Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Pilotprojekt beim Roten Kreuz
Vorpommern Stralsund Pilotprojekt beim Roten Kreuz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:07 24.10.2018
Andrea Bonnab, Margitta Koch, Brigitte Gründler (v.l.) arbeiten ehrenamtlich bei der Blutspende des Deutschen Roten Kreuzes in Stralsund
Andrea Bonnab, Margitta Koch, Brigitte Gründler (v.l.) arbeiten ehrenamtlich bei der Blutspende des Deutschen Roten Kreuzes in Stralsund Quelle: Miriam Weber
Anzeige
Stralsund

Die Brötchen sind geschmiert, mit Gemüse dekoriert. Daneben stehen Kekse und Obst, der Kaffee ist aufgebrüht, die obligatorische Bockwurst steht bereit. Wer sein Blut beim Deutschen Roten Kreuz spendet, kann sich darauf verlassen, dass er umsorgt wird. Doch wer steckt eigentlich hinter den kulinarischen Leckereien?

Verantwortung übernehmen

In Stralsund machen sich ehrenamtlich Engagierte die Mühe, für die Spender einen Imbiss zu zaubern. Doch es ist viel mehr als nur ein Ehrenamt nebenbei. „Es ist fast ein Job“, sagt Andrea Voellmer von der Blutspende des DRK über „ihre“ Ehrenamtler. Jeden Dienstag kümmern sich die Damen um Teamleiterin Margitta Koch um das leibliche Wohl der Blutspender. Doch das beinhaltet nicht nur Kaffee zu kochen und Brötchen zu schmieren. „Seit Juli dieses Jahres läuft bei uns ein Pilotprojekt“, erklärt Andrea Voellmer. Mit dem haben die Ehrenamtlichen eine Menge Verantwortung übernommen. „Wir kümmern uns allein um das komplette Catering“, sagt Margitta Koch. Die Stralsunderin erklärt, was dahinter steckt: „Zum Monatsanfang besprechen wir, was auf den Speiseplan kommt. Die Zutaten müssen dann selbstverständlich bestellt werden und irgendwie zu den Spendeorten kommen.“ Denn neben den festen Terminen im Ärztehaus an der Schwedenschanze kommen auch Außentermine wie an der Marinetechnikschule, an der BfA oder dem Staatlichen Amt für Umwelt und Natur hinzu. Das bedeutet eine Menge Organisation, bevor überhaupt das Brötchenschmieren losgehen kann. „Aber wir haben uns in dieser Zeit ein Helfernetzwerk aufgebaut“, sagt Margitta Koch stolz und erwähnt die gute Zusammenarbeit mit dem Discounter famila. „Klar ist das manchmal anstrengend, denn wir müssen genau kalkulieren“, sagt die 59-Jährige. „Aber wir empfinden es als eine große Wertschätzung unserer Arbeit, dass wir diese Verantwortung übernehmen dürfen.“

1353 Blutspender im ersten Halbjahr

In der ersten Hälfte dieses Jahres haben sich die Ehrenamtlichen um das Wohl von 1353 Spendern gekümmert. „Da gehört auch ein Plausch dazu und natürlich freuen wir uns, wenn von den Spendern auch mal ein nettes Wort zu unserer Arbeit kommt.“

Ehrenamt als Tor zur Außenwelt

Doch das Engagement hat für Margitta Koch noch eine ganz andere wichtige Bedeutung: „Es ist für mich das Tor nach draußen“, sagt die Rentnerin. „Ich habe zwar Enkelkinder, um die ich mich gern kümmere, aber ich brauche etwas für mich.“ Das Ehrenamt bei der Blutspende ist genau das Richtige. „Ich bin ein Mannschaftstier, muss nicht im Vordergrund stehen, sondern lieber in der Mitte.“ Die wöchentlichen Treffen seien für viele ein Fixpunkt und es hätten sich Freundschaften entwickelt. „Wir sind für einander da. Das ist unser Leben, unser Alltag.“ Um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, machen die Ehrenamtler vierteljährlich eine Bildungsfahrt, wie sie es selbst liebevoll nennen. „Wir unternehmen mit der Unterstützung des DRK etwas gemeinsam, machen auch mal eine Berliner Stadtrundfahrt oder fahren nach Warnemünde“, sagt Margitta Koch. Nicht zuletzt fühlen sie sich alle als Botschafter der Blutspende. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: „Wir könnten noch Verstärkung gebrauchen, gern auch jemanden mit Führerschein.“ Wer Interesse hat, kann sich telefonisch unter 390406 in der DRK-Geschäftsstelle in Stralsund in der Hafenstraße melden.

Miriam Weber

Stralsund Fischabfall in Teichidylle gekippt - Filetierte Dorsche im Moorteich entsorgt
24.10.2018