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Stralsund Pommerns Fußballfest endet nach der Vorrunde
Vorpommern Stralsund Pommerns Fußballfest endet nach der Vorrunde
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12:20 23.06.2019
Deutsche Altherrenmeisterschaft Fußball in Nordhorn Quelle: E-Mail-OZ-Lokalredaktion-HST
Nordhorn

Enttäuschte Gesichter statt Fußballfest bei den Alten Herren des FC Pommern. Schon am Samstagmittag war für die Stralsunder die Deutsche Meisterschaft der Ü-32-Spieler in Nordhorn zu Ende. Das ersehnte Achtelfinale, das man 2014 und 2015 erreicht hatte, fand diesmal ohne Stralsunder Beteiligung statt. Aber auch Neubrandenburg schied aus – und der Erstplatzierte der ewigen Bestenliste FC Bayern München musste auch frühzeitig einpacken.

Nachdem am Freitag Sieg und Unentschieden gegen Söllingen und Troisdorf vier Punkte brachten, hatten die Pommernkicker nun noch zwei Möglichkeiten, in die Hauptrunde einzuziehen. Ein Sieg aus beiden Partien hätte zum Weiterkommen gereicht.

Vorrunde endet mit zwei Niederlagen

Als erster Gegner wartete mit Helmstedt der Vizemeister des Vorjahres. Stralsund tat sich schwer, bekam die cleveren Niedersachsen nicht so richtig in den Griff. Es fehlten gute Spielideen. Doch immerhin gelang es den Sundstädtern, sich durch eine gute Abwehrarbeit tapfer gegen das Gegentor zu wehren. Als sich alle schon auf ein stark erkämpftes 0:0, das sicher etwas Selbstvertrauen gegeben hätte, eingestellt hatten, fiel zehn Sekunden vor Abpfiff doch noch das 0:1. Schade, aber eine Chance blieb ja noch.

Gegen Lübeck, eine ebenso erfahrene Meisterschaftstruppe, sollte nun der Sieg her. Doch auch hier das gleiche Bild. Lange konnte der FCP das Spiel offen halten. Nach einer Druckphase der Lübecker hatten zwar auch die Stralsunder ihre starken Minuten, doch richtig torgefährlich wurden sie nicht. Der Gegner hatte zwar auch nur eine Chance, nutzte diese aber zum Tor. Also wieder eine 0:1-Niederlage für die Pommern-Elf.

Trostrunde mit Elfmeterschießen

In der darauf folgenden Trostrunde ging es nur noch um die Endplatzierung. Hier versuchten die Stralsunder, ein Team aus Düsseldorf zu schlagen. Nachdem die Oldies vom Sund zunächst zurücklagen, sorgte Christian Orend, der in diesem Match die Kapitänsbinde trug, für den Ausgleich. Damit retteten sich die Jungs ins Elfmeterschießen. Doch an diesem Tag war das Glück einfach nicht auf Stralsunder Seite – mit 3:4 unterlag die Mannschaft.

„Ich bin mit diesem Spiel eigentlich ganz zufrieden, denn hier konnten auch die spielen, die bisher nicht zum Einsatz kamen. Diese Jungs haben ihre Sache gut gemacht“, sagte Trainer Norbert Peters nach Abpfiff und schob nach einer kurzen Pause hinterher. „Es sollte eben nicht sein. Aber man darf auch mal nicht vergessen: Alle Mannschaften, die hier sind, können gut Fußball spielen. Und wir hatten eben eine starke Gruppe.“

Doch warum kam der Pommern-Express, der bei den beiden letzten Meisterschafts-Teilnahmen bis ins Achtelfinale rauschte, 2019 so schnell zum Stehen? „Ich habe ja schon vor der Anreise hier gesagt, dass wir nicht so gut vorbereitet waren wie in den anderen beiden Jahre. Wir konnten nicht so trainieren, wie wir es wollten, weil ständig Leute verletzt waren. Deshalb gab es die eine eingespielte Mannschaft nicht“, schätzte Coach Peters (68) ein. „Und ganz ehrlich: Mir hat bei einigen der letzte Biss gefehlt.“

So denken Trainer und Spieler

Auch der 33-jährige Matthias Hinz, gemeinsam mit Nico Vanek das Abwehr-Bollwerk des FCP und eigentlich immer mit einem flotten Spruch auf den Lippen, sagte nach dem Ausscheiden: „Ich finde, wir waren kein Kollektiv auf dem Platz. Und zweitens hat uns die richtige Einstellung gefehlt“, so der Berufssoldat, übrigens der jüngste Aktive im Team.

Christian Orend, Robert Kuse, beide schossen ein Tor, Mathias Schulz, Matthias Hinz und die verletzten Denny Duggert und Stephan Fischer. Quelle: Ines Sommer

Auch Keeper Holger David ärgerte sich: „Wenn man das fußballerisch nicht löst, muss man das über den Kampf hinkriegen. Aber die erste Niederlage hat uns irgendwie runtergezogen. Ist ja andererseits auch kein Wunder, Pommern hat seit anderthalb Jahren kein Spiel verloren. Das sind wir nicht gewohnt, können gar nicht mehr mit einer Niederlage vernünftig umgehen“, sagte der 43-jährige Zimmermannsmeister. „Das sind hier alles Landesmeister, und die haben ganz andere Staffeln gewonnen als wir, das muss man auch mal sehen.“

Freitags-Torschütze Robert Kuse (39) war sich mit seinem Teamkollegen Karsten Voß (37) einig: „Wir sind viel zu verkrampft, wir müssen mal wieder Spaß am Fußballspielen haben. Die anderen waren einfach besser, haben verdient gewonnen. Und das muss man akzeptieren.“

Nächstes Wochenende schon nächste Meisterschaft

Niederlage hin oder her, eines wollten sich die Pommern-Oldies nicht nehmen lassen: Die ebenso beliebte wie feuchtfröhliche Abschlussfeier mit Siegerehrung. Und bis dahin war die herbe Enttäuschung über Platz 33 schon etwas verflogen.

Viel Zeit zum Nachbereiten ist nicht, denn schon am nächsten Samstag steht das Landesmeisterschaftsfinale in MV an. Wer da den Titel holt, hat für den Altherren-Supercup, wie die Deutsche Meisterschaft offiziell heißt, die Fahrkarte nach Neuenburg in Südbaden in der Tasche.

Der FC Pommern Stralsund bei der Deutschen Altherrenmeisterschaft in Nordhorn. Quelle: Ines Sommer

40 Mannschaften kämpften in Nordhorn auf sechs Plätzen

Der 14. Altherren-Supercup fand im niedersächsischen Nordhorn statt, unmittelbar an der holländischen Grenze. Die Stadt mit etwas über 50 000 Einwohnern hat die inoffizielle Deutsche Meisterschaft auf sechs Plätzen in zwei Stadien ausgetragen. Die Stadt hat rund 1600 Gäste zu diesem Event empfangen.

36 Schiedsrichter, darunter zwei Frauen, leiteten die Spiele. 30 Leute gehörten dem Organisationsteam um Friedel Gehrke an. Nicht nur die Fußballer und Betreuer, auch die Initiatoren des Cups lobten die tolle Veranstaltung, die der VfL Weiße Elf mit seinen Partnern auf die Beine gestellt hat.

Der Gastgeberverein feierte mit diesem Fußballfest gleichzeitig den 100. Vereinsgeburtstag. Im Festzelt sorgten die Frauen mit 65 Kuchen und Torten ebenso dafür, dass keiner der über 1000 Fußballer hungern muss, wie Grill-, Fisch- und Burgerstände. Die Stralsunder Fans um Markus Wolff, Michael Philippen und Katrin Janik hatten nach einer Verkostung auch die Beach-Bar für gut befunden.

80 Spiele gab es in der Vorrunde, 23 wurden in der Trostrunde gespielt. Weitere 16 Duelle waren nötig, um über Achtel-, Viertel- und Halbfinale den Sieger zu küren. Auch der Bronzeplatz wurde ausgespielt.

Der FC Pommern Stralsund war dabei

Ines Sommer

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