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Stralsund Immer mehr Kinder haben Depressionen
Vorpommern Stralsund Immer mehr Kinder haben Depressionen
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10:32 27.04.2018
Alexander Hessel von der Robert-Enke-Stiftung zeigt die Enke App bei den Gemeindepsychiatrischen Fachtagen in Stralsund. Quelle: Miriam Weber
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Stralsund

Rund fünf Millionen Menschen sind pro Jahr durchschnittlich von der Krankheit Depression betroffen. „Und die Zahlen steigen weiter“, sagt Carolin Langbein, Psychiatriekoordinatorin des Landkreis Vorpommern-Rügen. Sie gehört zu den Organisatoren der Gemeindepsychiatrischen Fachtage, die derzeit in Stralsund stattfinden.

„Uns ist es wichtig, das Thema Depression zu enttabuisieren und weiter in die Mitte der Gesellschaft zu rücken“, sagt Carolin Langbein. „Die Fachtage können dafür eine gute Plattform sein.“

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Die Organisatoren haben offensichtlich einen Nerv getroffen. Bis auf den letzten Platz war der Löwensche Saal besetzt und die Interessierten hatten und haben auch noch am Freitag die Möglichkeit, verschiedenen Fachvorträgen zu hören. Außerdem haben Vereine und Institutionen Info-Stände aufgebaut, an denen man Fragen loswerden kann.

Unter anderem präsentierte sich am Donnerstag die Robert-Enke-Stiftung in der Hansestadt. Alexander Hessel erklärte den Besuchern in einem Impuls-Vortrag die sogenannte Enke-App. Diese App, die im Oktober 2016 veröffentlicht wurde, hat zwei Kernziele: Betroffenen eine Hilfestellung zu sein und sie aus der Isolation zu holen und auf der anderen Seite sieht sie sich als Informations- und Kommunikationsplattform. Nicht zuletzt ist der wichtige SOS-Button das Besondere an der App. In einer Notsituation, wenn ein depressiver Mensch suizidale Gedanken hat, kann ihm damit vielleicht geholfen werden. Denn durch das Benutzen dieses Buttons können Rettungskräfte informiert werden.

Carolin Langbein verwies darauf, dass auch immer mehr Kinder und Jugendliche betroffen sind. Immerhin 5,4 Prozent der Kinder in Deutschland zeigen depressive Störungen. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlicher Natur sein, oft sei es der Leistungsdruck, der auf den Kindern laste und dem sie nicht gewachsen sind. „Deshalb ist es so wichtig, die Schulen mit ins Boot zu holen“, sagt Carolin Langbein. „Dort kann man präventiv ansetzen.“

Miriam Weber