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Stralsund Franzburger Schüler treffen Rostocker Fußballprofis
Vorpommern Stralsund Franzburger Schüler treffen Rostocker Fußballprofis
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19:34 28.11.2019
Die Hansa-Spieler Kai Bülow (l.) und Erik Engelhardt besuchen die Regionalschule in Franzburg. Quelle: Kai Lachmann
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Franzburg

Na das war doch mal ein schöner Start in den Schultag: Die über 400 Kinder der regionalen Martha-Müller-Grählert-Schule haben am Donnerstagmorgen die Profifußballer Kai Bülow und Erik Engelhardt von Hansa Rostock in Franzburg begrüßt. Zunächst waren die Grundschüler an der Reihe, bildeten eine lange Schlange, holten sich ihre Autogramme und ließen Fotos von sich mit den Kickern machen. Dann wechselte das Publikum und das Procedere ging mit den älteren Schülern von vorne los. „Selfies, ganz klar“, antwortete ein geduldiger Kai Bülow auf die Frage, was den Fans denn heutzutage wichtiger sei: Autogrammkarten oder Schnapschüsse?

Dass sich die Hansa-Spieler auf den Weg nach Vorpommern gemacht haben und hier um 7.45 Uhr auf der Matte standen, hatte natürlich einen besonderen Grund, genauer gesagt 285 Gründe. Denn so viele Geschenke hatten die Schüler im Vorfeld gepackt. Sie kommen den Bewohnern der Altenpflegeheimen in Negast und in Ribnitz-Damgarten zugute. „Ich habe Schokolade und ein Plüschtier hineingetan“, sagte Pauline Ewert (15). „Ich packe immer etwas Schönes ein, was mir gerade so einfällt.“ Denn die Aktion „weiße-blaue Geschenke“ fand in diesem Jahr schon zum sechsten Mal statt. Für alle Nicht-Fußball-Fans: Weiß und Blau sind die Vereinsfarben von Hansa Rostock.

50 Geschenke sollten es anfangs werden, da wurden es 300

Mathe- und Sportlehrer Mario Turloff (46) hat die Aktion in Franzburg organisiert. Da er in Rostock Trainer für die Teamsportart Goalball ist und gute Kontakte zu Hansa hat, konnte er die „weiß-blauen Geschenke“ bereits 2014 an der Schule etabliert und zur Tradition werden lassen. „Beim ersten Mal war das Ziel, 50 Geschenke zusammen zu bekommen. Letztlich sind es 300 geworden.“ Diese werden immer an Altenheime gespendet. Zum Dank kommen in jedem Jahr in der Regel zwei Hansa-Spieler und halten eine Autogrammstunde ab.

„Wir freuen uns immer sehr, wenn der Weihnachtsmann die Geschenke bei unserer Weihnachtsfeier verteilt“, erzählte Gerda Köhn. Die 81-Jährige lebt im Altenpflegeheim in der Bernsteinstadt und berichtete den Kindern, dass von den 120 Bewohnern auch einige schwere Behinderungen haben oder so krank sind, dass sie im Bett liegen müssen. Deshalb sind diese Geschenke auch Aufmunterungen. „Dafür möchte ich euch und euren Eltern ganz herzlich danken“, sagte die Dame gerührt und bekam dafür tosenden Applaus der Kinder.

Die Hansa-Spieler Kai Bülow und Erik Engelhardt zogen die Schüler in Massen an. Jeder wollte ein Foto, ein Fähnchen und ein Autogramm.

Schulbesuche gehören zum Job als Fußballprofi

Auch Jan Schnoor, Leiter des Heims in Negast, bedanke sich bei den Kindern und nutzte die Gelegenheit, um für die Pflege zu werben: „Falls jemand von euch über 15 Jahre alt ist und Interesse an Ferienarbeit hat, kann er sich gerne bei uns melden.“

Apropos Arbeit: Für die Hansa-Profis Kai Bülow und Erik Engelhardt gehören Termine dieser Art zum Job als Fußballprofi dazu. Beide sind gerade verletzt, Reha statt Training heißt ihre primäre Aufgabe. Dennoch bleibt auch für Schulbesuche – von Franzburg aus ging es weiter zu einer Schule in Rostock-Gehlsdorf – gerade vor Weihnachten hin und wieder mal Zeit.

Kommt der nächste Hansa-Star aus Franzburg?

„Ich finde es toll, wenn sich Kinder für soziale Zwecke engagieren“, sagte Bülow. Für viele Jungs ist es ein Traum, Fußballprofi zu werden, so war es auch bei ihm. „Als ich jünger war, war ich auch bei einer Autogrammstunde von Hansa-Spielern.“ René Schneider und Jonathan Akpoborie habe er damals getroffen.

Also ist möglicherweise unter den Franzburger Kids der nächste oder übernächste Rostocker Stürmerstar zu finden? „Ich bin BVB- und Hansa-Fan. Da einmal mitspielen? Ich weiß nicht, das Niveau ist sehr hoch“, sagte Domenik Rasch (15) aus Wolfshagen. Der Neuntklässler kickt bei Prohner Wiek, die Männer spielen in der Landesklasse. Immerhin.

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Von Kai Lachmann

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