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Stralsund „Grundstücke werden entwertet“
Vorpommern Stralsund „Grundstücke werden entwertet“
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00:00 24.11.2017
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Glashagen

In Widerspruch gegen den bereits genehmigten Bau einer Windkraftanlage südlich von Glashagen geht die Gemeinde Wittenhagen. Das beschlossen die Gemeindevertreter am Mittwochabend. Zuvor hatten sie in ihrer Dringlichkeitssitzung, zu dem etliche Einwohner vorrangig aus dem Ortsteil Glashagen gekommen waren, die Meinung der Anwohner erfragt.

Südlich von Glashagen in der Gemeinde Wittenhagen und Schönenwalde in der Gemeinde Papenhagen soll ein Windenergiegebiet entwickelt werden. Der Entwurf liegt vor, beide Gemeinden haben sich in der Vergangenheit vehement dagegen ausgesprochen. Auch die Deutsche Bahn, deren Stecke unmittelbar dort entlang geht, sowie Nachbargemeinden, wie die Stadt Grimmen, lehnen das Eignungsgebiet ab. „Die Entwürfe sind noch nicht rechtskräftig“, betonte Wittenhagens Bürgermeister Frederic Beeskow (Wählergemeinschaft).

Dennoch sei die Kommune über die Genehmigung einer der geplanten sechs Windkraftanlagen informiert worden. Die Nabenhöhe des Windrades soll 127 Meter, die Gesamthöhe 184 Meter betragen. Auf Nachfrage hatte der Bürgermeister erfahren, dass mittlerweile für alle sechs geplanten Anlagen Bauanträge gestellt seien und mit Genehmigungen zu rechnen sei.

„Für unsere Gemeinde stellt sich nun die Frage, ob wir in Widerspruch gehen und alle rechtlichen Mittel ausschöpfen wollen“, hatte Beeskow zu Beginn der Sitzung gesagt und freute sich deshalb über die rege Bürgerbeteiligung. „Der Widerspruch in der Bevölkerung ist da und auch bekannt. Bisher hat aber niemand darauf gehört“, ärgerte sich Gemeindevertreter Norbert Golke.

Und so hatten sich die anwesenden Glashagener auch sofort und einmütig für einen Widerspruch gegen den Bau ausgesprochen. „Mit dem Bau einer Windkraftanlage werden Tatsachen geschaffen, obwohl das Verfahren zum Eignungsgebiet noch nicht abgeschlossen ist“, warfen sie ein. Da müsse doch etwas nicht mit rechten Dingen zugehen. Zumal die Hürden zum Bau einer einzelnen Anlage geringer seien als für sechs in einem gesamten Gebiet. Das zeige, dass es Bedenken gebe, die auf diesem eigenartigen Weg weggewischt werden sollten.

Fakt sei, dass gerade in Glashagen der Verkauf eines Grundstückes geplatzt sei, weil der Käufer von dem geplanten Windanlagenbau erfahren habe. „Unsere Grundstücke werden entwertet“, warfen gleich mehrere Bürger ein. Ein Herr meinte, seine Altersvorsorge hätte sich somit gerade in Luft aufgelöst.

Aus diesen Gründen wollen die Glashagener die Gemeindevertreter dabei unterstützen, sich „bis zum letzten Tag gegen die Anlagen zu wehren“. Auch wenn unsicher sei, wie der Rechtsstreit ausgeht und der sehr viel Geld kosten könne.

Bis Anfang nächster Woche müssen nun die rechtlichen Schritte eingeleitet werden. „Wir als Gemeinde Papenhagen können uns in diesem Fall noch nicht anschließen, weil das derzeit geplante Windrad nicht auf unserem Gemeindegebiet gebaut werden soll“, sagte Papenhagens Bürgermeisterin Ilona Kindler. Sie will aber Kontakte zum Rechtsanwalt der Gemeinde herstellen, der mit dem Problem im geplanten Eignungsgebiet bereits befasst sei. Papenhagen kämpfe seit mehr als zehn Jahren gegen Windenergieanlagen.

Almut Jaekel

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