Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund 30 Tiere warten auf ein neues Zuhause
Vorpommern Stralsund 30 Tiere warten auf ein neues Zuhause
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:30 30.03.2019
Hedda Gehrt und Ute Pohl (v. l.) von der Tiernotstation Müggenhall mit Hund Fussel, der ein neues Zuhause sucht. Quelle: Jörg Mattern
Anzeige
Müggenhall

Fussel hatte bereits ein schweres Schicksal hinter sich, als die Tiernotstation Müggenhall zu Hilfe gerufen wurde. „Der Hund war lange Zeit in einem Verschlag in einem Dorf in der Nähe eingesperrt gewesen“, berichte Ute Pohl, Leiterin der Station. „Das Tier war in einem völlig schlechten Zustand, dass sogar der Tierarzt gesagt hatte – so etwas habe er in seiner Laufbahn noch nicht gesehen.“ So war zunächst gar nicht zu erkennen zu welcher Rasse Fussel gehörte, weil sein Fell offenbar nie geschnitten und deshalb völlig verfilzt und verdreckt war. „Ich habe ihn vier Stunden vorsichtig geschoren, bis am Ende ein Mittelschnauzer zum Vorschein kam“, sagt die Chefin. Geschätztes Alter: etwa sechs Jahre.

Inzwischen wurde das Tier in der Station liebevoll wieder aufgepäppelt. „Der Schnauzer ist ein sehr lieber und neugieriger Hund, der auch gehorcht, aber Angst hat, wenn man die Hand gegen ihn erhebt. Offensichtlich hat Fussel da bereits schlechte Erfahrungen machen müssen“, sagt Hedda Gehrt vom Förderverein „Tiere in Not Nordvorpommern“, der Station Müggenhall. Hier sucht man jetzt nah einem neuen Zuhause für den Hund, nach Möglichkeit mit Familienanschluss.

Der Förderverein ist im Dezember 2010 gegründet worden. Seither gibt es auch die Tiernotstation Müggenhall. Zuvor hatte Ute Pohl an gleicher Stelle seit dem Jahr 2000 eine Tierpension betrieben, in der auch Fundtiere aus der Umgebung betreut worden sind. „Mit der Vereinsgründung stellten wir die Arbeit für den Tierschutz auf eine vertragliche Basis“, sagt Hedda Gehrt. Müggenhall ist jetzt die offizielle Tiernotstation für die Ämter Franzburg-Richtenberg, Niepars, Miltzow und die Gemeinde Süderholz. Verträge regeln die Aufnahme von Fund- und kranken Tieren und solchen mit problematischen Hintergrund, etwa wenn Seniorenhaushalte aufgelöst werden in Müggenhall. „Das alles passiert stets in enger Absprache mit den Gemeinden“, sagt Ute Pohl.

Manchmal wird die Stationsleiterin auch zu einem Unfall gerufen, wie unlängst, als auf der Bundesstraße 105 bei Kanin zwei Autos zusammenstießen. „Die verletzten Insassen waren schon in die Klinken verlegt worden. Nur in einem Auto war noch ein Hund eingeklemmt, den die Feuerwehr erst freischneiden musste, damit ich an das total aufgeregte Tier in dem Wrack herankam“, beschreibt Ute Pohl eine dramatische Situation ihrer täglichen Arbeit.

Aktuell tummeln sich derzeit in der Tiernotstation 13 Hunde und 17 Katzen in den Gehegen und weiträumigen Ausläufen und warten darauf, wieder in gute Hände zu kommen. Momentan sind auch viele ältere Tiere darunter. „Wer gezielt nach einem betagten, ruhigem Hund oder einer älteren Katze sucht, ist bei uns genau richtig“, sagt die Chefin. Findet sich kein neuer Besitzer, bleiben die Tiere bis zum Ende ihrer Lebenszeit in der Obhut der Tiernotstation. Liebevoll gepflegt werden sie hier von den ehrenamtlichen Unterstützern, Mitgliedern des Fördervereins, wie etwa von Hedda Gehrt, die gleich in der Nähe wohnt und beinahe täglich vorbeischaut. „Etwa fünf uns sind die Woche über hier im Einsatz, füttern und pflegen die Tiere und reinigen Gehege und Ausläufe“, sagt die Seniorin.

Der Verein finanziert sich über die vertraglich vereinbarten Regelungen mit den Gemeinden, für die er bei der Aufnahme von Tieren in Not tätig wird sowie über Spenden von Tierfreunden. „Wir stellen auch Spendenquittungen aus“, betont Hedda Gehrt mit einem Lächeln.

Kontakt zur Tiernotstation Müggenhall 0152 / 57 46 88 50.

Jörg Mattern

Die Stralsunderin Eva Hoffmann war mit für OZelot lokal auf der Leipziger Buchmesse unterwegs.

29.03.2019
Stralsund Junge Frau lag tot in ihrer Wohnung - Tote 26-Jährige in Stralsund: Kein Verbrechen

Ermittler schließen nach der Obduktion eine Straftat aus. Frau stammt aus Eritrea, ein Betreuer hatte sie als vermisst gemeldet. Die Todesumstände gaben den Ermittlern Rätsel auf.

29.03.2019
Stralsund Mehrzweckhalle für Tribsees im Gespräch - Tribsees peilt Bau einer Stadthalle an

Anstelle der sanierungsbedürftigen Schulturnhalle soll eine moderne Mehrzweckhalle für Sport Veranstaltungen mit bis zu 400 Gäste entstehen. Alles zusammen soll den Schulcampus aufwerten.

29.03.2019