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Stralsund Stralsund: Kleingärtner am Teichhof stehen ohne Wasser da
Vorpommern Stralsund Stralsund: Kleingärtner am Teichhof stehen ohne Wasser da
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15:31 25.02.2019
Die Kleingärtner in der kleinsten Stralsunder Gartensparte am Teichhof in Knieper West stehen ohne Wasseranschluss da. Reinhard Zintl, Olga Fot und Monika Wieck (v.l.) hoffen auf Unterstützung. Quelle: Ines Sommer
Stralsund

Die Hobbygärtner des Vereins „Am Teich“ in Knieper West sitzen auf dem Trockenen. Der kleinsten Gartensparte Stralsunds wurde im letzten Sommer quasi das Wasser abgedreht. Und das hatte mit dem ausgetrockneten Teich zu tun. „Wir durften schon immer das Wasser, das wir fürs Gärtnern brauchen, aus dem Teich pumpen. Bei der großen Trockenheit letztes Jahr ging das natürlich nicht. Das war uns auch klar, und wir mussten uns anders behelfen, haben das Wasser in Kanistern hergeschleppt“, sagt Olga Fot, Vorsitzende des Gartenvereins, und ergänzt: „Im Herbst wurde uns das Wasserpumpen aus dem Teich dann generell verboten.“ Nun kämpft die Mini-Sparte ums Überleben.

Die Stadtverwaltung bestätigt gegenüber der OZ, dass sie am 23. Juli 2018 den Kreisverband Gartenfreunde Stralsund als Pächter der städtischen Kleingartensparte „Am Teichhof“ informiert hat, dass ein Verbot der Wasserentnahme zum Saisonbeginn 2019 erfolgen muss. „Anlass für die unbefristete Untersagung der bislang geduldeten Wasserentnahme aus dem Teichhof ist der stark zurückgegangene Wasserpegel, der bereits dazu geführt hat, dass das Wasserspiel zeitweise abgeschaltet werden musste. Zudem kann die Wasserentnahme durch die Kleingärtner nicht durch die vorhandenen Zuflüsse kompensiert werden, so dass inzwischen eine völlige Verschlammung bzw. Verlandung des Teiches droht“, heißt es in der Begründung.

„Nur im Notfall wurde gepumpt“

„Diese kleine Anlage wurde damals bewusst hier zwischen den Neubaublocks von Lion-Feuchtwanger-Straße und Heinrich-Heine-Ring belassen. Es gab natürlich keine Wasserleitung, und so wurde das Wasser aus dem Teich geholt. Aber eins muss auch ganz klar gesagt werden: Wir haben immer zuerst unsere Regentonnen genutzt, nur im Notfall wurde gepumpt“, sagt Reinhard Zintl und wehrt sich damit gegen den Vorwurf aus einigen Bürgerschaftsausschüssen, die Gartenbesitzer hätten letzten Sommer den Teich leer gepumpt. Der 67-Jährige pflegt seit einigen Jahren im Verein die zwei Parzellen des Kinderschutzbundes, ist aber auch bei Veranstaltungen dabei, so lädt er gern zum Basteln mit Naturmaterial ein. Und die Rosensammlung des ehemaligen Berufsgärtners mit vielen alten, zum Teil 100 Jahre alten Sorten macht nicht nur ihm Freude, sondern allen Besuchern.

Auch der Stadtteil-Treff Knieper West bewirtschaftet hier ein Gärtchen mit drei Parzellen. „Für die sozialen Einrichtungen ist es wichtig, ein Stück Grün zu haben, auf dem man sich mal treffen kann. Sehr bekannt und beliebt ist ja das Teichhoffest, das im Sommer alle gemeinsam organisieren“, so Olga Fot. Die 40-Jährige berichtet von Kinderfesten, von gemeinsamen Grillaktionen und betont, dass auch junge Familien hierherkommen, ein Beet anlegen, ihr Grünzeug pflegen und später auch ernten. Und weil sie das so wichtig findet, hat sie sich auch überreden lassen, den Verein zu leiten, nachdem der alte Vorstand offenbar samt Geld getürmt war. „Ich wollte einfach, dass es weitergeht, weil die Anlage so schön ist. Klein, aber fein.“ Denn Lauben und feste Häuser sind hier nicht erlaubt, nur eine kleine Schutzhütte für die Geräte. Und in der Mitte der Sparte „Am Teich“ lädt eine Sitzecke zum Schnacken ein.

Regentonnen allein reichen nicht aus

„Das ist genau das Richtige hier, wenn man keinen Riesengarten mehr bewirtschaften kann“, sagt Monika Wieck. Die 71-jährige Stralsunderin zeigt schon stolz ihre ersten Frühblüher, aber sie will wieder Kartoffeln, Bohnen, Möhren und Zwiebeln anbauen. „Doch wie soll das gehen ohne Wasser? Nur allein die Regentonnen werden in einem heißen Sommer nicht ausreichen“, befürchtet sie.

Olga Fot hat über den Winter verschiedene Stellen abgeklappert und vergeblich um Hilfe gebeten. „Nach einem Gespräch mit der CDU-Abgeordneten Ann Christin von Allwörden ergibt sich nun die Möglichkeit, das Geld für eine Brunnen-Bohrung zu bekommen. Das sind ein paar Tausend Euro, die wir alleine nie aufbringen könnten. Doch so ein Antragsverfahren für eine Förderung dauert natürlich. Deshalb brauchen wir für diesen Sommer eine Übergangslösung“, berichtet die Lehrerin, die zurzeit an einem Bildungszentrum unterrichtet.

Die Stadtverwaltung teilt mit, dass sie in Bezug auf die Wasserentnahme zur Saison 2019 den Kreisverband gebeten habe, für die Kleingartensparte einen Trinkwasseranschluss zu installieren. Da tat sich bisher nichts. Die pfiffigen Teichhof-Gärtner haben aber auch schon eine Idee: „Vielleicht hat ja jemand ein großes 1000-Liter-Fass, das er uns zur Verfügung stellen kann...“

Ines Sommer

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