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Stralsund Brandschützer mit Herz für ihre Gemeinde
Vorpommern Stralsund Brandschützer mit Herz für ihre Gemeinde
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08:00 24.11.2018
Ute Ollenhauer, Wehrleiterin der Feuerwehr Millienhagen-Oebelitz. Quelle: Jörg Mattern
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Wolfshagen

Ute Ollenburg steht im Feuerwehrstützpunkt Wolfshagen am Tisch und legt die gewaschene Arbeitsbekleidung der Jugendwehr zusammen. „So ist das in einer kleinen Wehr. Hier muss jeder alles machen“, sagt die 56-Jährige. Und von diesem Grundsatz nimmt sich die Wehrleiterin selbst nicht aus.

Eine Frau an der Spitze der Feuerwehr, das ist im Amtsbereich Franzburg-Richtenberg eher Ausnahme, denn Regel. „Ganz alleine bin ich aber nicht im Metier“, sagt Ute Ollenburg, verweist auf eine Kollegin in Gremersdorf und betont: „So selten sind wir bei der Feuerwehr doch gar nicht.“ Zu den 19 Brandschützern von Millienhagen-Oebelitz gehören sieben Frauen.

Die Chefin ist seit 1999 dabei. Wie sie dazu gekommen ist? „Unsere Männer haben bei einem Wettkampf erlebt, dass die Richtenberger Wehr eine Frauenmannschaft an den Start schickte, und waren der Meinung: Das können wir auch“, erinnert sich Ute Ollenburg und weiß noch: „Mein Mann überzeugte mich ebenfalls in die Wehr einzutreten.“ So schnellte der Frauenanteil unter den Brandschützern von Millienhagen-Oebelitz in die Höhe. Und nicht nur der. Ganz in Familie machten bald die Kinder in der Jugendabteilung mit, aktuell acht Mädchen und Jungen. Zusammen sind sie ein erfolgreiches Team. „Unser stärkstes Jahr war 2016. Beim Amtsausscheid standen Frauen-, Männer- und Jugendmannschaft ganz oben auf dem Treppchen“, sagt die Chefin voller Stolz.

Sechs Jahre lang hat Ute Ollenburg die komplette Laufbahn durchlaufen. „Ich hab’ alle Lehrgänge absolviert – von der Truppfrau zur Truppführerin bis zur Leiterin der Wehr“, sagt sie. Dann ging der damalige Wehrleiter vor 13 Jahren in Rente und Ute Ollenburg hatte alle Voraussetzungen, ihm nachzufolgen, stellte sich der Herausforderung und legte ihren Eid als Wehrführerin vor der Gemeindevertretung ab.

„2018 hatten wir wenig Einsätze“, sagt die Wehrleiterin und erinnert sich an eine Hochwasserbekämpfung in Steinfeld und den Schornsteinbrand an einem Einfamilienhaus. Klar ist die Hauptaufgabe der Feuerwehr Brandschutz und -bekämpfung,. Doch Ute Ollenburg weiß, dass es da noch viel mehr gibt. Etwa wenn viel Zeit in die Ausbildung und das Training für die Wettkämpfe investiert wird oder die Mitglieder der Jugendfeuerwehr alle 14 Tage zum Treff im Stützpunkt Wolfshagen auf den Dörfern der Gemeinde von zu Hause abgeholt und zurückgebracht werden. Viel ehrenamtliches Engagement. Für die Chefin kommt dazu noch: „Wir sind als Feuerwehr ein Kulturträger auf dem Dorf.“ Die Männer und Frauen der Wehr bereiten Dorffeste vor, organisieren Pfingstfeuer und Halloween-Umzüge und das Tannenbaumverbrennen in Wolfshagen und Oebelitz. Jetzt in der dunklen Jahreszeit findet Ute Ollenburg mehr Zeit dafür. Im Sommer leitet sie das Schwimmbad in Franzburg.

So viel Engagement wird anerkannt. Als vor drei Jahren ein neues Löschfahrzeug nötig wurde, spendeten die Leute dafür. „Eine Förderung war nicht zu bekommen, weil damals der Kauf gebrauchter Fahrzeuge vom Land nicht unterstützt wurde. Für die komplette Summe griff die Gemeinde in ihren Etat“, sagt die Feuerwehrchefin, die in Bürgermeisterin Cordula Filter eine tatkräftige Unterstützerin der Feuerwehr weiß.

Mit der Richtenberger Wehr gibt es eine Ausrückegemeinschaft und die funktioniert gut. Dennoch sieht Ute Ollenburg die Zentralisierung bei den Feuerwehren im Land mit gemischten Gefühlen. „Jede Wehr hat heute meist tagsüber mit der Gewährleistung der Einsatzbereitschaft zu kämpfen, da hilft das Zusammengehen.“ Doch ihre Befürchtung: Kleine Wehren könnten sich durch zunehmende Zentralisation auflösen. „Dann wird auf den Dörfern nicht nur der Kulturträger fehlen, sondern ein Stück Zusammenhalt.“

Jörg Mattern

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