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Stralsund Ein kleines Stückchen Paradies für alle
Vorpommern Stralsund Ein kleines Stückchen Paradies für alle
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11:00 02.07.2019
Franz Schulz schaut in die kleine Laube, die er vor 60 Jahren gebaut hat und die nun im Bauerngarten des Stralsunder Zoos wieder in frischen Farben leuchtet. Quelle: Miriam Weber
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Stralsund

 Sie strahlen beide. Die eine in leuchtenden Grün- und Rottönen, der andere vor Glück. Der 93-jährige Franz Schulz steht vor der kleinen Laube, die er einst vor 60 Jahren gebaut hat. Damals stand sie auf einer normalen Parzelle am Schwarzen Weg, heute jedoch hat sie ihren Platz in einem ganz besonderen Garten gefunden: Im „Gartenglück“ im Stralsunder Zoo.

Vor zwei Jahren wurde das gleichnamige Projekt vom Stralsunder Seniorenbeirat ins Leben gerufen. „Es war ein steiniger Weg“, sagt Projektleiterin Angelika Kuhn, „aber wir haben es geschafft!“ 16 Frauen und ein Mann haben in den vergangenen Monaten ein wahres Stückchen Paradies geschaffen. Idylle pur ist der erste Gedanke, der einem einfällt, wenn man den Bauerngarten betritt.

Raus, in die Natur

Kräuterspiralen, Hochbeete, Rosen, Blumen, Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume, Erdbeeren... „Das alles hätten wir natürlich nicht ohne die Unterstützung unter anderem von verschiedenen Gala-Unternehmen geschafft“, betont Birgit Wacks vom Seniorenbeirat. Die Ursprungsplanung für den Garten hatte Landschaftsarchitektin Silke van Ackeren übernommen, aber „sie hat viele unserer Ideen mit einfließen lassen“, sagt Angelika Kuhn. Dazu zählen auch drei Hochbeete, die es gibt, „weil wir nun mal Senioren sind, die das hier bewirtschaften, und für manche sind Hochbeete nicht so beschwerlich“, erklärt Birgit Wacks. Eines wird noch hinzukommen. Die Umrandung der Beete ist übrigens aus Grauwacke gebaut, einem natürlichen Stein.

Der Bauerngarten im Stralsunder Zoo wird von Senioren bewirtschaftet – ein Projekt des Seniorenbeirats.

Pippi Langstrumpfs Haus

Doch noch einmal zurück zum Anfang und der kleinen Laube. „Das ist unser Pippi Langstrumpf-Haus“, sagt Angelika Kuhn mit einem Lachen und fügt stolz hinzu: „Und unser Schmuckstück.“ Denn nachdem die Laube in einem Stück ihren Standort in den Zoo gewechselt hat, wurde sie in liebevoller Kleinarbeit von den Senioren wieder auf Vordermann gebracht. „Die sieht genauso aus wie früher und strahlt richtig“, sagt der Stralsunder Franz Schulz, der mit seiner Tochter und Schwiegersohn vorbei gekommen ist, um sich anzuschauen, wo sein Bauwerk nun steht. Und dann erzählt er den Damen des „Gartenglücks“, wie er sie gebaut hat und wie es einst in seinem Garten aussah. Und er verrät, dass er noch heute Vogelhäuser baut. „Aber dafür wird nichts gekauft“, betont er. „Nein, alles, was er braucht, findet er in der Natur und auf seinen Spaziergängen“, erklärt seine Tochter und schüttelt dabei mit einem Lachen den Kopf. Für Birgit Wacks ist jedoch schnell klar: „Ich möchte auch zwei Vogelhäuschen haben, Herr Schulz!“

Im Bauerngarten sieht man überall Gewusel. Unkraut wird gezupft, der Rasen gemäht, gehackt, geharkt... „Wir sind ja fast alles Leute, die früher selbst einen eigenen Garten hatten“, sagt Regine Lüdtke. „Aber irgendwann wird das zu anstrengend, und dieser Gemeinsschaftsgarten ist für niemanden zu viel.“ Als sie hinzufügt, dass das Entscheidende aber das Beisammensein mit den anderen sei, nicken Renate Wolf und Renate Tandler zustimmend.

Gemeinsam in die Natur

„Das ist die ursprüngliche Intention gewesen“, erklärt Birgit Wacks. „Die Leute zu Hause rauszuholen, damit sie nicht vereinsamen. Hier kannte vorher niemand jemand und nun kennen sich alle und treffen sich auch mal außerhalb des Gartens.“ So wie Regine Lüdtke, die durch einen Zeitungsartikel auf das „Gartenglück“ aufmerksam wurde und dachte, dass sie einfach mal vorbei schaut. „Einmal in der Woche treffen wir uns offiziell, aber einige von uns gehen auch zwischendurch mal her, um nach dem Rechten zu sehen oder zu gießen.“ Neben den neuen Bekanntschaften, die man mache, sei es einfach schön, in der Natur und an der frischen Luft zu sein, ergänzt Ursula Umnick.

Der Name Garten für alle komme übrigens nicht von ungefähr, sagt Angelika Kuhn. „Es ist schön, wenn hier auch Kindergartengruppen durchmarschieren und sich alles anschauen. Und wenn hinterher alle Erdbeeren weggenascht sind, nun ja, den Kleinen haben sie sicherlich geschmeckt“, sagt sie mit einem Lachen. Auch Kindergeburtstage seien schon in dem kleinen Garten gefeiert worden, freuen sich die Senioren.

Angelika Kuhn erklärt, dass neue Mitstreiter gern gesehen sind. „Wir treffen uns mittwochs von etwa 10 bsi 12 Uhr hier im Zoo.“ Und wenn das Wetter und die Laune stimmen, dann gibt es im Anschluss eine kleine Kaffeerunde, bei der nochmal geplauscht oder über neue Ideen gesprochen wird. Und das unterm Apfelbaum, umgeben von unzähligen blühenden Blumen und direkt neben der Pippi Langstrumpf-Hütte – ein kleines Stückchen Paradies.

Miriam Weber

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