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Stralsund Feuerwehren hoffen auf Rettung für Daniel A.
Vorpommern Stralsund Feuerwehren hoffen auf Rettung für Daniel A.
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06:28 26.01.2019
Feuerwehrmann Daniel A. hofft auf einen passenden Stammzellen-Spender. Bei dem Stralsunder wurde vor wenigen Wochen Blutkrebs diagnostiziert. Quelle: E-Mail-OZ-Lokalredaktion-HST
Stralsund

Sie können kommen. Steffen Dreßler und seine Kameraden geben sich zuversichtlich, dass am Sonntag alles klappt, wie sie es seit mehreren Wochen geplant haben. Zwischen 11 und 16 Uhr sollen in der Seestraße 9 in Stralsund möglichst viele Menschen für die Deutsche Knochenmarkspenderkartei (DKMS) registriert werden. Für den Feuerwehrmann Daniel A., der in Stralsund und Schaprode ehrenamtlich Leben rettet, und viele andere Menschen, die an Blutkrebs erkrankt sind, soll der Tag neue Hoffnung bringen. Hoffnung, die Krankheit zu besiegen.

Und weil die Kameraden mit bis zu 3000 Freiwilligen aus dem ganzen Land rechnen, war im Vorfeld einiges zu organisieren. Das beginnt schon bei den Parkplätzen. „Der Schulhof des Hansa-Gymnasiums kann am Sonntag zum Parken genutzt werden, vom Parkplatz an den Mahnkeschen Wiesen organisieren wir einen Shuttle-Service zum Gerätehaus und zurück“, erläutert Dreßler. An beiden Plätzen würden Mitglieder der Feuerwehren die Autofahrer einweisen. Für Essen, Getränke und Kinderanimation am Gerätehaus sorgen ebenfalls Ehrenamtliche.

Spendenkonto für die Registrierung

Die Einnahmen gehen wiederum an die Hilfsorganisation DKMS, um die Kosten der Laboranalysen zu tragen. „Für die Bestimmung der Gewebemerkmale fallen inklusive Laborkosten, Material, Logistik und Personal Kosten in Höhe von 35 Euro je Probe an. Die Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht“, erläutert Antonia Lukas, Mitarbeiterin der DKMS. Häufig würden die Kosten der Untersuchung von den Spendern selbst getragen, doch nicht allen sei dies möglich. Deshalb seien auch Spendendosen an Gewerbetreibende verteilt worden, in Stralsund und der Region seien Helfer unterwegs, die Geld sammeln. Für die Aktion wurde auch ein Konto eingerichtet (DKMS Spendenkonto, Deutsche Bank, IBAN: DE28 1007 0848 0151 2318 17, Verwendungszweck: FFD 001). Spenden seien auch im Nachgang des Aktionstages noch möglich, so Steffen Dreßler.

Bei dem Feuerwehrmann Daniel A. war Ende vergangenen Jahres Leukämie diagnostiziert worden. Der 26-Jährige Stralsunder unterzieht sich derzeit einer Chemo-Therapie, mit der die Krankheit allerdings nur gebremst, aber nicht geheilt werden kann. Er selbst wird am Sonntag nicht vor Ort sein, die Therapie schwächt das Immunsystem massiv.

Hilfe kommt sogar aus Lichtenstein

Unterdessen haben sich weitere Gruppen mit der Aktion solidarisiert. „Wir hatten vor einigen Tagen sogar eine Feuerwehr aus Lichtenstein, die sich gemeldet und gefragt hat, wie man uns helfen kann. Die können natürlich nicht nach Stralsund kommen, wollen sich aber trotzdem registrieren lassen“, erzählt Steffen Dreßler.

Die Suche nach einem Spender ist deshalb so aufwendig, weil für eine Übertragung von Stammzellen nur bei sogenannten „genetischen Zwillingen“ Erfolg haben kann. Möglichst viele Gewebemerkmale müssen dafür übereinstimmen. „Der Test dauert inklusive der Formalitäten etwa 5 bis 10 Minuten“, erklärt Antonia Lukas. Wer sich am Sonntag registrieren lässt, gehe damit noch keine Verpflichtung zur Spende ein.

Einige Einschränkungen gibt es allerdings für die Untersuchung – auch um unnötige Kosten zu sparen. Grundsätzlich gilt, dass Menschen im Alter zwischen 18 und 55 Jahren für eine Stammzellenspende in Frage kommen. Eine Registrierung ist bereits ab 17 Jahren möglich. Weitere Informationen zu gesundheitlichen Einschränkungen gibt es auf der Internetseite www.dkms.de.

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Carsten Schönebeck

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