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Stralsund Grünes Licht für Kita-Neubau in Stralsund
Vorpommern Stralsund Grünes Licht für Kita-Neubau in Stralsund
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15:59 08.08.2019
Der Montessori-Arbeitskreis will in Grünhufe gleich neben dem jetzigen Haus für zwei Millionen Euro ein neues Kita-Gebäude mit 89 Plätzen bauen. Einziehen werden dort 45 Kindergartenkinder, aber auch die Mädchen und Jungen aus dem Außenhort in der Wiesenstraße. Quelle: Ines Sommer
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Stralsund

Endlich steht die Finanzierung, die 1,5 Millionen Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sind bewilligt, und so steht dem Kita-Neubau in Grünhufe nichts mehr im Wege. Zwei Millionen werden für das neue Gebäude, das direkt neben dem Montessori-Kinderhaus gebaut wird, investiert. Platz haben hier dann 89 Mädchen und Jungen in Hort und Kindergarten. Auch Rollstuhlfahrer können das neue Haus problemlos erreichen.

Die Seepferden und Seesterne des Montessori-Kinderhauses brachten den Gästen vor dem Rundgang ein Ständchen. Quelle: Ines Sommer

Startschuss für das Projekt könnte noch im Winter sein, denn das Besondere ist: Der neue Zweigeschosser wird in Modulbauweise errichtet. „Aber keine Angst, irgendwelche Nähte sieht man nachher nicht mehr. Das wird alles ganz farbenfroh“, verspricht die Kita-Leiterin Christine Funke. Sie hatte sich solch einen Kita-Bau schon mal anderenorts angesehen und war begeistert.

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Betreut wird das Projekt von der Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund (SES). Solveig Wieck erklärte gestern beim Rundgang mit Infrastruktur-Minister Christian Pegel (SPD), dass die Maßnahme jetzt ausgeschrieben werde. „Wir bekommen dann fertige Teile geliefert, das heißt zum Beispiel, dass auch die Sanitäranlagen schon eingebaut sind, wenn das entsprechende Modul hier ankommt.“ Sie rechnet mit einer Bauzeit von ungefähr acht Monaten. „Wir hoffen, dass wir im September 2020 einziehen können“, ist Christine Funke, die seit 1999 das Montessori-Kinderhaus in Grünhufe leitet, voller Optimismus.

288 Lütte –40 von ihnen allein in der Krippe – werden zurzeit in der größten Stralsunder Einrichtung betreut. Einige Hortkinder werden allerdings in der Außenstelle Wiesenstraße umsorgt. „Wir platzen aus allen Nähten, deshalb haben wir ja schon vor Jahren Alarm geschlagen“, sagt Christine Funke, denn ihr Haus hat auch die meisten Flüchtlingskinder aufgenommen – 80 sind es insgesamt. Denn längst ist Montessori nicht nur ein Aushängeschild für gute Kinderbetreuung. Der einzige Kita-Träger in Grünhufe übernimmt auch viele soziale Aufgaben in dem Stadtteil mit 6500 Einwohnern.

Vier Kitas unter Montessori-Flagge

288 Kinder betreut der Montessori-Arbeitskreis im Kinderhaus in Grünhufe - 200 im Kindergarten, 40 in der Krippe und 48 im Hort Sonnenhof. 52 sind es im Hort, Wiesenstraße 9, untergebracht. Insgesamt gibt es in einer der größten Stralsunder Kitas acht integrative Gruppen.

Doch auch die Kita Brunnenaue mit 73 Plätzen und der „Klabautermann“ in Stralsund mit 185 Kindergarten- und 40 Krippenkindern sowie die Kita Prora (58 Kindergarten-, 22 Krippenkinder) befinden sich in Trägerschaft des Montessori-Vereins. Auch diese Einrichtungen sind ausgelastet, so die Verwaltung.

Der Verein „Montessori-Arbeitskreis“ wurde am 23. März 1991 in Stralsund gegründet. Allein im Kinderhaus in Grünhufe beschäftigt er 36 Erzieher.

Das Kita-Projekt lag schon lange bereit, allerdings konnte ohne Zuschüsse nicht gebaut werden. Denn schon mit Förderung muss der Montessori-Arbeitskreis als Träger der Einrichtung rund 500000 Euro Eigenanteil tragen...

Der Montessori-Arbeitskreis will in Grünhufe für zwei Millionen Euro ein neues Kita-Haus mit 89 Plätzen bauen. Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) informierte sich am Donnerstag in Stralsund über das Projekt. Quelle: Ines Sommer

Mit dem Neubau werden die Kapazitäten einerseits geordnet. Denn die 52 Hortkinder aus der ehemaligen „Wiesenblume“ kehren wieder heim, ziehen ins neue Gebäude. Andererseits erfolgt eine Aufstockung des Angebotes mit drei Kindergartengruppen, dahinter stehen insgesamt 45 Kinder. Übrigens haben die Kindergarten-Knirpse der „Seepferdchen“ und „Seesterne“ die Gäste gestern vor dem Rundgang mit einem kleinen Ständchen erfreut.

„Das neue Haus entspannt die Situation, eine Warteliste haben wir trotzdem dann noch“, so die Kita-Chefin, die übrigens keine Erzieher-Not hat. „Wir bilden gut aus, haben viele Abschluss-Praktikanten. Die fühlen sich wohl in unserem Team. Und den Besten können wir einen Arbeitsvertrag anbieten“, erklärt Christine Funke das Erfolgsrezept.

In Stralsund werden vom Internationalen Bund, Arbeiterwohlfahrt, Lebensräume-Verein und Montessori zwar verschiedene Projekte angeschoben (die OZ berichtete), fertig ist aber noch kein Haus. Insofern bleibt es dabei: In Stralsund fehlen rund 300 Kita-Plätze.

Zweites Haus soll 89 Plätze haben. Donnerstag informierte sich Minister Pegel über das Projekt, das von der SES betreut wird.

Von Ines Sommer

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