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Stralsund Kreis investierte 1,3 Millionen in Feuerwehren
Vorpommern Stralsund Kreis investierte 1,3 Millionen in Feuerwehren
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06:35 28.12.2018
Landrat Stefan Kerth (r.) übergibt Burkhard Niedermeyer von der Stadt Grimmen das neue Fahrzeug zur Gefahrgut-Bekämpfung. Quelle: Almut Jaekel
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Stralsund

Etwa 1,3 Millionen Euro hat der Landkreis Vorpommern-Rügen in diesem Jahr in den Brand- und Katastrophenschutz investiert. „Die Ausstattung der Feuerwehren von Rügen bis Ribnitz ist dem Kreis wichtig. Allerdings mussten wir damit klarkommen, dass aus der Feuerschutzsteuer rund ein Drittel Einnahmen weniger zur Verfügung gestellt wurden“, sagt Landkreis-Sprecher Olaf Manzke im OZ-Gespräch.

Größte Investition war der Kauf von drei Feuerwehr-Fahrzeugen. So konnten sich die Brandbekämpfer in Marlow über ein neues Löschfahrzeug TLF 3000 freuen. 126 700 Euro wurden dafür ausgegeben. 110 000 Euro kostete das TLF 4000 für die Blauröcke in Bergen. Und auch die Wehr in Lancken-Granitz bekam mit dem LF 10 ein neues Fahrzeug, für das 106 000 Euro bezahlt werden mussten. Bei solchen Summen sehen die jeweils 15 000 Euro für neue Rettungsgeräte für die Städte Barth, Ribnitz-Damgarten und die Gemeinde Samtens auf Rügen eher wie Peanuts aus.

Neubau in Sehlen entstanden

Doch nicht nur in die mobile Technik muss investiert werden. Die Bedarfsplanung der Feuerwehren in Vorpommern-Rügen hat auch gezeigt, dass einige Gerätehäuser nicht mehr dem Standard entsprechen. So standen für den Neubau in Sehlen rund 40 000 Euro Zuschuss bereit. Ziemlich akut war die Lage in Brandshagen. Hier musste dringend gehandelt werden. 75 000 Euro wurden erst einmal zur Verfügung gestellt.

Das neue Funktionsgebäude soll in direkter Nachbarschaft zum alten Gerätehaus in Brandshagen entstehen. Das alte Haus wurde bereits verkauft. Der neue Eigentümer möchte hier nach der Sanierung Wohnungen entstehen lassen. Und diese Sanierung sei dringend notwendig, sagt Andreas Bohl, Amtsrat im Bau- und Ordnungsamt. „Das alte Gerätehaus ist nicht mehr zu tragen. Es gibt tiefe Risse im Gemäuer und mit Flickschusterei ist dort nichts mehr zu machen.“

Rollcontainer für Gefahrenguteinsatz angeschafft

Genau diese Flickschusterei war dem Gemeindewehrführer Heiko Schammel schon seit Jahren ein Dorn im Auge. „Es wurde immer wieder angebaut, und die einzelnen Teile des Gebäudes haben sich nie richtig miteinander verbunden.“ Er sei gespannt und hoffe, dass er mit seinen Feuerwehr-Kollegen das zehnjährige Bestehen der Gemeindefeuerwehr Sundhagen im Juni des nächsten Jahres in dem neuen Gerätehaus feiern kann.

Grund zur Freude gab es vor ein paar Wochen auch in Ribnitz-Damgarten und Grimmen. Hier wurden zwei Gerätewagen für die Gefahrgut-Beseitigung für den Bereich Süd und West übergeben. Die beiden baugleichen Autos kosteten 540000 Euro. Mit 290 PS, ausgelegt für eine Sechs-Mann-Besatzung und beladen mit je neun Rollcontainer, die alle Gerätschaften beinhalten, die die Feuerwehrleute für einen Gefahrguteinsatz brauchen, entsprechen die neuen Gerätewagen dem aktuellen Stand der Technik.

Drei Gefahrgutzüge gibt es im Landkreis Vorpommern-Rügen

„Schutzkleidung, Pumpen und Abdichtmaterial gehören beispielsweise dazu“, sagte Landrat Stefan Kerth (SPD) bei der Übergabe. „Wichtig ist, dass wir als Landkreis nicht den Feuerwehren vor Ort diese Fahrzeuge schenken, sondern dass wir sie zur Verfügung stellen, damit Ehrenamtler sie zu unserem Schutz nutzen.“ Drei Gefahrgutzüge gibt es im Landkreis Vorpommern-Rügen. In den einzelnen Zügen arbeiten jeweils Kameraden mehrerer Feuerwehren zusammen. Der dritte Zug für den Bereich Nord mit Sitz in Sassnitz soll ebenfalls noch ein neues Fahrzeug bekommen. Damit wurden und werden die Fahrzeuge aus den frühen 90er-Jahren endlich abgelöst.

Für 2019 hat das Ordnungsamt des Kreises schon gut vorgearbeitet und Anträge auf Sonderbedarfszuweisungen beim Innenministerium gestellt. Rund eine Million Euro soll hier fließen – dafür könnten vier neue Feuerwehr-Fahrzeuge gekauft werden. Auch beim Katastrophenschutz wird kräftig investiert. So hat der Kreis 2018 eine neue Technikhalle in Bergen geplant, die für eine Million 2019 gebaut werden soll. Zwei Hilfeleistungslöschfahrzeuge stehen mit 480000 Euro im Plan. Für die Beseitigung von Wassergefahren werden in zwei Geräte-Autos rund 150 000 Euro investiert.

Ines Sommer