sehr willkommen sind, daraus macht der technik-affine OB kein Hehl. Die Hansestadt bereitet mit dem Wirtschafts- und Wissenschaftscampus (WWS) in Hochschulnähe ein Ansiedlungsprojekt vor, für genau diese Art Unternehmen, die im Mittelpunkt des digitalen Wandels stehen werden.

Mit seinen Mitarbeitern steckt das Solution Lab von affinis bereits mittendrin im digitalen Wandel. Hier werden kundenorientierte IT-Lösungen für mittelständische Unternehmen, aber auch Konzerne aus Deutschland entwickelt und betreut. Im Mittelpunkt stehen Themen rund um das Kundenmanagement und die Kundenkommunikation. Etwa in solchen Fällen, in denen eine Versicherung eine neue Plattform im Internet aufbauen und darüber digitale Produkte verkaufen will. „Dann geht es darum, mit unserem Fachwissen den Unternehmen die passenden Ergebnisse zu liefern, die für deren Arbeit Basis schaffen für Kundenerlebnisse mir Wow-Faktor“, sagt Schneider.

Ein Stück Digitalisierung, die auch Badrow für die Zukunft Stadtverwaltung als öffentlicher Dienstleister im Blick hat. „Der Bürger will doch letztlich nicht lange auf dem Flur der Verwaltung sitzen und sowenig Papier wie möglich ausfüllen, sondern einfach und verständlich mit drei Klicks sein Anliegen auf den Weg bringen.“ Die Stadtwerke Stralsund interessieren sich offenbar auch für diese Art Know-how. Wie Schneider durchblicken ließ, gab es erste Anfragen dazu.

Jörg Mattern