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Stralsund Erinnerung an Günther Wolf
Vorpommern Stralsund Erinnerung an Günther Wolf
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00:27 08.03.2018
Günther Wolf in seinem Element. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2010. Am 3. März ist der langjährige Chordirektor des Theaters im Alter von 92 Jahren gestorben. Quelle: Foto: Miriam Weber
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Stralsund

Er hat unzählige Menschen für Musik begeistert. Jetzt lebt er nicht mehr. Wie das Theater Vorpommern mitteilt, ist Günther Wolf am Morgen des 3. März im Alter von 92 Jahren gestorben.

Nicht nur das Theater trauert um sein Ehrenmitglied, es gibt viele Stralsunder, die Günther Wolf sehr verehrt haben, in Chören mit ihm gemeinsam auf der Bühne standen und ihn vermissen werden. Die Musik war seine Leidenschaft. Bis ins hohe Alter hat sich der Stralsunder der Kunst gewidmet. Vor allem auch von Mitgliedern der Singakademie, der er auch nach seiner Pensionierung treu geblieben war, wurde er sehr geschätzt. Klaus Ninow ist ein ehemaliger Sänger dieses Ensembles und sagt: „Er war ein großer Könner, sehr anspruchsvoll und setzte immer auf gute Auftrittsqualität.“ Das sei so etwas wie sein Markenzeichen gewesen. Obwohl er als „super Respektperson“ galt, hatte er sehr viele persönliche Kontakte. „Wir haben ihn oft zu Hause besucht“, erzählt Ninow. Auch nach seiner Zeit als Leiter der Singakademie hat er alte und neue Mitglieder zusammengebracht, zum Beispiel für ein Konzert im Schwesternheimathaus.

Begonnen hat Günther Wolf seine Laufbahn 1951 am Landestheater Altenburg. 27 Jahre war er am Volkstheater Rostock tätig und leitete bei den Störtebeker-Festspielen Profi- und Laienchöre. Von 1983 bis 1997 war er Chordirektor und Dirigent am Theater. „Günther Wolf war ein bewundernswerter engagierter Künstler. Er verfolgte die Arbeit am Theater Vorpommern mit großem Interesse und pflegte den Kontakt zu den Chorsängern und Solisten“, sagt Intendant Dirk Löschner.

Das Theater verdanke ihm viele große Chorkonzerte, die er auch selbst dirigiert hat. Dazu gehören Verdis „Requiem“, zu dem er den inzwischen international gefragten Opernstar René Pape engagierte.

Ebenso wurde unter seiner Leitung Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ aufgeführt. Hinzu kommen „brillante Choreinstudierungen“ für zahlreiche Opern wie Wagners „Meistersinger“, Verdis „Nabucco“ oder Puccinis „Turandot“ erinnert Löschner. Er war so mit dem Theater verbunden, dass er erst mit 72 Jahren in den Ruhestand ging. Mit der Singakademie hat er zum Beispiel Aufführungen der Oper „Andrea Chénier“ oder das Neujahrskonzert 2012 mit Beethovens 9. Sinfonie verstärkt.

Die Eintragungen ins Ehrenbuch der Hansestadt und weitere Auszeichnungen zeugen von einer großen Wertschätzung. Bis zuletzt war er an allem, was sich rund um die Kultur dreht in der Hansestadt, sehr interessiert. So besuchte er noch im November 2017 die Opernpremiere „Endstation Sehnsucht“ und hatte sich sehr auf das nächste Chorkonzert am Sonnabend gefreut. Gern tauchte er bei öffentlichen Proben auf oder kam mittags zum Essen in die Theaterkantine. Und dann war der Mann, vor dessen großem Fachwissen viele den Hut zogen, immer für einen Schnack bereit.

Marlies Walther

OZ

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