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Stralsund Forsthaus soll Teil des Erlebnispfades sein
Vorpommern Stralsund Forsthaus soll Teil des Erlebnispfades sein
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00:06 31.07.2015
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Stubbendorf

Bis Ende August soll der Förderantrag für den geplanten „Erlebnispfad Trebeltal“ eingereicht werden, um mit dem Projekt voranzukommen. Auf mögliches Geld dafür aus dem Leader-Förderprogramm der Europäischen Union baut Jörg Ludwig, einer der Initiatoren des Rad- und Wanderwegs, für den Erlebnisstationen vorgesehen sind. Gemeinsam mit den Techlinern Birgit Braun und Karsten Kamrath holte er die Gemeinden Grammendorf und Deyelsdorf sowie die Stadt Tribsees mit ins Boot. Man wolle so „gemeinsam die Trebelregion touristisch noch attraktiver gestalten“, hatte der Grammendorfer Bürgermeister Udo Peters während einer Zusammenkunft im März dieses Jahres bekräftigt. Das Projekt müsse überzeugend sein, um dafür Förderung zu bekommen, hatte der Deyelsdorfer Bürgermeister Franz Frommholz damals unterstrichen. „Wir haben uns zu diesem Projekt bekannt und werden unseren Teil gern beitragen“, erklärt der Tribseeser Bürgermeister Thomas Molkentin.

Jörg Ludwig arbeitet als Revierförster im Forstrevier Stubbendorf. „Wir streben eine Öffnung des Waldes für ein breite Öffentlichkeit an“, sagt der Forstmann: „Die Menschen sollen eine Verbindung zur Natur bekommen und sich auch verantwortlich dafür fühlen.“ Allerdings sollten die Besucherströme über Beschilderung in geordnete Bahnen gelenkt werden. Das Forstamt Poggendorf, zu dem das Stubbendorfer Revier gehört, beteiligt sich an dem Drei-Gemeinden-Projekt, das zudem vom Amt Recknitz-Trebeltal unterstützt wird.

Geplant sind eine rund 30 Kilometer lange Radel- und Wanderrunde sowie eine kürzere Tour auf etwa 15 Kilometern Länge. Die kurze Strecke führt vom Startpunkt Tribseeser Wald über den Stubbendorfer Forst, Fäsekow und Deyelsdorf zurück nach Tribsees. Die Lange Route verläuft via Stubbendorfer Forst über Bassendorf, Dorow und Nehringen und retour über Dorow, Fäsekow, Deyelsdorf nach Tribsees (siehe Grafik).

Unterwegs seien mehrere Info-Stationen vorgesehen, erklärt Jörg Ludwig. Eine davon soll auch das mehr als hundert Jahre alte Stubbendorfer Forsthaus sein, an dem sich Besucher dann über die Facetten der Waldwirtschaft informieren können. Geplant seien unter anderem ein Waldlabyrinth und ein Bienenlehrpfad, erläutert der Förster. „In Bassendorf soll ein Wasserwanderrastplatz entstehen. Das wird einen größeren finanziellen Aufwand erfordern“, weiß Jörg Ludwig, der mit einem sechsstelligen Betrag als Kosten für das gesamte Projekt rechnet. Wegen der Planung, auch die Finanzen betreffend, ist Ludwig jetzt in Verhandlung mit professionellen Projektierungsbüros, denn: „Wir wollen keine Sitzgruppen aus dem Internet. Der Erlebnispfad soll ein Gesicht haben, ein eigenes Profil.“ Man wolle hochwertiges Material verwenden, vielleicht auch ein eigenes Maskottchen entwickeln, das typisch für die Region ist. Um in den Kreis derer aufgenommen zu werden, die auf Förderung hoffen dürfen, müssen die Anträge bis zum 31. August vorliegen, bestätigt Karen Hoppenrath. „Am 18. und 19. September treffen sich die Mitglieder der Lokalen Aktionsgruppe, um die Objekte zu bewerten“, berichtet die Stralsunder Leader-Regionalmanagerin. Es wäre gut, würden sich die drei Gemeinden auf nur eine einigen, die den Förderantrag stellt und dann der Partner für Leader ist, sagt Hoppenrath.

Alle drei Kommunen könnten ja dann Kooperationsvereinbarungen treffen darüber, was zum Beispiel die Höhe der zu zahlenden Eigenmittel betreffe.

„Wir müssen uns jetzt abstimmen, welche Gemeinde den Förderantrag stellt“, sagt der Deyelsdorfer Bürgermeister Franz Frommholz. Im August wolle man sich dazu treffen und beraten. Im Grunde seien die Deyelsdorfer bereit, den Förderantrag zu stellen, sagt Frommholz, aber: „Es müssen erstmal Zahlen auf dem Tisch liegen.“

Unternehmer wie Olaf Schnelle, der in Dorow die Gärtnerei „Schnelles Grünzeug“ betreibt, würde es freuen, wenn der Erlebnispfad Realität wird. Durch diese touristischen Offerte würden „zusätzliche Besucher in die Region gelockt“, ist Schnelle sicher: „So ein Wanderweg wird schmerzlich vermisst.“ Birgit Braun, Leiterin des Jugendgästehauses „Graureiher“ in Nehringen, sagt: „Wir könnten unser Angebot erweitern und den Pfad ins Programm einbeziehen.“ Zudem würde sich der Graureiher als Rastplatz anbieten, inklusive Imbiss- und Getränke-Versorgung, die täglich nutzbar sei.



Peter Franke