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Stralsund Das vielleicht schmalste Haus Stralsunds
Vorpommern Stralsund Das vielleicht schmalste Haus Stralsunds
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10:00 02.06.2019
Die Kleinschmiedstraße 22 gehört zu den schmalsten Häusern Stralsunds. Quelle: Miriam Weber
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Stralsund

Fast ein bisschen eingequetscht wirkt das Haus. Vier Meter misst die Kleinschmiedstraße 22 und gehört damit zu den schmalsten Häusern in der Stralsunder Altstadt – und zu den bekanntesten. Denn seit vielen Jahren befindet sich dort das kleine Restaurant Essbar. Doch das ist die jüngere Geschichte. Der Anfang des Gebäudes liegt viel weiter zurück....

Auf dem sogenannten Staude-Plan aus dem Jahr 1647 ist auf dem Grundstück der Kleinschmiedstraße 22 ein sehr schmales, kleines Giebelhaus zu sehen. Ende des 17. Jahrhunderts steht an dieser Stelle nur noch eine eingeschossige „Bude“, die dem Büchsenmacher Martin Wilch gehörte, wie Stadthistoriker Andreas Neumerkel erklärt. Über die Jahrhunderte erlebte das Haus viele Eigentümer und wechselvolle Nutzungen.

Wann aus der eingeschossigen Bude ein dreigeschossiges, schmales Traufhaus wurde, ist nicht ganz genau nachzuvollziehen. In der „Illustrierten Denkmalliste“, die nach der Wende durch die hiesige Denkmalpflege erstellt worden ist, wird als Bauzeit die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts genannt. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass das Haus erst Mitte des 19. Jahrhunderts zwei weitere Geschosse erhielt. Der Palmettenfries über dem Erdgeschoss und der Akanthusfries über dem ersten Obergeschoss stammen jedenfalls aus dieser Zeit, sagt Andreas Neumerkel.

Klar ist allerdings, das in dem schmalen Haus der Aufstieg der kleinen Glaserfirma namens Mackenthun zur größten und weit über die Stadtgrenze hinaus bekannten Möbelfabrik „E. Mackenthun Sohn“ begann. Der Glasergeselle Ernst Philipp Mackenthun heiratete 1815 Christina Sophia Stademann, der zu diesem Zeitpunkt die Nummer 22 gehörte. 1838 zog Mackenthun in ein Nebengebäude auf dem heutigen Nebengrundstück Kleinschmiedstraße 23 um. Damals befanden sich nämlich auf dem Grundstück noch drei kleine Häuser, von denen zwei mit ihrem Giebel zur Kleinschmiedstraße standen. 1845 ließ er die drei Häuser abreißen und errichtete das heutige Eckgebäude. Philipp Ernst Mackenthun verstarb 1855, sein Sohn Gustav erweiterte die Palette der Erzeugnisse der Firma auf die Herstellung von Möbeln und „alles, was die Einrichtung benötigte“. 1858 zog „E. Mackenthun Sohn“ in die Badenstraße 15, noch heute befindet sich dort über der Tür der Firmenname. Knopfmachermeister, Buchbinder, Schuhmacher, Zigarrenhändler, Elektriker, Friseur... Viele Berufsstände fanden in der Nummer 22 ihr Domizil.

Mit der Idee, ein kleines Restaurant zu eröffnen, zog es Ende der 1990er-Jahre Familie Braunisch von Berlin aus an den Sund. „Wir haben uns gleich in das Haus verliebt, das mit seiner Größe viel Charme hat“, sagt Ulla Braunisch. Ihr Mann Stef Braunisch verwirklichte sich als Quereinsteiger seinen Traum und eröffnete im eigenen Haus, der Kleinschmiedstraße 22, sein Restaurant: Die Essbar. „Nur ein Jahr später kam Gitti Karkhoff dazu, die das Restaurant im Jahr 2002 übernahm und zu einer Institution machte“, sagt Ulla Braunisch, der das Haus bis heute gehört. 200 Quadratmeter Nutzfläche, vom Keller bis zum Dach, stehen in dem schmalen Haus auf vier Etagen zur Verfügung.

Zum Ende des Jahres wird sich Gitti Karkhoff in den Ruhestand verabschieden, „aber es ist geplant, dass es eine Gastronomie Essbar im neuen Jahr weiter geben wird“, schaut Ulla Braunisch voraus. Das dürften viele Stralsunder gern hören.

Miriam Weber

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