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Stralsund Grüne fordern mehr Kontrolle bei Besetzung des SWG-Chefpostens
Vorpommern Stralsund Grüne fordern mehr Kontrolle bei Besetzung des SWG-Chefpostens
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13:18 25.01.2019
Eng verbunden: Das Wappen der Hansestadt Stralsund auf einem Auto der städtischen Wohnungsbaugesellschaft SWG. Quelle: Stefan Sauer
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Stralsund

Die Grünen in der Stralsunder Bürgerschaft fordern, Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) die Kontrolle über die Auswahl eines geeigneten Kandidaten für die Nachbesetzung des Chefpostens bei der kommunalen Stralsunder Wohnungsbaugesellschaft (SWG) zu entziehen. Stattdessen solle die Bürgerschaft das Verfahren an sich binden, sagte Grünen-Fraktionschef Jürgen Suhr der OZ. Für die nächste Sitzung der Bürgerschaft am kommenden Donnerstag habe die Fraktion einen entsprechenden Antrag vorgelegt, über den die Stadtvertreter dann abstimmen müssen. Suhr: „Folgt die Mehrheit diesem Antrag, entscheidet die Bürgerschaft selbst über die Bestellung des neuen Geschäftsführers der SWG.“ Mit besonderer Spannung wird erwartet, wie sich insbesondere die CDU-Fraktion dazu verhalten wird.

Im Dezember war bekannt geworden, dass Hendrik Lastovka (CDU), der Sohn des früheren Oberbürgermeisters Harald Lastovka, neuer Geschäftsführer der SWG werden soll, obwohl der Mann bisher weder in der Wohnungsbranche noch durch die Führung eines Unternehmens vergleichbarer Größe aufgefallen ist. Grund für den Wechsel an der Spitze des mit über 8000 Wohnungen größten Vermieters in Stralsund ist, dass der bisherige Geschäftsführer Dieter Vetter ab Mitte 2020 seinen Ruhestand antreten will. Dass die Stelle bereits jetzt ausgeschrieben worden ist, soll nach OZ-Informationen mit der bevorstehenden Kommunalwahl im Mai dieses Jahres zu tun haben, nach der sich die Mehrheitsverhältnisse im Stralsunder Rathaus zu Ungunsten der CDU ändern könnten.

Zuletzt war in Stralsund der Chefposten der Stadtwerke mit einem branchenfremden Juristen mit CDU-Parteibuch besetzt worden. Den Job bekam 2017 der frühere Leiter des Bauamtes im Rathaus, Dieter Hartlieb. Mit dem Ausschreibungsverfahren soll damals dieselbe Berliner Unternehmensberatung beauftragt worden sein wie jetzt zur Vorbereitung der Nachbesetzung des SWG-Chefpostens.

„Bekanntlich wird in der Öffentlichkeit das Verfahren zur Besetzung der Geschäftsführerstelle der Stralsunder Wohnungsbaugesellschaft kritisch hinterfragt und bezweifelt, ob dies objektiven Kriterien genügt. Die kritischen Fragen sind aus meiner Sicht berechtigt, denn es ist auffällig, dass die Besetzung der Geschäftsführerstellen städtischer Unternehmen in den letzten Jahren vornehmlich mit Personen erfolgten, die entweder aus Reihen der Mehrheitsfraktion CDU/FDP oder aber aus der hiesigen CDU stammten“, kritisierte Suhr weiter.

Weil nun öffentlich darüber spekuliert werde, dass sich dies bei der Besetzung des neuen SWG-Geschäftsführers fortsetzen könnte, müsse das gesamte Verfahren so objektiv und transparent wie möglich gestaltet werden, um auszuschließen, „dass die Zugehörigkeit zu einer Fraktion oder einer Partei ein relevantes Kriterium für die Besetzung dieser Position ist“, sagte der Grünen-Politiker. Um dies zu gewährleisten sei eine Entscheidung in der Bürgerschaft transparenter als über den nichtöffentlich tagenden Aufsichtsrat und den Oberbürgermeister. Laut Suhr sei der Aufsichtsrat, der die Arbeit des SWG-Geschäftsführers kontrollieren soll, bisher nicht an dem Verfahren zur Neubesetzung des Postens beteiligt worden. Die eigentliche Auswahl eines neuen Geschäftsführers obliegt ohnehin der Gesellschafterversammlung, die durch OB Badrow vertreten wird, da die SWG zu 100 Prozent der Hansestadt gehört.

„Über ein Heranziehen dieser wichtigen Angelegenheit an die Bürgerschaft würde zumindest transparent werden, ob und wie der weitere Fortgang zur Entscheidungsfindung objektiviert werden kann“, heißt es in dem nun vorliegenden Antrag der Grünen.

Ebenfalls während der nächsten Sitzung der Bürgerschaft muss die Stadtverwaltung auf Wunsch der Grünen ausführlich darlegen, was sie seit dem Jahr 2010 unternommen hat, um auf ausgeglichenere Geschlechterverhältnisse in den Führungspositionen der kommunalen Unternehmen hinzuwirken. Allzu groß kann das Engagement hier nicht gewesen sein. Von den insgesamt elf kommunalen Unternehmen in Stralsund, an denen die Stadtverwaltung die Mehrheit der Anteile hält und damit besonders einflussreich ist, werden lediglich zwei von Frau geführt – die Stralsunder Innovation Consult GmbH (SIC) von Ariane Kroß und die städtischen Wohlfahrtseinrichtungen von Annett Mülling.

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