Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund Für mehr Toleranz und gegen jegliche Ausgrenzung
Vorpommern Stralsund Für mehr Toleranz und gegen jegliche Ausgrenzung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
13:03 02.11.2019
Zum Gedenken an die Opfer von Halle gab es in Stralsund am Freitag einen friedlichen Marsch durch die Stadt, der an der Judenstele im Johanniskloster endete. Quelle: Arne Lehmann
Anzeige
Stralsund

Als Reaktion auf den Anschlag auf eine jüdische Gemeinde in Halle haben die beiden Stralsunder Erzieherinnen Maraike Lehmann und Maria Meyer am Freitagabend zu einem Gedenkmarsch durch die Stralsunder Altstadt mit anschließender Blumenniederlegung aufgerufen.

Hallenserin gehört zu Initiatoren

nserin „Uns ist aufgefallen, dass viele Menschen, auch in anderen Städten, noch am selben Tag auf die Straße gegangen sind – und hier in Stralsund ist fühlbar nichts passiert“, sagt Maraike Lehmann. „Und deswegen haben wir gesagt: Warum machen wir es nicht? Wir müssen doch unsere Umgebung mit gestalten“, fügt Maria Meyer hinzu. Sie wäre aufgrund ihrer Herkunft von dem Attentat besonders betroffen gewesen: „Ich bin selbst ehemalige Hallenserin, und das hat mich sehr beschäftigt.“

Kleiner Marsch mit 40 Teilnehmern

Zur Veranstaltung kamen circa 40 Teilnehmer. Die Organisatoren waren damit äußerst zufrieden: „Wir sind sehr gerührt, wie viele gekommen sind“, sagt Maria Meyer „Für uns war es besonders wichtig, dass das ein friedliches Zeichen ist. Es geht nicht um Provokation oder um Gewalt, sondern soll genau das Gegenteil bewirken und die Menschen miteinander zum Austausch bringen.“

Die Route führte von der Hansawiese durch die Stralsunder Altstadt über den Ort der ehemaligen Synagoge Stralsund bis hin zur Judenstele im Johanniskloster. Hier wurden Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet.

Gedenken an der Stele im Johanniskloster

An der Judenstele im Johanniskloster wurden Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. Quelle: Arne Lehmann

Für viele Teilnehmer ging die Veranstaltung aber über ein Gedenken hinaus: „Es geht ja im Grunde nicht nur um die Opfer in Halle, sondern darum, dass es überhand nimmt, wenn solche rechte Gesinnung meint, Menschen mit anderem Glauben anzugreifen, zu töten – das geht überhaupt nicht“, meint Andrea Kühl, Bürgerschaftsmitglied für die Linke, die sich ganz privat in den Zug einreihte. Wiebke Lückmeier ergänzt: „Sowas sollte man überall machen. Fremdenfeindliches Gedankengut, Antisemitismus ist ja auch hier ein Problem, wie deutschlandweit.“

Auch wenn es in Stralsund keine jüdische Gemeinde gibt, sollen demnächst häufiger solche Veranstaltungen stattfinden – unabhängig von tragischen Ereignissen. „Die Kernbotschaft wird nach wie vor lauten: Für Toleranz und gegen Ausgrenzung jeglicher Art“, kündigt Maria Meyer an.

Mehr zum Thema lesen Sie hier:

Schönberg: Gedenkveranstaltung ohne Politiker der Stadt

Wolfgang Schäuble fordert Konsequenzen aus Anschlag in Halle

Nach Anschlag: Synagogentür von Halle soll Ort des Gedenkens werden

Hunderte Menschen bei Solidaritätsdemo für Terroropfer in Halle

Antisemitische Straftaten in MV nehmen dramatisch zu

Anschlag in Halle: Attentäter produzierte mit 3-D-Drucker Waffen

Halle: Entsetzen nach tödlichen Schüssen – wer waren die Opfer?

Von Arne Lehmann

Die Kurkarte bewegt auch heute in den Ostseebädern Mecklenburg-Vorpommerns die Gemüter. Es ist keine neue Idee, das gab es in Binz und anderswo schon im Kaiserreich.

02.11.2019

Die Freiwillige Feuerwehr Stralsund hat vom Landkreis ein neues Löschfahrzeug bekommen. Das Auto ist ein echtes Multi-Talent, denn es soll auch bei der Katastrophenabwehr zum Einsatz kommen. Doch die spezielle Ausrüstung hat einen hohen Preis.

02.11.2019
Stralsund Die besondere Tour - Ausflug in die Ritterzeit

Sonntag geht’s auf den Spuren der Ritter von Kölzow bis nach Landsdorf (Vorpommern-Rügen). Start ist 10 Uhr in Kölzow an der Kirche. Ziel ist der Speicher in Landsdorf, einem Ortsteil von Tribsees.

02.11.2019