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Stralsund Erdrutsch in Steinhagen: CDU verliert Mehrheit und Bürgermeister
Vorpommern Stralsund Erdrutsch in Steinhagen: CDU verliert Mehrheit und Bürgermeister
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16:45 28.05.2019
Im Amtsbereich Niepars lag die Wahlbeteiligung am vergangenen Sonntag zwischen 49 und 78 Prozent. Quelle: dpa
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Niepars

Das ist wohl die größte Überraschung im Amtsbereich Niepars, dazu eine bittere für die CDU. Zwar konnten sich in Lüssow Thomas Kamphues und in Jakobsdorf Iris Basinski souverän durchsetzen, doch sowohl in Groß Kordshagen als auch in Niepars und vor allem in Steinhagen hagelte es Niederlagen.

Ein regelrechter Erdrutsch ist nach der Wahl am Sonntag in Steinhagen festzustellen. Die Christdemokraten hatten hier seit 20 Jahren unangefochten die Mehrheit – angeführt von ihrem Bürgermeister Dietmar Eifler. Seinem Wunschkandidaten, Hansjörn Butgereit, ist es nicht gelungen, die Nachfolge anzutreten. Mit 36,7 Stimmen blieb er weit unter den Werten, die die CDU hier früher einfuhr.

Dafür kann ein anderer strahlen: Ludwig Wetenkamp. Er sitzt seit vielen Jahren für den Bürgerrat im Gemeindeparlament. Sein unerschütterliches Engagement, auch bei ständiger CDU-Mehrheit nicht aufzugeben, hat sich nun ausgezahlt. „Ich bin unendlich dankbar, dass mir so viele Leute ihr Vertrauen gegeben haben. Aber ich weiß, die Fußstapfen von Dietmar Eifler sind groß, und die finanziellen Zwänge für die Kommunen werden nicht kleiner“, sagt der Professor der Elektrotechnik, der an der Hochschule in Stralsund arbeitet.

Gegen 22 Uhr habe der 59-Jährige am Wahlsonntag die ersten Ergebnisse bekommen. „Wir saßen bei Willi Schwittay und haben zuerst die Nachricht aus Steinhagen bekommen, dass ich dort mit acht Stimmen geführt habe. Dass es am Ende so ein klares Ergebnis wurde, hätte ich nicht gedacht.“ Ludwig Wetenkamp hat auch bereits mit seinem Herausforderer Hansjörn Butgereit gesprochen, als der ihm gratulierte. „Wir sind uns einig, dass wir in der Gemeindevertretung keine zwei Lager wollen.“

Grund zur Freude gibt es auch bei Siegfried Krüger. Der Feuerwehr-Chef ist neuer Bürgermeister. Er hatte alles auf eine Karte gesetzt, also nicht für die Gemeindevertretung kandidiert. Anders als sein Widersacher Volkert Thomsen. Der scheiterte zwar als Bürgermeister mit 33,2 Prozent, sitzt aber wie bisher in der Gemeindevertretung. Von der neuen lokalen Wählergemeinschaft ist nur ein Nominierter mit den nötigen Stimmen gewählt worden.

Die neue große Gemeinde Niepars ging gleich mit drei Bürgermeister-Kandidaten ins Rennen. Doch souverän zog Amtsinhaberin Bärbel Schilling ihre Runde. Sie sicherte sich 831 Stimmen, das sind 67,67 Prozent. Ein glatter Durchmarsch. CDU-Kandidat Werner Müller hat 21,25 Prozent erreicht. Auch wenn er als Bürgermeister scheiterte, sitzt er nun im neuen Ortsparlament, genau wie vier seiner Parteikollegen. Einzelbewerber Andreas Friemel bekam 11 Prozent.

Die neue Abgeordnetenrunde hat wegen der Fusion mit Kummerow und Neu Bartelshagen 16 Plätze. 9 Sitze (plus Bürgermeisterin) ergatterte die Wählergemeinschaft, die damit eine passable Mehrheit hat. Mit Thomas Kette, Gerald Harport und Jörg Becker haben alle drei Kummerower, die auf der Liste standen, den Sprung ins Parlament geschafft. Klug gewählt, liebe Kummerower. Bei der Linken sitzt Horst Badendieck, bisher Bürgermeister in Neu Bartelshagen, in der Nieparser Gemeindevertretung. Somit finden sich vier Kandidaten aus den beiden ehemaligen Gemeinden auf dem Abgeordnetenstuhl wieder. „Das ist eine gute Ausgangssituation für die neue fusionierte Gemeinde“, sagt Bürgermeisterin Bärbel Schilling.

Bis 2 Uhr nachts musste sie mit ihren Mitstreitern der Wählergemeinschaft warten. „Dann erst kam die für mich erlösende Nachricht. Aber dass es so klar wird, hatte ich nicht erwartet. Danke an die Wähler, die offensichtlich unseren Kurs richtig finden“, so die 71-Jährige.

Eins fällt wie in Steinhagen auch in Niepars auf: Die CDU wurde – wie im Landes- und Bundestrend – abgestraft. Und da auf unterster Ebene die Grünen kaum eine Rolle spielen, ziehen in den Kommunen die Wählergemeinschaften daraus ihren Nutzen.

Das sind die neuen Gemeindevertretungen

NIEPARS (16+1)CDU: Werner Müller, Kay Lüpke, Jürgen Medrow, Mirella Vinke, Jan WirthDie Linke: Horst Badendieck, Laura BehrensWählergemeinschaft: Gerald Harport, Rolf Mathiszik, Matthias Horn, Dirk Hedtke, Ines Meinke, Franz Hedtke, Thomas Kette, Jörg Becker, Jeanette KretschmerBürgermeister: Bärbel Schilling, Wählergemeinschaft (67,7%)Wahlbeteiligung: 60%

PANTELITZ (8+1)CDU: Wolfgang Ottensmeier, Dirk HauschildWählergemeinschaft: Dieter Goluch, Christian Wenzel, Steffen Kutschinski, Thomas Wanitschke, Kathleen Plümer, Evely SchlörBürgermeister: Fred Schulz-Weingarten, Wählergemeinschaft (83%)Wahlbeteiligung:49,4%

LÜSSOW (8+1)CDU: Sebastian Rotscher, Hans-Walter Blunck, Anton Gromnitza, Kati RossWählergemeinschaft: Jean Gappa, Stefan Schultz, Frank Grimm, Hans-Joachim MasloboyBürgermeister: Thomas Kamphues (73%)Wahlbeteiligung: 66%

JAKOBSDORF (6+1)CDU: Karin Ramin, Henry Bennemann, Norbert Bähr, Thomas KastenSPD: Beatrix HegenkötterEinzelbewerber: Thomas ArndtBürgermeister: Iris Basinski, CDU (75%)Wahlbeteiligung: 54,9%

WENDORF (8+1)Bürger für Wendorf: Aurel Hagen, Steffen Braun, Wilfried Bräunig, Jörg Stendorf, Björn Böttcher, Rainer Rudat, Heidi WaschkiEinzelbewerber: Manfred HaaseBürgermeister: Heinz-Werner Jennek (77%)Wahlbeteiligung: 65,5%

GROSS KORDSHAGEN (6+1)CDU: Volkert Thomsen, Nadine PieskeLokale Wählergemeinschaft: Bertram DiezemannWählergemeinschaft: Tristan Stoltenberg, Jörg Zimmermann, Jan RühlingBürgermeister: Siegfried Krüger, Einzelbewerber (67%)Wahlbeteiligung:78,5%

STEINHAGEN (12+1)CDU: Hansjörn Butkereit, Klaus Barnekow, Jürgen Selk, Susanna MasurSPD: Dr. Michael KossowWählergemeinschaft: Dana Dietl, Roland Schmidt, Katrin LewingBürgerrat: Wilfried Schwittay, Alexander Kuhn, Wolfgang Loose, Ines MüllerBürgermeister: Professor Ludwig Wetenkamp, Bürgerrat (63%)Wahlbeteiligung: 62,5%Die Nachrücker für den extra gewerteten Bürgermeister sind schon berücksichtigt.

Ines Sommer

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