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Stralsund Wenn die Gedanken Bingo spielen
Vorpommern Stralsund

Gelungene Premiere für Theaterstück "Rico, Oskar und die Tieferschatten"

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15:01 20.01.2020
„Rico, Oskar und die Tieferschatten“ am Theater Vorpommern mit Mike Hermann Rader als Oskar und Ronny Winter als Rico. Quelle: Vincent Leifer
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Stralsund

Wenn sich nicht nur die Kinder im Publikum köstlich amüsieren und einige jüngere Zuschauer beim Showdown auf der Bühne vor Aufregung aufspringen, dann kann man von einer gelungenen Premiere sprechen. Am Sonntag erlebte das Theaterstück „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ im Gustav-Adolf-Saal seine erste Aufführung in der Hansestadt.

Liebevolle Charaktere

Die Messlatte lag hoch, denn die meisten dürften bei dem Titel „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ die gelungene Verfilmung des Kinderbuchs von Andreas Steinhöfel im Hinterkopf haben. Doch Finja Jens (Inszenierung), Sandra Becker (Bühne und Kostüme) und Sabine Kuhnert (Dramaturgie) ist es gelungen, den jüngeren Zuschauern eine aufregende Geschichte mit liebevollen Charakteren zu erzählen.

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Rico (Ronny Winter) ist elf Jahre alt und „tiefbegabt“. Das heißt, er denkt zwar gut und viel, es dauert aber immer etwas länger als bei anderen Leuten. Wenn er aufgeregt ist, klackern seine Gedanken in seinem Kopf durcheinander wie die Kugeln beim Rentnerbingo. Zur Aufregung gibt es auch allen Grund, denn in Berlin treibt ein seltsamer Kindesentführer sein Unwesen, der sich ausgerechnet Ricos neuen besten Freund, den hochbegabten und übervorsichtigen Oskar (Mike Hermann Rader), schnappt. Rico muss all seinen Mut zusammennehmen, um seinen Freund zu retten, und lüftet nebenbei das Geheimnis der Tieferschatten im Hinterhaus.

Was ist schon normal?

Alles, nur nicht normal – das scheint die Devise von Andreas Steinhöfel für seine Charaktere zu sein. Oder ist es vielleicht genau andersrum? Denn wer, bitteschön, darf denn darüber urteilen, was normal ist und was nicht? Vielleicht ist das Normale ja gar nicht das, was man überall sieht, sondern genau das, was hinter der Fassade passiert.

In diesem Stück erzählt Steinhöfel die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft zwischen den besonderen Jungs Rico und Oskar, mitten im trubeligen Berlin. Wie Rico damit umgeht, dass er manchmal etwas langsamer ist („Ich habe einen Orientierungssinn wie eine besoffene Brieftaube bei Schneesturm Stärke 12!“), ist manchmal zum Schießen – ohne, dass man böse über ihn lacht. Und wenn Ricos Mama, die etwas prollige Tanja Doretti (Susanne Kreckel), die Bühne betritt, kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, nur um dieser liebenswerten Frau mit einem großen Herz wenig später einfach mal eine ordentliche Portion Glück in ihrem Leben zu wünschen. Genauso wie der schrulligen Frau Dahling (ebenfalls Susanne Kreckel), bei der Rico immer ein offenes Ohr findet – auch, weil Frau Dahling einfach fürchterlich einsam ist. Doch beide Damen sind einfach unglaublich lieb im Umgang mit Rico und erklären ihm immer wieder, dass er etwas ganz Besonderes ist. Auch die anderen Figuren im Stück, angefangen beim undurchsichtigem Marrak und dem üblen Herrn Fitzke (beide Stefan Hufschmidt) bis hin zur „scharfen Schnitte“ Simon Westbühl (Jan Bernhardt) sind jeder auf seine Weise besonders.

Kreativ auf der Bühne

Viele Ortswechsel erforderten auf der kleinen Bühne im Gustav-Adolf-Saal einiges an Kreativität von Sandra Becker. Die Lösung sind viel Bewegung in den multifunktional eingesetzten Bühnenbauten und Requisiten. Um einige Erzählstränge zu raffen, hat das Team um Finja Jens viel mit Technik und Medien gearbeitet.

Einige Witze mögen für die erwachsenen Zuschauer ein bisschen klamaukig wirken, einige Szenen ordentlich überdreht, aber hej!, das ist schließlich ein Theaterstück für Kinder ab neun Jahren. Und zum Glück steckt in uns allen immer ein bisschen Kind.

Weitere Vorstellungen: Stralsund, Gustav-Adolf-Saal: 1. und 21. April, 10 Uhr; 22. April, 9 und 11 Uhr; 27. Mai, 10 Uhr; Greifswald, Rubenowsaal: 9. Mai, 15 Uhr.

Von Miriam Weber

Am Sonntagabend waren der 19- und der 23-Jährige mit dem Rad nebeneinander fahrend auf der Bundesstraße 194 auf dem Heimweg von Stralsund nach Grimmen. Beide hatten keine Beleuchtung am Rad. Deshalb nutzte der 23-Jährige das Handy als Taschenlampe.

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