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Stralsund Erster Stralsunder Nach-Wende-Landrat ist tot
Vorpommern Stralsund Erster Stralsunder Nach-Wende-Landrat ist tot
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14:36 13.05.2019
Besichtigung des Rinderstalls der Agrar GmbH Preetz am 12. Juni 2002. Geschäftsführer Uwe Pastow (l.) führt Altenpleens Verwaltungschef Günter Thomas durch die Anlage. Am Morgen darauf erfuhr Pastow, dass sein Hof im Zuge des Nitrofen-Skandals gesperrt wird. Quelle: HST
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Altenpleen

Günter Thomas, der Mann, der nach der politischen Wende 1990 als einstiges Mitglied der Bauernpartei erster Landrat des Kreises Stralsund wurde, ist tot. Er starb am Donnerstag an den Folgen einer Krebserkrankung. Der dreifache Familienvater, der mit seiner Frau in Stralsund wohnte, wurde 78 Jahre alt.

In der aufregenden Zeit des politischen Umbruchs prägte Günter Thomas ab 1990 das Miteinander im damaligen Altkreis Stralsund. Seinen Amtssitz hatte er in der Verwaltung in der Kreisstadt Stralsund, die sich damals am Tribseer Damm 1 befand. Viele werden sich aber auch noch an die Kreistagssitzungen erinnern, die im Richtenberger Kulturhaus stattfanden. Aus Siemersdorf, Gremersdorf, Franzburg, Richtenberg, Prohn, Groß Mohrdorf, Niepars, Steinhagen oder Kummerow kamen die Abgeordneten, um eine neue Ära mitzubestimmen.

1995 wurde Günter Thomas Chef der Amtsverwaltung Altenpleen, die leitete er bis zu seinem Ruhestand 2005. In einer Schweigeminute gedachten Bürgermeister, Amtsmitarbeiter und andere ehemalige Weggefährten am Freitag in Altenpleen des Verstorbenen.

Günter Thomas war Leiter, Berater und guter Freund. Als ich damals hier ins Amt kam, wurde er mein Ziehvater. Und egal, wie stressig es war, er hatte immer ein Lächeln im Gesicht“, sagte Ines Materna-Braun, die die Leitung des Amtes nach Günter Thomas übernahm. „Er hat das Amt entscheidend geprägt und mit dazu beigetragen, dass die sechs Gemeinden noch heute gut zusammenarbeiten.“

Die Altenpleener Verwaltungs-Chefin erinnerte sich noch gut an eine seiner Marotten: „Er hatte immer ein Stück Zucker in der Jackentasche, wenn es mal ganz dicke kam, nutzte er das als Nervennahrung.“

Günter Thomas kannte sich in vielen Gebieten aus. Er war Produktionsleiter in der LPG, arbeitete als Verantwortlicher für Verkehrsfragen beim Rat des Kreises und kannte deshalb jede Straße und jeden noch so schlechten Holperweg. Aber auch in puncto Meliorationsbau, einem heute ausgestorbenen Fachgebiet, machte ihm so schnell keiner was vor.

Als er 2005 in Rente ging, wollte er keine Abschiedsgeschenke, sondern er sammelte Geld für einen Naturlehrpfad für die Altenpleener Grundschule, die gerade den Namen „Kranich-Grundschule“ bekommen hatte.

Günz. Einweihung des Naturbeobachtungspunktes am Günzer See am 15. April 2005. Zu den Gästen gehörten Altenpleens Bürgermeister Rainer Behrndt (2. v.r.) und Verwaltungschef Günter Thomas (3. v.r.). Quelle: Archiv OZ.

Und dann konzentrierte er sich voll auf sein neues Hobby – das Surfen. Und dem frönte er, bis es aus gesundheitlichen Gründen nicht.

Auch ich habe viele Jahre mit Günter Thomas zusammengearbeitet. Als frisch studierte Journalistin nahm er mich 1990 per Dienst-Wartburg mit auf eine Landkreistour – bis in den allerletzten Zipfel des Kreises Stralsund –nach Stremlow, wo ich als echtes Neubaukind nicht fassen konnte, dass es Orte gibt ohne fließendes Wasser...

Günter Thomas konnte Dinge gut erklären, auch wenn ich bei manchen Details dann ausgestiegen bin. Aber der freundliche Blick durch die große Brille, die manchmal hochgezogenen Augenbrauen, wenn er so richtig drin war in einem Problem – all das bleibt auch mir in Erinnerung. Genau wie seine Besuche in der OZ-Redaktion, wenn ihn mal wieder ein Thema nicht in Ruhe ließ.

Ines Sommer

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