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Stralsund Niepars wächst um zwei Ortsteile
Vorpommern Stralsund Niepars wächst um zwei Ortsteile
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09:00 22.11.2018
Streben eine Fusion an: Niepars, Kummerow und Neu Bartelshagen Quelle: HST
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Niepars

Ab dem 26. Mai 2019 wird es eine neue Großgemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen geben. Die Gemeindevertreter von Neu Bartelshagen, Kummerow und Niepars stimmten am Dienstagabend in gemeinsamer Sitzung bei einer Stimmenthaltung nahezu einstimmig dem Fusionsvertrag zu. Die Herausforderung war groß. Ende August, Anfang September waren die ersten Einwohnerversammlungen in den Gemeinden dazu abgehalten worden. Schnell war klar geworden: Das Vorhaben stand unter Zeitdruck.

Einvernehmen trotz Zeitdrucks

Das Land Mecklenburg-Vorpommern zahlt pro wegfallender Gemeinde – in diesem Fall Kummerow und Neu Bartelshagen – 400 000 Euro als Prämie, jedoch nur, wenn die Fusion mit Niepars bis zur Kommunalwahl im nächsten Mai über die Bühne gegangen ist. Peter Forchhammer, Verwaltungschef des Amtes Niepars, das diesen Prozess fachlich begleitet, hatte dazu den Fahrplan vorgegeben. „Spätestens bis Weihnachten müssen die Gemeindevertretungen zur Fusion mit Niepars Beschlüsse gefasst haben und der Vertrag ausgearbeitet sein.“ Das Ziel ist erreicht worden. Das gewählte Vorgehen dabei zeigt, dass trotz Zeitdrucks eine einvernehmliche Lösung gefunden werden konnte. Etwas, das Altefähr und Stralsund, die ebenfalls um eine Fusion ringen, bislang nicht vorweisen können. Doch: Ganz in einem Rutsch war das Verfahren dann doch nicht zu haben. „Wir haben als Amtsverwaltung den Entwurf zum Fusionsvertrag erstellt und den Gemeindevertretungen zugesandt“, sagt Forchhammer und weiß: „Der Vertrag pendelte mehrfach mit Änderungswünschen zwischen Amt und Gemeinden. Und zum Schluss schaute noch ein Anwalt drauf, um rechtliche Sicherheit für den Prozess herzustellen.“

Viel Vertrauen in die Zukunft

Horst Badendieck, Bürgermeister von Neu Bartelshagen, sagt: „Selbst in der Entscheidungsrunde zum Fusionsvertrag wurde versucht, noch einmal eigene Ideen unterzubringen.“ So hätten es die Neu Bartelshäger gerne gesehen, wenn aus ihrer Fusionsprämie, die Hälfte in ihrer Gemeinde geblieben wäre. Ein Anliegen, das nach Diskussion wieder verworfen wurde. „Ein Haushalt im Ortsteil neben dem der gesamten Gemeinde wäre schwierig geworden“, so Badendieck. Er verweist darauf, dass die einstimmige Annahme des Fusionsvertrages am Ende viel mit Vertrauen zu tun hat. „Wir haben zugestimmt im Vertrauen darauf, dass die neue Gemeindevertretung, die am 26. Mai 2019 gewählt wird, eine Prioritätenliste erstellt, die die Wünsche der neuen Ortsteile angemessen berücksichtigt.“

Mit der Kommunalwahl eine große Gemeinde

Neu Bartelshagen: Von 700 Einwohnern nach der Wende ist die Bevölkerungszahl auf 315 geschrumpft. Bürgermeister Horst Badendieck sieht im Zusammenschluss mit Niepars eine Chance, vor allem die Reste der sozialen und kulturelle Infrastruktur im Dorf halten zu können.

Kummerow: Ähnlich in Kummerow: Die Gemeinde bringt 300 Einwohner mit in die Fusion ein. Kummerows Bedingungen für das Zusammengehen lagen ebenfalls im Erhalt kultureller Traditionen wie dem Tonnenabschlagen im Mai und dem Kinderfest im September sowie der Fortführung der Seniorenarbeit und dem Erhalt des Gemeindearbeiters.

Niepars: Mit knapp 2000 Einwohnern ist Niepars die aufnehmende Gemeinde dieser Fusion. In dem Handwerkerdorf hat zudem ein Ableger des Bundesprogramms „Demokratie leben“ seinen Sitz. Mit Blick auf die Fusion fasst die Projektkoordinatorin Kristina Freyberger neue Aufgaben ins Auge: Den Wunsch nach Erhalt der sozialen Infrastruktur mit Ideen befördern.

Wie jetzt weiter? Die Rechtsaufsicht prüft den abgestimmten Vertrag und genehmigt ihn. Dann setzen die Bürgermeister ihre Unterschrift darunter. Mit der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 gibt es dann nur noch die Großgemeinde Niepars mit den neuen Ortsteilen Neu Bartelshagen und Kummerow. Wichtig für die Vorbereitung der Kommunalwahl ist laut Amtsverwaltungschef Peter Forchhammer eine kluge Besetzung der Wahllisten, damit die Ortsteile in der neuen Gemeindevertretung angemessen vertreten sind.

Zufrieden zeigte sich Gerald Harport, Kummerows Bürgermeister: „Wir haben unser Dorffest und das Kinderfest über den Vertrag gesichert. Unser Gemeindearbeiter wird weiter für uns tätig sein.“ Kummerow hatte zudem angeregt, dass das Amt Niepars die Umschreibung von Ausweisdokumenten wie etwa im Fall von Straßenumbenennungen für Betroffene kostenfrei stellt. Harport ist überzeugt, mit der Fusion gut unterwegs zu sein. „Kummerow hätte vielleicht noch zwei eigenständige Haushalte aufstellen können. Dann wäre die Luft rausgewesen.“

Wille zum Erfolg war spürbar

Für die Nieparser Bürgermeisterin Bärbel Schilling war der Wille aller Partner deutlich spürbar, die Fusion zum Erfolg zu führen. „Als große Gemeinde haben wir politisch mehr Gewicht im Kreis“, sagt und verweist auf einen Wermutstropfen: „Dieses Gewicht wäre größerer geworden, wenn Groß Kordshagen sich uns hätte anschließen können.“ Auch mit Blick auf den Brandschutz in der Region würde es aus ihrer Sicht Vorteile geben, wenn sich die Potenziale der Groß Kordshäger Feuerwehr stärker mit denen der Nieparser Stützpunktwehr verknüpfen ließen. Noch gibt es Hoffnung. Groß Kordshagen will seine Einwohner über eine mögliche Fusion mit Niepars abstimmen lassen.

Jörg Mattern

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