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Stralsund Stralsund erhält IT-Campus für 30 Millionen Euro
Vorpommern Stralsund Stralsund erhält IT-Campus für 30 Millionen Euro
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08:01 19.04.2019
Beim jungen Stralsunder Start-up GWA, das von Studenten der Hochschule gegründet worden ist, wird bereits mit 3-D-Druckern gearbeitet. Technik wie diese wird es bald im Maker-Port in der Wasserstraße zum Anfassen geben. Quelle: Carsten Schönebeck
Stralsund

Das Vorhaben, in Stralsund ein Zentrum für Unternehmen aus der Branche Informationstechnologie (IT) anzusiedeln, nimmt weiter Gestalt an. Wie Peter Fürst, Leiter der Abteilung Wirtschaftsförderung der Stadtverwaltung, auf der jüngsten Bürgerschaftssitzung erklärte, liege die Stadt mit ihrem Vorhaben, gemeinsam mit der Hochschule Stralsund (HOST) und dem Verein IT-Lagune einen Wirtschafts- und Wissenschaftscampus am Strelasund (WWS) zu errichten, genau auf der Linie des Leitbildes der Hansestadt. Dieses sehe nicht nur ein gründerfreundliches Stralsund vor, sondern rücke bei der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt vor allem zwei Perspektiven in den Vordergrund – die Gesundheitswirtschaft und die innovative IT-Branche.

Maker-Port als Keimzelle des IT-Zentrums

„Gewissermaßen die Keimzelle für den WWS wird in diesen Tagen mit dem ,Maker-Port’ eingerichtet“, sagte Fürst im Gespräch mit der OZ. Dieser entsteht in der alten Stadtwaage, besser bekannt als Kinderbibliothek. Seine Bezeichnung lehnt sich an die englischen Vokabeln für „Macher“ und „Hafen“. „Diesen können zunächst alle Stralsunder und Gäste anlaufen, um sich mit den Möglichkeiten und Perspektiven der angestrebten Digitalisierung vertraut zu machen“, so der Wirtschaftsförderer. Gedacht ist daran, Projekte für Schulklassen, aber auch interessierte Senioren anzubieten. Dazu wird der Maker-Port jetzt mit der nötigen Technik ausgerüstet – mit Computern, 3-D-Druckern und Scannern. „Die Stralsunder sollen das nicht nur aus dem Fernsehen kennenlernen, sondern hier in Aktion erleben können“, betonte Peter Fürst. Um dieses Trainingszentrum einzurichten, wurde Anfang April extra eine Mitarbeiterin eingestellt, die ab Juni Verstärkung bekommen wird, wenn es darum geht, die Angebote des Maker-Port vorzubereiten und zu betreuen.

Für Fürst ist der Standort Stadtwaage mitten in der Altstadt ideal: Erste IT-Firmen haben sich bereits im Stadtzentrum angesiedelt und können sich über den Szenetreff Maker-Port weiter vernetzen.“ Auch so mancher IT-Enthusiast wird hier die Chance erhalten, sich ins Internet einzustöpseln und sein Projekt voranzutreiben.

IT-Campus soll in Hochschulnähe entstehen

Inzwischen soll der Wirtschafts- und Wissenschaftscampus Schritt für Schritt auf den Weg gebracht werden. „Dieser wird seinen Standort auf einer Fläche von etwa 200 000 Quadratmetern im Dreieck Prohner Straße/Parower Chaussee bekommen“, erläutert Fürst. Nach Ostern wird die Wirtschaftsförderung gemeinsam mit der Stadtplanung den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan auf den Weg bringen. Bis zum endgültigen Satzungsbeschluss durch die Bürgerschaft veranschlagt Fürst etwa noch anderthalb Jahre. Das Vorhaben sieht den Bau eines IT-Centers vor, in dem sich junge Start-ups und Unternehmen der Branche ansiedeln und erweitern können. Platz ist auf der Fläche zudem für ein Rechenzentrum und Firmen, die wegen der Hochschulnähe gemeinsam mit der Forschungs- und Bildungseinrichtung, deren Studenten und Wissenschaftlern eigene Entwicklungen vorantreiben können. Die Hochschule selbst kann von dem Standort profitieren, etwa wenn neue Institute geschaffen werden sollen, für die der begrenzte Platz auf dem Hochschulgelände nicht ausreicht. „Gedacht ist aber auch an solche Einrichtungen wie einen Mini-Markt, eine Kindertagesstätte und einen Tagestreff für Senioren, die den Mitarbeitern auf dem Campus kurze Wege schaffen, wenn es darum geht, Kinder und Angehörige versorgt zu wissen.

Fördermittel müssen eingeworben werden

Veranschlagt sind für das Projekt WWS etwa 30 Millionen Euro für Erschließung und Hochbau. Geld, das über Fördermittel eingeworben werden soll. Der Blick richtet sich dabei nach Schwerin, denn der Stralsunder Wirtschafts- und Wissenschaftscampus dockt mit seiner Konzeption genau an die von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) ins Spiel gebrachten Gründerzentren für technologieorientierte Start-up-Unternehmen an den Hochschulstandorten des Landes an. Der Stralsunder Eigenanteil soll sich laut Fürst auf etwa zehn Prozent belaufen. Und für den Wirtschaftsförderer sind drei Millionen Euro aus der Stadtkasse eine gute Investition in eine zukunftsorientierte Wirtschaft.

Jörg Mattern

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