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Stralsund „Gut, dass eine Entscheidung gefallen ist“
Vorpommern Stralsund „Gut, dass eine Entscheidung gefallen ist“
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07:16 24.04.2014
Ich bin erleichtert, dass die Hängepartie beendet ist. Die Unsicher- heit für viele bleibt jedoch.“Jürgen Suhr (55, Grüne), Landtagsmitglied
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Stralsund

Da fallen doch wirklich mal Ostern und Weihnachten zusammen: Mit großer Erleichterung wurde gestern in der Hansestadt die Nachricht des Tages aufgenommen: Nordic Yards kauft die insolvente Volkswerft, will bis zum Jahresende 250 Mitarbeiter einstellen und mittelfristig 500 Arbeitsplätze schaffen.

„Nach 20 Monaten gibt es endlich eine Lösung, auf die wir alle so lange gewartet haben“, sagt Betriebsratschef Jürgen Kräplin, den wir gestern im Auto am Handy erwischten, als er sich gerade die gute Nachricht aus Schwerin abgeholt hatte. Mit der Grundsatzentscheidung der Landesregierung sei gesichert, dass der Werftenstandort Stralsund erhalten bleibt. Wie das konkret für jeden einzelnen aussehe, das gehöre zu den vielen Details, die nun besprochen werden müssten. „Wir haben jetzt aber konkrete Zahlen, und das Hin- und Her hat ein Ende“, so Kräplin. Das bedeute auch, dass die Berufsausbildung weitergehe und es eine Lösung für die Konstrukteure gebe, kündigt Kräplin an.

„Gut, dass eine Entscheidung gefallen ist. Nicht befriedigend für uns als Stadt ist, dass es zunächst mit nur 250 Beschäftigten weitergehen soll“, kommentiert Stralsunds Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU). „Aber das ist ein Anfang, und wir hoffen auf mehr. Es gibt nun endlich eine Perspektive für den maritimen Standort, sowohl für den Schiffbau als auch für den Bereich der Offshore-Industrie“, so das Stadtoberhaupt Erleichtert, „dass die Hängepartie endlich beendet ist“, zeigt sich auch Jürgen Suhr, Fraktionschef der Grünen im Landtag. Die Unsicherheit für viele Mitarbeiter bleibe jedoch. Hier müsse Klarheit geschaffen werden. „Die Menschen haben ein Recht darauf, schnell zu erfahren, wie es weitergeht“, meint Suhr und betont, dass die Landesregierung mit dem Zuschlag an Nordic Yards und die Offshore-Ausrichtung auf die Energiewende in Deutschland setzt.

„Eine super Sache. Genau die richtige Entscheidung“, ist der Verkauf aus Sicht von Heidi Waschki , Mitglied der Stralsunder Mittelstandsvereinigung. „Hocherfreut, dass es auf der Werft weitergeht“

ist auch Kaufhaus-Unternehmer Hermann Jesske. „Industrielle Arbeitsplätze sind nun mal Mangelware in Stralsund. Deshalb drücken wir sehr die Daumen, dass der Betrieb unter Nordic einen erfolgreichen Weg geht “, so Jesske. Altstadthändlerin Marianne Kahn hat „gemischte Gefühle“, wie sie zugibt. Ihrer Meinung nach geht die Werft „unter ihrem Preis“ weg. Die Stralsunderin bedauert, dass zunächst nur 250 Jobs gesichert sind. In ihr Schaufenster hat sie gestern einen Spruch von Samuel Johnson, gehängt: „Hoffnung ist eine Art von Glück, vielleicht das größte Glück, das die Welt bereithält.“

Hoffnung verbindet auch Pfarrer Christoph Lehnert mit dem neuen Investor. „Es ist positiv, dass es gelungen ist, die Wert zu erhalten. Ich hoffe sehr, dass sich das Unternehmen weiter positiv entwickelt.“ Ein Wehrmutstropfen sei aber, dass nun wohl keine Schiffe mehr gebaut werden. Nordic plant die Herstellung von Offshore-Plattformen. Diese „angedachte Neuausrichtung des Industriestandortes“ ist wiederum nach dem Geschmack von Prof. Falk Höhn, Rektor der Fachhochschule. Denn die möchte auch künftig „Fach- und Führungskräfte in unterschiedlichsten Studiengängen ausbilden, die dann auch in Stralsund einen zukunftssicheren Arbeitsplatz finden“. Und Stadtvertreter Niklas Rickmann (SPD) ist froh, dass die „schwere Geburt“ überstanden ist. „Nun gilt es, daraus das Beste zu machen!“



Marlies Walther

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