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Stralsund Faustdicke Überraschung: Stralsunder Nordsterne knacken Speedway-Meister Landshut
Vorpommern Stralsund Faustdicke Überraschung: Stralsunder Nordsterne knacken Speedway-Meister Landshut
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14:44 17.08.2019
Nordstern Evgenij Saidulin (rot) hier noch vor Tobias Busch (blau) und Michael Härtel (gelb), der vorbeizieht. Quelle: Bernd Quaschning
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Stralsund

Damit hatte in der Bahnsportszene keiner gerechnet: Tabellen-Schlusslicht MC Nordstern Stralsund zog dem amtierenden Deutschen Mannschaftsmeister der 1. Speedway-Bundesliga am Freitagabend die sprichwörtlichen Lederhosen aus. Mit 44:40 siegten die Gastgeber – angefeuert von gut 1000 Zuschauern im Paul-Greifzu-Stadion.

MC Nordstern Quelle: Bernd Quaschning

Dabei gab es für die Zuschauer, die endlich mal wieder ein Rennen unter Flutlicht erleben konnten, viel Grund zum Jubeln. Zwar gelang zunächst kein Laufsieg, dafür aber zweite und dritte Plätze, so dass bis Laufs 4 ein Remis gehalten werden konnte. Schon das freute die Fans. Doch als der für Stralsund startende Däne Frederik Jakobsen gegen Bayern-Star Martin Smolinski den ersten Punkte-Dreier einfuhr, wurde es laut auf den Rängen.

Kapitän Busch setzt eins drauf

Nordstern-Kapitän Tobias Busch setzte noch einen drauf. Nach Bombenstart ließ er dem Landshuter Ausländer Vaclav Milik keine Chance und holte sich den Sieg. Das Stadion tobte, denn Stralsund führte plötzlich 16:14. Die Devils aus Landshut holten noch einmal kurz auf, was die treu mitgereisten Fans der „roten Teufel“ natürlich gebührend feierten. In Lauf 7 war es Dominik Möser, der ebenfalls gegen Milik wertvolle drei Zähler auf das Stralsund-Konto buchte – 21:21.

Spannende und faire Rennen unter Flutlicht

Jakobsen vor Smolinski. Quelle: Bernd Quaschning

„Das ist ja spannend heute, tolles Rennen. Und dann noch unter Flutlicht. Besser geht’s nicht“, sagte die Stralsunderin Birgit Rubbert. „Sollte uns denn wirklich ein Sieg gelingen? Das wäre ja eine tolle Überraschung“, so Hans Gonschorek. Und während die Fans ganz fest die Daumen drückten, zeigten die Nordsterne auf der Bahn knallhart und entschlossen, dass sie heiß sind auf den Sieg. Der ändert zwar nichts daran, dass Stralsund am Schluss der Bundesliga-Tabelle steht, aber so ein Erfolg vor Heimkulisse versöhnt die Anhänger.

Und deshalb ging es dann Schlag auf Schlag. Weitere Laufsiege von Jakobsen und Busch (beide zeigten Michael Härtel nur das Hinterrad) und ein super Dreier von Richard Geyer sicherten beim Stand von 37:35 den Zwei-Punkte-Vorsprung für die Nordsterne. Wieder einmal mussten die beiden Finalläufe über den Sieg entscheiden. Bisher nicht die Stärke der Gastgeber.

Stralsund in den Finals endlich mal erfolgreich

Doch an diesem Abend hatten die Jungs des MCN das Glück auf ihrer Seite. Konnten Busch und Möser gegen Smolinski (Härtel war ausgefallen) ein umjubeltes 3:3 absichern, wollte es Jakobsen im letzten Lauf des Liga-Duells noch einmal wissen. Mit einem Unentschieden, das zum Stralsund-Sieg gereicht hätte, wollte er sich nicht zufrieden geben. Souverän verteidigte der Däne gegen den unter Landshut-Flagge startenden Russen Viktor Kulakov die Führung.

Möser (4) und Kulakov im Duell. Quelle: Quaschning

Der erst neu ins Stralsund-Team gekommene Russe Evgeni Saidulin holte mit Platz 3 einen weiteren Punkt. Die Fans, längst von den Bänken aufgesprungen, grölten, tuteten, klatschten und feierten ihre Helden des Abends. Denn nach zwei Stunden mit spannendstem Rennsport hatte der MC Nordstern die Devils mit 44:40 besiegt. „Das war ein richtig geiles Rennen bei bestem Wetter und toller Stimmung hier im Stadion“, war Maren Bittner begeistert.

„Ganz ehrlich. Beim Blick auf die Aufstellung hab ich nicht an einen Sieg geglaubt. Aber dass lief dann alles super. Umso stolzer bin ich jetzt“, sagte Frederik Jakobsen der OZ nach der Siegerehrung. Der 21-jährige Däne war am Freitagabend mit zwölf Zählern der beste Mann des Tages. „Ich mag die Bahn, die ist schnell.“ Erst im Mai hatte der sympathische Fahrer den Junioren-WM-Lauf in Stralsund gewonnen.

Geschafft, aber glücklich nahm auch Lokalmatador Tobias Busch die Glückwünsche der Fans entgegen. „Ich freu mich über meine elf Punkte. Aber ich musste wirklich alles aus mir rausholen, denn ich fühle mich krank, brüte irgendwas aus“, so der 31-Jährige. Am Ende waren alle Nordsterne stolz, ganz ohne Joker und taktische Reserve einen Sieg gegen die Bayern geholt zu haben – das hatte in dieser Saison noch keiner geschafft. Allerdings waren Kulakov und Milik auch nicht in Bestform.

Landshuter trotz Niederlage gut drauf

Die Fans der Devils mit Tobi Busch. Quelle: Ines Sommer

Die Landshuter hatten die Niederlage am Sund schnell verkraftet. Kein Wunder, sie stehen trotz der Pleite im Bundesliga-Finale. Denn am Donnerstagabend hatten sie zu Hause gegen Diedenbergen die nötigen Siegpunkte schon gebucht. „Jetzt sind wir gespannt, gegen wen wir das Finale fahren. Ein Schmarr’n, was da jetzt läuft“, findet Johannes Rohrer von den mitgereisten Ultras der Devils und spielt damit auf ein laufendes Verfahren an: Die Wikinger aus Brokstedt hatten gegen die regenbedingte Rennabsage der Wittstocker Wölfe Protest eingelegt. Dieser ist noch nicht entschieden. Nachhol-Termin oder Entscheidung am grünen Tisch – beides ist möglich, um nach Landshut den zweiten Finalteilnehmer zu ermitteln.

Und so pflegten die Bayern am Freitagabend im Stadion erstmal ausgiebig die Nord-Süd-Beziehungen. Devil-Kapitän Martin Smolinski ließ sich ausgiebig Zeit für seine Fans, schrieb Autogramme und hatte bei bester Laune viel Zeit zum Plaudern. Als Letzter Fahrer verließ er gegen Mitternacht das Stadion.

Da waren die Landshuter Fans aber noch am Feiern. Per Bus waren Johannes Rohrer, Noah Neumann und sein Vater Werner Neumann gemeinsam mit anderen Devils nach Stralsund gekommen. „13 Stunden, das nervt ganz schön. Aber dafür haben wir im Stadion ein geiles Rennen gesehen. Dass wir verloren haben, ist nicht schlimm“, sagt der 31-jährige Johannes aus Olching. „Wir sind trotzdem immer dabei, auch in Stralsund“, betont der 17-jährige Noah. Ja, auch zum abgesagten Rennen im Juli saßen sie schon in ihrer angestammten Stralsunder Südkurve...

Ergebnisse
MC Nordstern Stralsund: Jakobsen 12 Punkte, Busch 11, Möser 7, Geyer 5, Saidulin 5, Ben Ernst 4.Landshut Devils: Smolinski 11, Milik 9, Härtel 9, Kulakov 8, Katt 3, Wilke 0.

Schnellster Lauf des Tages: Lauf 5, Tobias Busch mit 69,66 Sekunden.Tabelle: 1. Landshut, vier Rennen, sechs Matchpunkte, 181 Laufpunkte; 2. Brokstedt 3/4/145; 3. Wittstock 3/4/125; 4. Diedenbergern 4/2/165; 5. Stralsund 4/2/147.

Russe holt 52. Ostsee-Pokal

Der Russe Viktor Kulakov holte sich in Stralsund am Freitagabend den 52. Ostsee-Pokal und kann sich jetzt über eine ganz besondere Feuerschale freuen. Quelle: Bernd Quaschning

Nach dem Bundesliga-Match wurde in drei Läufen der 52. Ostsee-Pokal vergeben. Die besten Vier jedes Teams traten in zwei Halbfinals gegeneinander an. Hier setzte sich von den Nordsternen nur Jakobsen durch, Kulakov, Härtel und Smolinski zogen für die Devils in den Endlauf. Im Finale sicherte sich der Russe Viktor Kulakov nach super Start vor Frederik Jakobsen und dem Deutschen Einzelmeister Martin Smolinski den obersten Podestplatz. Michael Härtel wurde Vierter.

Siegerehrung mit den Teams aus Stralsund und Landshut. Quelle: Bernd Quaschning
In der 1. Speedway-Bundesliga gelingt dem MC Nordstern Stralsund am Freitagabend vor gut 1000 Zuschauern im heimischen Stadion ein 44:40-Sieg gegen den amtierenden Deutschen Meister AC Landshut.

Von Ines Sommer

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